Eine Tagung im Rahmen von TEMPS D’IMAGES
21. Januar 2011, 10h-18h, tanzhaus nrw

Das tanzhaus nrw veranstaltet vom 11. bis 22. Januar 2011 zum sechsten Mal das europäische Tanzfestival TEMPS D’IMAGES. Das Festival rückt den zeitgenössischen Tanz in den Kontext einer medial geprägten Gegenwart und widmet sich so neuen Kunstformen an der Schnittstelle von Tanz, Theater, Film und Medienkunst.
Wie in den Jahren zuvor, wird im Rahmen von TEMPS D’IMAGES und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Medien- und Kulturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf eine interdisziplinäre Fachtagung ausgerichtet. In Form von Vorträgen, Diskussionsrunden und Lecture Performances sollen verschiedenste wissenschaftliche und künstlerische Positionen zu dem komplexen und vielgestaltigen Verhältnis von zeitgenössischem Tanz und transdisziplinärer Kunst- und Medienentwicklung reflektiert werden.
Unter dem Titel „Sinneswandel. Transformationen der Wahrnehmung in Tanz und Medien“ widmet sich die diesjährige Tagung am 21. Januar den verschiedenen Strategien und Transformationsprozessen der Wahrnehmung im Rahmen der von TEMPS D’IMAGES fokussierten Verbindungen von medialen und performativen Künsten. Einhergehend mit dem historischen Wandel und der Auflösung von Grenzen zwischen Tanz, Theater und neuen Bildmedien hat sich das Thema der Wahrnehmung längst zu einem zentralen Topos herausgebildet. Die Verbindung von Medien und performativer Kunst hat neue theatrale Formen und Wahrnehmungsweisen entstehen lassen und einen vielschichtigen Diskurs eröffnet.
Als Referenten für die Tagung sind Martina Leeker, Timo Skrandies, Sabine Schouten und Heike Sperling eingeladen. Im Sinne des interdisziplinären Charakters der Tagung werden die wissenschaftlichen Beiträge durch Lecture Performances von Christiane Berger und Silke Z. ergänzt.
Die Tagung findet am 21. Januar 2011 von 10h-18h im tanzhaus nrw in Düsseldorf statt. Bereits am Vorabend leitet die Produktion „sweded“ von Silke Z./resistdance den Dialog zwischen Theorie und Praxis ein.
PROGRAMM
10.00h – 10.15h
Begrüßung
10.15h – 11.00h
Vortrag von Timo Skrandies: Wahrnehmung wahrnehmen – Materialität, Produktion, Medien
Jun.-Prof. PD Dr. Timo Skrandies studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Germanistik in Düsseldorf, Paris und Frankfurt/M. Er war seit Oktober 2002 Juniorprofessor für Medien- und Kulturwissenschaft an der HHU Düsseldorf und ist seit September 2009 Research Fellow am Philosophischen Institut der NTNU Trondheim (Norwegen).
Der Vortrag ruft einige historische Beispiele medialer bzw. technischer Dispositive in Erinnerung und erörtert daran den Anschein der Selbstverständlichkeit von Wahrnehmung.
11.00h – 11.45h
Vortrag von Martina Leeker: Intermedialität als Paradigma der Wahrnehmung im Tanz mit Medien seit 1960 (Nine Evenings – Jo Fabian
PD Dr. Martina Leeker studierte Theaterwissenschaft, Philosophie und Germanistik in Berlin und Paris und absolvierte eine Theaterausbildung in Paris bei Etienne Decroux und Jacques Lecoq.
In Ihrem Vortrag wird intermediale Wahrnehmung als Weise des Umgangs mit der Konvergenz der Medien im Digitalen gedeutet, mit der vor allem über die Ausgrenzung des Menschen in diesen hinweggetäuscht wird.
11.45h – 12.30h
Vortrag von Heike Sperling: Sind die zusammen? Zur Verbindung von Ton und Bild.
Prof. Dr. Heike Sperling Heike Sperling studierte Kommunikationsdesign an der Bergischen Universität Wuppertal. Sie arbeitete als Produzentin, Regisseurin und Creative Director. Seit 1998 leitet sie zusammen mit Prof. Manfred Becker den Projektstudiengang Motion Design an der Filmakademie Baden-Württemberg. 2004 berief sie die Robert Schumann Hochschule Düsseldorf als Professorin für Digitale Bildmedien und Visual Music an das Institut für Musik und Medien.
