INSTITUT FÜR MEDIEN- UND KULTURWISSENSCHAFT

Teamprojekte

Hier finden Sie eine kleine Auswahl an Teamprojekten, die im Rahmen des Masterstudiums realisiert worden sind.

DIE SOZIOKULTURELLE RELEVANZ DES KÖRPERS IN DER GEGENWART ::: KÖRPERKONZEPT(E) ::: KÖRPERMODIFIKATIONEN ::: KÖRPERINSZENIERUNGEN :::

Melina Wachtling und Dobrina Trifonowa

Obwohl es auf den ersten Blick so scheint als spielte das Körperliche in der digitalen Spätmoderne nur noch eine marginale Rolle, ist es in Wirklichkeit kultur- und milieuübergreifend allgegenwärtig und unverzichtbar oder sogar konstitutiv für gesellschaftliche/kulturelle Strukturen und Prozesse. Unser Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Körper als ein „multi-dimensional medium for the constitution of society“(Shilling 2005:1) fungiert, d.h. vielfältige Funktionen in quasi allen Lebensbereichen erfüllt. Er steht in einem komplexen Wechselverhältnis zu gesellschaftlichen Strukturen und Normen, sowie kulturellen Praktiken und Traditionen: Körperkonzept und Umgang mit dem Körper werden einerseits durch Kultur und Gesellschaft geprägt, wirken aber auch reflexiv auf diese zurück.
Zur praktischen Veranschaulichung der theoretischen Annahmen haben wir vier dokumentarisch ausgerichtete Video-Beiträgen erstellt. Die Veröffentlichungsform einer Internetseite haben wir in Anbetracht ihrer Zugänglichkeit und Multimedialität gewählt: es war uns wichtig, verschiedene mediale Formen frei und kreativ kombinieren zu können. Zudem erschien für dieses vielschichtige Thema die Form eines Hypertextes besonders geeignet, denn sie erlaubte uns komplexe Verknüpfungen zwischen den Inhalten herzustellen und den Rezipienten, diese Inhalte selektiv, aspekt- und interessenorientiert aufzurufen. Zur Internetseite

 

„Permanentes Elefantengebrüll“? 

Zur massenmedialen Berichterstattung über das 
Fremde im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika

Adaora Geiger, Jule Korte, Katrin Maurer

Bereits im Laufe der medialen Berichterstattung zur Vergabe der WM 2010 nach Südafrika zeigte sich eine gewisse Skepsis, dieses Großevent in Afrika, einem als unterentwickelt, arm und kriminell wahrgenommenem Land, stattfinden zu lassen. Sogar Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München e.V. ließ aufgrund der Sicherheitssorgen verlauten: „Ich fahre da nicht hin!“.  Exemplarisch hierzu erscheint der Umgang mit den südafrikanischen Vuvuzelas in der deutschen Presselandschaft. „Permanentes Elefantengebrüll“ titelte zum Beispiel Spiegel Online am 03.02.2010 und machte damit nicht nur Unbehagen gegenüber den lauten Missklängen, sondern auch eine von Klischees und Verallgemeinerungen geprägte Sichtweise auf Südafrika deutlich.
Dieser Problematik wird im vorliegenden Teamprojekt interdisziplinär nachgegangen. Es wird anhand von Artikeln aus den Medien Spiegel Online, der Süddeutschen Zeitung und dem kicker sportmagazin untersucht, wie innerhalb der massenmedialen Berichterstattung zur Fußball-WM in Südafrika mit dem Fremden umgegangen wird.  Bedenkt man die Auflagenstärke dieser Medien, stellt sich die Frage nach der möglichen medialen Wirkung auf die ‚Meinung der Massen’ ebenso wie nach dem Einfluss, den der biografische Hintergrund des Journalisten bzw. das Selbstbild des Mediums auf die Ausgestaltung des Textes selbst haben. Wo werden implizite Grenzen gezogen, wie eng stellt sich der Kreis des ‚Eigenen’ dar, der sich auf die Kommunikation über das ‚Andere’ auswirkt? Und welches sind die Mechanismen, anhand derer dies geschieht?  Soziologie, Journalistik und Kulturwissenschaften mit linguistischem Schwerpunkt bieten drei unterschiedliche, gleichermaßen adäquate Perspektiven auf die Fragestellung. 
Die Ausarbeitung des Teamprojektes als PDF-Download

