INSTITUT FÜR MEDIEN- UND KULTURWISSENSCHAFT

m.a. medienkulturanalyse

Der Masterstudiengang Medienkulturanalyse richtet sich an AbsolventInnen eines medien- oder kulturwissenschaftlichen Faches, die nach dem Studienabschluss ihre erworbenen Kenntnisse in der Forschung ausbauen und erproben möchten.

Der Masterstudiengang Medienkulturanalyse geht von der erkenntnisleitenden Frage aus, welche Bedeutung die Medien in den dynamischen Prozessen der Formung und Entwicklung von Kultur haben. Wie prägen Medien die Wahrnehmung des Einzelnen, seine Weise sich selbst zu verstehen und sich auf andere zu beziehen? Wie formen sie die kulturellen, sozialen und politischen Institutionen und Formen der Kommunikation? Welche Rolle spielen sie nicht nur bei der Verbreitung und Speicherung von Wissen, sondern schon bei seiner Entstehung? Was ist ihre Funktion in den aktuellen interkulturellen Prozessen der Globalisierung? Wie kann der Fluss der Bilder und Töne unserer audiovisuellen Kultur analysiert werden?

Wir haben diese Fragestellungen zu Studienmodulen zusammengefasst: Die Module „Wahrnehmung“, „Darstellung“ und „Produktion“ sollen in den ersten beiden Semestern das bestehende Grundlagenwissen über den Zusammenhang von Medien, Subjektivität und Kultur vertiefen und systematisieren. Alle drei Module sind interdisziplinär konzipiert und mit Beteiligung anderer Fächer wie der Psychoanalyse, der Neurobiologie, der Sozialwissenschaft und der Philosophie organisiert. Zur Verbindung der verschiedenen Fachperspektiven bieten wir im ersten Semester ein Einführungsmodul an. Ausgehend von Ihren jeweiligen Qualifikationen und Interessen können hier bereits eigene Forschungsperspektiven diskutiert und entwickelt werden. Im zweiten und dritten Semester bieten wir Ihnen die Module „Interkulturalität und vergleichende Medienkulturforschung“, „Wissen und Medien“ und, alternativ, „Audiovisuelle Kultur“ an. Auch diese Module werden mit Beteiligung anderer Fächer konzipiert, hier der Anglistik/Amerikanistik, der Romanistik, der Germanistik, der Geschichte und der Kunstgeschichte.

Die offene, projektorientierte Organisation des Studiums und die wissenschaftliche Aktualität der Themen garantieren eine enge Verbindung von Studium und Forschung. Neben den in den Modulen durchgeführten Projekten sieht deshalb unser Studienplan auch ein größeres Teamprojekt vor, in dem forschend, aber auch gestalterisch und organisierend der enge Rahmen der Universität für die Praxis geöffnet werden kann. Um die Umsetzung medienkultureller Reflexionen im Rahmen der Projektarbeit in Audio- und Videoproduktionen zu ermöglichen, steht ein umfassent ausgestattetes Medienlabor zur Verfügung.

Das Studium umfasst insgesamt 32 Wochenstunden und wird mit der Masterarbeit abgeschlossen. Danach besteht u.a. die Möglichkeit, ein Promotionsstudium an unserer oder einer anderen Universitäten anzuschließen.

Unser Masterprogramm besteht seit dem Wintersemester 2005/06. Bewerbungen sind immer zum Wintersemester möglich. Die Zahl der Studienplätze liegt bei etwa 30. Studienvoraussetzung ist ein qualifizierter Abschluss eines Studiums in einem medienkulturwissenschaftlichen oder einem kunstgeschichtlichen, literatur-, film- und theaterwissenschaftlichen sowie verwandten kultur- und sozialwissenschaftlichen Studiengang. Als „qualifiziert“ gilt ein Studienabschluss mit mindestens der Gesamtnote 2,5.

Eine detaillierte Einsicht in die Studieninhalte geben die  kommentierten Vorlesungsverzeichnisse.

• Link zum Kurzbericht zur Reakkreditierung auf der Seite der Akkreditierungsagentur AQAS


Master Schwerpunktthema für die Jahre 2011 und 2012

 
Sensitive Materialities: Affekte, Medien, Relationen
Mit dem Begriff Materialität wird heute in vielen Bereichen der Naturwissenschaft nicht mehr die Idee einer festen Substanz verbunden, sondern eher die einer Verdichtung von Relationen zwischen Kräften, die selbst wieder als Relationen zu verstehen sind. In analoger Weise wird in den Kulturwissenschaften mit dem Begriff der Materialität nicht mehr etwas verstanden, das dem Subjekt gegen?bersteht. Was dem Einzelnen als Materialität erscheint, und was auch als solche in unseren Diskursen gefasst wird, ist demnach eher so etwas wie eine Verdichtung einer Beziehung zwischen dem Mensch und seiner Welt. Der Begriff der Affekte bietet eine Möglichkeit jene Kräfte zu bezeichnen, die in diesen Kreuzungsbewegungen, diesem entanglement (Barad) wirksam wird, der Begriff der Medien hebt die Formen hervor, in denen das geschieht.
Wichtige Beiträge zu diesem Diskussionszusammenhang sind in den vergangenen Jahren im Rahmen feministischer Theorie entstanden (Donna Haraway, Karen Barad, Sara Ahmed, Jane Bennett, Judith Butler u.a.). Drei weitere Diskussionslinien werden ebenfalls bedeutsam: die einer Prozessphilosophie im Sinne Alfred North Whiteheads, die von Gilles Deleuze und Brian Massumi aufgegriffen worden ist; sowie die philosophische Tradition der Phänomenologie, in der etwa von Maurice Merleau-Ponty schon früh die Zuschreibungen von Aktivität und Passivität zu Subjekt und Objekt hinterfragt worden sind. Und schießlich die Theorie ästhetischer Erfahrung und Praxis, sind in dieser doch die Materialien, die körperlichen, die mentalen und die dinglichen, immer schon eine intime, ereignishafte und einzigartige Relation eingegangen.