Der Vortrag stellt anhand von Beispielen aus der Kunstgeschichte wie Experimentalfilme von Oskar Fischinger und Norman McLaren bis zu aktuellen VJs und Musikvideo-Regisseuren exponierte Arbeiten vor, in denen Ton und Bild in einen expliziten Dialog treten.
12.30h – 13.30h
Mittagspause
13.30h – 14.15h
Vortrag von Sabine Schouten: Gespür der Sinne – Zur atmosphärischen Wahrnehmung inszenierter Situationen
Dr. Sabine Schouten studierte Theaterwissenschaft und Neuere deutsche Literatur in Erlangen und Berlin. Von 2002 bis 2006 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Sfb „Kulturen des Performativen“ der FU Berlin. Bereits von 1999 bis 2002 arbeitete Sabine Schouten bei der Berliner Zeitung und ist seit 2007 erneut im journalistischen Bereich tätig (Agentur Raufeld Medien).
Anhand konkreter Beispiele aus den Bereichen Theater, Performance und Installation untersucht der Vortrag Varianten ihrer wirkungsästhetischen Funktion und fragt zugleich nach den speziellen Bedingungen ihrer Wahrnehmung im Verhältnis von Semiotizität und Intersensorialität sowie Präsenz und Repräsentation.
14.15h – 15.00h
Lecture von Silke Z. „sweded – Das Leben als Kopie“ – Lecture Performance
Silke Z. studierte u.a. zeitgenössischen Tanz am European Dance Development Center in Düsseldorf und Arnheim/NL. Sie gründete die Gruppe resistdance in Köln und tourt mit ihren Produktionen international. In ihren Arbeiten sucht sie interdisziplinäre Zugänge zu Themen wie Authentizität und emotionaler Qualität von Bewegung. Dominik Siebel studierte Kommunikationsdesign in Würzburg und imRahmen eines Postgraduiertenstudiums in Köln an der Kunsthochschule für Medien. Er arbeitet in unterschiedlichen Formaten wie Spielfilm, Fotografie undinstallativen Arbeiten und war u.a. bei der ArtCologne und der Videonalevertreten.In ihrer Lecture Performance erläutern die Choreografin Silke Z. und derFilmregisseur Dominik Siebel den theoretischen Hintergrund und dieArbeitsprinzipien des Stücks „sweded – Das Leben als Kopie“ und stellen einzelne Szenen vor, in denen sie eine enge Verschränkung von filmischer undperformativer Ebene inszenieren.
15.00h – 15.30h
Kaffeepause
15.30h – 16.45h
Lecture von Christiane Berger Tanz wahrnehmen – Bewegungslogik
und Sinngenerierung
Dr. Christiane Berger studierte Theaterwissenschaft und Philosophie und promovierte in Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Sie arbeitete u.a. als Dramaturgin und Choreografin bei zahlreichen Theater- und Tanzproduktionen mit und ist seit 2008 Dozentin am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT).
Am Beispiel des Choreografen Saburo Teshigawara und an der Lecture Performance von Silke Z. arbeitet der Vortrag die Besonderheit einer Wahrnehmung heraus, die sich an einer eigensinnigen Logik von (Körper-)Bewegung orientiert.
16.45h – 18.00h
Podiumsdiskussion
20.00h
Richard Siegal/The Bakery (FR/DE) „HOMO LUDENS” Zeitgenössischer Tanz & Multimedia
Kontakt
Henrike Kollmar, Dramaturgin
tanzhaus nrw
Erkrather Straße 30
40 233 Düsseldorf
tel + 49 (0)211 17 270-73
fax + 49 (0)211 17 270-17
hkollmartanzhaus-nrwde
Katharina Kelter, Projektmitarbeiterin
Institut für Medien- und Kulturwissenschaft
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Universitätsstr. 1
40225 Düsseldorf
tel + 49 (0) 211 - 81 12135
katharina.kelteruni-duesseldorfde
Weitere Informationen zum Festival TEMPS D‘IMAGES sind auf der Homepage des tanzhaus nrw zu finden (hier)