INSTITUT FÜR MEDIEN- UND KULTURWISSENSCHAFT

b.a. medien- und kulturwissenschaft

Die Medien- und Kulturwissenschaft ist ein relativ neues Fach. Zwei Einsichten stehen am Beginn seiner Entwicklung: Zum einen wird unsere mediale Kommunikation heute in einer Medienvielfalt und durch Medienverbünde organisiert. Das einzelne Medienprodukt, sei es eine Nachricht, ein Spielfilm, eine Theateraufführung oder eine Fernsehserie, wird durch seine Intermedialität geprägt. Zum anderen hat uns die zunehmende Bedeutung der medialen Vermittlung von Kommunikation und ihre ebenso schnelle wie tiefgreifende Veränderung verstärkt auf Folgendes hingewiesen:  Medien spielen bei der Herausbildung von Wahrnehmung und Erfahrung, ja bei der Entstehung von Subjektivität und von sozialen Beziehungen eine wichtige und historisch sich verändernde Rolle.

Daraus ist ein neues Wissensgebiet entstanden, das interdisziplinäre Fragestellungen und spezifische Konturen und Formen umfasst. Seine Kenntnis ist beste Voraussetzung für eine kompetente, kreative und kritische Tätigkeit im Bereich der Medien und der Kultur: einem Berufsfeld, dessen soziale und auch ökonomische Bedeutung in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat und auch weiter zunehmen wird. Immerhin werden in Europa 3,3 % des BIP in diesem Sektor erwirtschaftet.

Unser Bachelorstudiengang Medien- und Kulturwissenschaft ist ein Integrationsstudiengang, an dessen Durchführung neben der Medienkulturwissenschaft selbst Fächer wie Kunstgeschichte, Philosophie, Geschichte, Modernes Japan, Germanistik, Romanistik und Anglistik/Amerikanistik beteiligt sind.  Anthropologische, soziologische, psychologische, philosophische, historische und ästhetische Zugangsweisen ergänzen und konturieren das Fach. Visuelle Kultur und der Darstellungscharakter von Kultur sind hervorgehobene Fragestellungen.

Es ist darüber hinaus möglich, das Studium durch die Wahl eines besonderen Schwerpunkts zu gewichten. Bisher bestehen mit der Kunstgeschichte und den Modernen Japanstudien eigene Regelungen. Individuell sind aber auch andere Schwerpunktsetzungen, etwa mit der Romanistik, möglich.

Ein besonderes Gewicht legen wir auf die Analyse inter- und transkultureller Prozesse. Ein eigener, sich durch das gesamte Studium ziehender Modulbereich behandelt den Zusammenhang zwischen Interkulturalität und medialer Wahrnehmung. Vergleichende Medienkulturforschung untersucht die kulturell spezifischen Traditionen der Bildlichkeit und Narration und die Bedeutung verschiedener Medienformate.

Das Studium gliedert sich in die fünf Modulbereiche Kommunikation, Kultur, Medien, Interkulturelle Kommunikation, Praxis und einen Wahlbereich. Nach den Einführungsmodulen der ers-ten beiden Semester werden die Aufbaumodule „Medien und Gesellschaft“, „Medienästhetik“, „Medienethik”, „Kultur- und medienwissenschaftliche Forschungsmethoden“ und „Interkulturelle Kommunikation“ angeboten.

Das Modul „Praxis“ soll mit den verschiedenen medienkulturellen Tätigkeiten und Berufsfeldern bekannt machen. Diese Seminare und Übungen werden überwiegend von Lehrbeauftragten durchgeführt, die im medienkulturellen Bereich tätig sind.

Die Module umfassen zwischen 4 und 8 Semesterwochenstunden und werden mit einer oder zwei Abschlussprüfungen abgeschlossen. Insgesamt umfasst das sechssemestrige Studium 98 Semesterwochenstunden. Die Ableistung eines insgesamt 12-wöchigen Praktikums ist vorgeschrieben, die Kenntnis zweier moderner Fremdsprachen muss zum Studienende nachgewiesen sein. Entsprechend den europäischen Rahmenvorgaben umfasst das Studium 180 Punkte nach dem European Credit Transfer System.

Wir unterstützen Sie dabei nach Möglichkeit, einen Teil dieser Leistungsnachweise an einer unserer Partneruniversitäten im Ausland (Istanbul, Lissabon, Louvain-la-Neuve, Nantes, Neuchâtel, Sevilla, Thessaloniki und Utrecht) zu erwerben.

Der Studiengang hat zum Wintersemester 2002/03 seine Arbeit aufgenommen. Inzwischen eröffnen Kooperationen u.a. mit dem tanzhaus nrw, dem museum kunst palast und dem Schauspielhaus Düsseldorf interessante Möglichkeiten vor allem für den Studienbereich Projektmanagement und für das praxisorientierte Forschen.

Bewerbungen sind jeweils zum Wintersemester möglich, Bewerbungsschluss ist in der Regel der 15. Juli. Die etwa 70 Studienplätze werden über ein hochschulinternes Auswahlverfahren vergeben. 

• Eine detaillierte Einsicht in die Studieninhalte geben die  kommentierten Vorlesungsverzeichnisse.

• Link zum Kurzbericht zur Reakkreditierung auf der Seite der Akkreditierungsagentur AQAS