Das Studium gliedert sich in 7 bzw. 6 Module, ein Teamprojekt und die Erstellung der Masterarbeit. Das Teamprojekt soll in der Regel im zweiten oder dritten Semester konzipiert und realisiert werden. Die Masterarbeit soll auf das vierte Semester fallen und wird von einem Masterkolloquium begleitet.
Die Module 1 bis 4 umfassen jeweils 4 SWS, die sich in der Regel aus den Wochenstunden von zwei Seminaren zusammensetzen. Sie werden mit einer Abschlussprüfung beendet.
Die Module 5 bis 7 umfassen jeweils 6 SWS und damit 2 bis 3 Seminare, auch hier muss pro Modul eine Abschlussprüfung abgelegt werden. Dabei sind die Module 6 und 7 alternativ aufgefasst, es muss jeweils eines der beiden Module studiert werden. Insgesamt müssen also 6 der 7 angebotenen Module belegt und mit einer Abschlussprüfung beendet werden. Die einzelnen Seminare der Module sind aufeinander abgestimmt und sollen die inter- und transdisziplinäre Reflexion, Diskussion und Forschung fördern.

MODUL 1: „EINFÜHRUNG IN DIE MEDIENKULTURANALYSE“
Das Einführungsmodul dient der gemeinsamen Einstimmung und der Versicherung über medienund kulturtheoretische Grundkonzepte. Es qualifiziert zum selbständigen Umgang mit der medienkulturwissenschaftlichen Theorie und Methodologie, wie sie in den einzelnen am Curriculum beteiligten Fächern in je eigener Perspektive entworfen werden. Die Studierenden erwerben die Kompetenz, philosophische, neurowissenschaftliche, sozialwissenschaftliche, psychoanalytische, historische, medienpädagogische und kulturtheoretische Zugänge zu Phänomenen der Medienkultur in Bezug setzen und ihre jeweiligen Ansprüche und Reichweiten kritisch bestimmen zu können. Das Modul bildet von daher die Basis und die Klammer für die in den Modulen 2 bis 4 erfolgende Vertiefung in die interdisziplinäre Grundlagenforschung und führt in das gesamte Studium ein.
MODUL 2: „WAHRNEHMUNG (PERZEPTION, KOGNITION, AFFEKT)“
Das Modul ermöglicht den Studierenden, aktuelle neurowissenschaftliche, phänomenologischgeisteswissenschaftliche und psychoanalytische Forschung zum Verhältnis von Wahrnehmung, Medialität und Subjektivität kennen zu lernen und ihr Verhältnis zu bestimmen. Es liefert damit nicht nur die Grundlagen, die sich rasant entwickelnde Forschung im Schnittfeld von Neuro- und Kognitionswissenschaft selbständig zu verfolgen und für medienkulturwissenschaftliche Fragestellungen fruchtbar zu machen, sondern ermöglicht es auch auf einer sehr basalen Ebene über den Zusammenhang von Innen und Außen, Subjekt und Objekt, Sinneseindruck und Bewusstsein nachzudenken. Ausgehend von der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass neuronale Vorgänge in ihrer Realisierung ebenso historisch sind wie die Wahrnehmungsmedien und dass zwischen ihnen eine starke Interdependenz besteht, vermittelt dieses Modul den Einstieg in einen fakultätsübergreifenden lebenswissenschaftlichen Innovationsbereich.
MODUL 3: „DARSTELLUNG (REPRÄSENTATION, PERFORMANZ, DIFFERENZ)“
Das Modul befähigt zur kritischen Analyse des Repräsentations- und Aufführungscharakters kultureller Prozesse. Darstellung als etwas, das sich als Hervorgebrachtes und Hervorbringendes niemals vollständig selbst regulieren und begrenzen kann, wird im Kontext verschiedener politischer, sozialer und kultureller Zusammenhänge verstehbar. Damit wird die Grundlage für eine interdisziplinäre Erforschung der relationalen Dynamik von Kultur gelegt.
MODUL 4: „PRODUKTION“
Das Modul ermöglicht die Analyse des Prozesses des „Machens“ selbst und zwar sowohl in seinen determinierenden, reproduktiven (Doing) als auch in seinen öffnenden, nichtintendierten (Undoing) Dimensionen. Sowohl die Produziertheit als auch die Veränderbarkeit der Welt soll so verstehbar gemacht werden. Während der erste Modulbestandteil vor allem für den Zusammenhang von Machen und Gemachtheit sensibilisiert, sollen im zweiten Bestandteil Erfahrungen mit und in kreativen Entstehungszusammenhängen ermöglicht werden.
MODUL 5: „INTERKULTURALITÄT UND VERGLEICHENDE MEDIENKULTURFORSCHUNG“
Das Modul qualifiziert zum Verständnis interkultureller Prozesse und der Rolle der Medien in ihnen. Es vermittelt auf der Basis komparatistischen Grundlagenwissens und regionaler Schwerpunktbildung die Kompetenz zur differenzierten Auseinandersetzung mit interkultureller Kommunikation besonders auch in praktischen Zusammenhängen.
MODUL 6: „WISSEN UND MEDIEN“
Die Studierenden erwerben Kompetenzen der interdisziplinären Analyse und der ästhetischen Gestaltung der inszenatorischen und praktischen, kurz: medienkulturellen Dimensionen von Wissen und Wissenschaft. Dabei erweitern sie ihre Sensibilität im selbstreflexiven Umgang mit ihrem eigenen Tun und den damit zusammenhängenden Präsentationsformen ebenso erworben wie ein grundsätzliches Verständnis der Bedeutung von Medien bei der Generierung von Wissen, ihrer Speicherung und Weitergabe. Damit qualifizieren sich die Studierenden auch weiter für die praktischen Anwendungsfelder der Medienkulturwissenschaft im enzyklopädischen, museumspädagogischen und wissenschaftsjounalistischen Bereich.
MODUL 7: „AUDIOVISUELLE KULTUR“
Das Modul Audiovisuelle Kultur qualifiziert zum selbständigen und kritischen Umgang mit audiovisuellen Medien. Zum einen wird die Fähigkeit vermittelt, Film als historische Darstellungstechnik zu analysieren und seine Leistung im Kontext soziokultureller Prozesse zu beurteilen. Zum anderen werden die ästhetischen Dimensionen der audiovisuellen Kommunikation thematisiert.
MODUL TEAMPROJEKT
Im Teamprojekt werden Kompetenzen in der Anwendung und Durchführung von wissenschaftlich fundierten Projekten erworben. Dazu gehören Kompetenzen in der Kommunikation von Ideen sowie in der gemeinschaftlichen Planung und Durchführung. Bei forschungsorientierten Projekten werden die Kompetenzen in der Auswahl und Anwendung von Forschungsmethoden vertieft, bei stärker veranstaltungsorientierten Projekten (Ausstellungen, Tagungen, Videofilmen) werden gestalterische und darstellerische Kompetenzen weiterentwickelt. Wird die Sonderform der Durchführung eines Tutoriums oder einer anderen Lehrveranstaltungen gewählt, liegen die learning outcomes stärker im Bereich der Konzeption von Wissenszusammenhängen, ihrer Aufbereitung und Vermittlung. Bei Teamprojekten, die in einem wissenschaftlichen Text ihr Resultat finden, wie auch in der Erarbeitung der Dokumentation anderer Projekte sollen angemessene Darstellungenweisen entwickelt werden.
Das Modulhandbuch als PDF finden Sie hier