 

12'33'' - Eine Phantasie

Regie: Helen Brecht, Spielerinen: Katja Venglinskaya, Marie Wollbeck

Ein belebter Ort, Geräusche weben sich liebend in einander, lösen sich, kulminieren, kämpfen, unterdrücken sich. Eine Komposition, der schon John Cage mit seinem Stück »4′33″« ästhetische Bedeutung zugemessen hat. Es bedarf einer zeitlichen sowie räumlichen Rahmung um diese Komposition von Alltagsgeräuschen ästhetisch wahrnehmbar zu machen. 12 Minuten 33  in der Männertoilette der Universitäts- bibliothek wurden zur dramaturgischen Grundlage unseres Stückes. 
Wir haben versucht die in Zufälligkeit gesponnene Komposition von Geräuschen losgelöst von ihrer funktionalen und pragmatischen Bestimmung und vor allem losgelöst von ihrer kulturell bedingten negativen Konnotation wahrzunehmen. Auf der Grundlage der Wahrnehmungserfahrung beim Hören haben wir ein szenisches Konzept entwickelt. Zentraler Ansatzpunkt des Konzeptes war die wahrgenommene Kommunikation zwischen zwei Tonebenen. Gleich den Tönen kommunizieren in »12′33″ - Eine Phantasie« zwei in einer Liebesbeziehung stehende Menschen miteinander. 
In der Umsetzung des Konzeptes haben wir versucht jeden Ton in eine körperliche Aktion zu übersetzen. Die Spielerinnen werden demnach von den Tönen des Tonbandes in ihre Aktionen getrieben. Niemals können Sie sich ganz von der sie steuernden Tonebene lösen. Dennoch können sie durch ihr Spiel die Bedeutungsebene der Töne ebenfalls beeinflussen. Die beiden Bedeutungsebenen  unterstützen und ergänzen sich auf der einen Seite und auf der anderen Seite widersprechen sie sich und stellen sich gegenseitig in Frage. In dem gleichzeitigen Erscheinen der beiden Bedeutungsebenen (Tonspur und Inszenierung) kann es zu einer Neuschöpfung von Bedeutung kommen. 
Vielleicht vermag dieses Spiel mit der alltäglichen Wahrnehmung die Zuschauer dazu anzuregen ihre alltägliche Umgebung auch einmal bewusst wahrzunehmen und ihren eigenen Assoziationen zu dem Wahrgenommenen einen Platz in der Phantasie einzuräumen. 

 

Blaubart – Ein Mosaik
Drei Gesichter einer Geschichte

Uta Klink, Lioba Schmid, Sandra Stempel
Mit Illustrationen von Anika Müller, Katrin Maurer und Sören Helbing

„Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen.“ (Pablo Picasso)
Was passiert, wenn ein Märchen nicht aus einer Perspektive sondern aus vielen erzählt wird? Was, wenn man das Geschehen an der Seite der verschiedenen Akteure mit ihren Gedanken und Gefühlen miterleben könnte? Wie auch bei jeder realen Geschichte, die wir von Freunden und Bekannten hören, würde sich uns ein völlig neues Bild der Situation darbieten. Was aber ist die Wahrheit hinter einer Geschichte, einer Handlung, hinter etwas Gesagtem oder gar Gedachten? Gibt es überhaupt eine objektive Wahrheit? Ist nicht jede Wahrheit nur subjektive Situationseinschätzung? Würden wir die Charaktere und ihre Handlungen womöglich anders, wenn nicht gar entgegengesetzt beurteilen, hätte uns jemand die Geschichte aus einer anderen Perspektive erzählt? Anliegen dieses Buches ist es das klassische Schwarz-Weiß-Muster eines Märchens, und mit ihm die Trennung von Gut und Böse, zu durchbrechen ohne dabei in eine erneute Polarisierung mit umgedrehten Rollen zu verfallen...
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