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Doreen Hartmann/Inga Lemke/Jessica Nitsche (Hg.)
Interventionen. Grenzüberschreitungen in Ästhetik, Politik und Ökonomie
Interventionen treten in unterschiedlichen ästhetischen und gesellschaftspolitischen Bereichen auf. Sie scheinen daher weniger im Sinne einer künstlerischen oder politischen Gruppenbildung beschreibbar, als im Kontext einer globalen Gegenbewegung zum fortschreitenden Neoliberalismus sowie zum etablierten Kunstbetrieb. Ursprünglich ein militärischer und auf das Vermitteln und Eingreifen in (krisenhafte/n) Situationen bezogener Begriff, versammelt Intervention vergleichbare, zugleich heterogene und ausdifferenzierte Formen künstlerischen Handelns.
Der Band Interventionen. Grenzüberschreitungen in Ästhetik, Politik und Ökonomie fragt vor dem Hintergrund der aktuellen Thematisierung des Politischen nach einer Neuverortung der Kunst, nach deren Handlungsspielräumen, Grenzen und neuen Schauplätzen. Dies erfordert zugleich eine historische Kontextualisierung und Re-Evaluierung (neo)avantgardistischer künstlerischer Praxen wie auch eine Neubewertung der historischen Vorläufer der interventionistischen Bewegung.
Der Band führt Positionen von WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen und liefert damit eine aktuelle Standortbestimmung und Bestandsaufnahme der Interventionen an den Grenzen von Kunst, Politik und Ökonomie.
(*Der Band geht zurück auf ein Symposium an der Universität Paderborn, gefördert durch die Volkswagenstiftung, für weitere Informationen sowie MP-3 Dateien der Vorträge siehe: http://www.symposium-interventionen.de/interventionen/thema/)
Wilhelm Fink Verlag, 1. Aufl. 2012, ca. 270 Seiten, kart., ca. EUR 36.90 / CHF 49.90
ISBN: 978-3-7705-5283-2
Jessica Nitsche/Nadine Werner (Hg.)
Populärkultur, Massenmedien, Avantgarde 1919-1933
Was die Weimarer Kultur auszeichnet, ist ihre starke Ambivalenz. Während einerseits ein Trend zur Demokratisierung und neue, innovative Entwicklungen die Kultur- und Medienlandschaft prägen, zeigen sich andererseits Unstimmigkeiten zwischen Theorie und Praxis, staatliche Kontrollmechanismen werden sichtbar und längst überholte Wertvorstellungen verstecken sich im unterhaltsamen Gewand der Populärkultur. Doch ist das künstlerisch-intellektuelle Klima zwischen 1919 und 1933 tatsächlich so innovativ und sind die Produkte der Alltags- und Massenkultur wirklich so konservativ? Wo wird die Avantgarde affirmativ, wo die Populärkultur politisch? Diese Fragen und Ambivalenzen bearbeitet der Band in theoretischen Reflexionen und Analysen ausgewählter Beispiele aus dem Bereich der Avantgarde wie auch der Populärkultur und mit besonderem Fokus auf deren Schnittstellen in Rundfunk, Film, Fotografie, Theater und Literatur. Er bietet damit einen neuen medienarchäologischen Blick auf die Kultur der Weimarer Moderne.
(*Der Band geht zurück auf eine Tagung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, gefördert durch die DFG; Tagungsbericht siehe:
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=2916&view=pdf)
Wilhelm Fink Verlag, 1. Aufl. 2012, ca. 400 Seiten, kart., ca. EUR 52.00 / CHF 69.50,
ISBN: 978-3-7705-5278-8
Reinhold Görling (Hrsg.)
Die Verletzbarkeit des Menschen
Folter und die Politik der Affekte
Folter muss heute als eine beabsichtigte Traumatisierung verstanden werden. Gezielt nutzt sie das aus, was Gesellschaften möglich macht: die basale Offenheit und Verletzbarkeit des Menschen. In ihrer Verweigerung von Empathie zielt ihre Gewalt darauf, Affekte auszulösen, die nicht mehr sozial gebunden werden können. So kettet sie die Betroffenen dauerhaft an sich.
Diese gewaltsame Politik der Affekte betrifft nicht nur die Opfer und die Täter, sondern alle Gruppen der Gesellschaft. Zugleich sichtbar und abgespalten, offenbart und verleugnet, schreibt sie sich in die Phantasie ein. Die Gegenwart der Folter ist nicht nur die Zukunft vergangener Gewalt, sie wirkt auch in die Gegenwart zukünftiger Gesellschaften.
Inhaltsverzeichnis
Wilhelm Fink Verlag, 1. Aufl. 2011, 261 Seiten, kart., EUR 29.90 / CHF 41.90
ISBN: 978-3-7705-5145-3
Olbrisch, Annika / Handel, Lisa / Förster, Desiree / Görling, Reinhold (Hrsg.)
Im Kontinuum der Bilder
VJing als Medienkunst im interdisziplinären Diskurs
Reihe: Düsseldorfer Schriften zu Kultur und Medien - Band 2
Dieser Band vereint die Beiträge einer Tagung zur Bedeutung der VJ-Performance für die Medienkunst. Im Austausch mit Künstlern und Kulturwissenschaftlern werden Erkenntnisse über die interdisziplinäre Bedeutung des VJings für Wahrnehmungsforschung, technologische Arbeitsprozesse und Kunst im öffentlichen Raum diskutiert. Wie wirken die in Echtzeit generierten Club-Visuals auf das Publikum? Was sagt dies über Bildwahrnehmung aus? Was bedeuten technische Bilder für unsere Auffassung von Kunst? Diese und weitere Überlegungen werden an ausgewählten Künstlerbeispielen nachvollzogen.
Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2011. 103 S., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-631-60486-1 geb.
Dieckmann, Bernhard / Malmede, Hans / Ullmann, Katrin (Hrsg.)
Identität - Inszenierung - Bewegung
Reihe: Düsseldorfer Schriften zu Kultur und Medien - Band 1
Identität - Inszenierung - Bewegung versammelt Dissertationsprojekte und Beiträge von wissenschaftlich bereits etablierten Autoren. In der Mehrzahl aber handelt es sich um Aufsätze, die aus Abschlussarbeiten des integrativen Bachelorstudiengangs Medien- und Kulturwissenschaft hervorgegangen sind. Die in solchen Arbeiten steckenden «Entdeckungen» finden selten Eingang in einen wissenschaftlichen Diskurs. Der vergessenden Archivierung will dieses Buch entgegenwirken. Identität - Inszenierung - Bewegung sind die Koordinaten, um die sich die Beiträge in variierenden Kontexten weiträumig drehen. Dabei zeigt sich eine Vielfalt von medien- und kulturwissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit aktuellen Themen, die zugleich Ausblicke auf kommende Forschungslandschaften zu eröffnen versprechen.
Inhaltsverzeichnis
Peter ang Verlag, Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2010. 290 S.
ISBN 978-3-631-59457-5 geb.
Jucquois-Delpierre, Monique (ed./Hrsg./éd.)
Female figures in art and media
Frauenfiguren in Kunst und Medien
Figures de femmes dans l'art et les médias
Diese Studie veranschaulicht die Arbeit mehrerer Jahre über das Bild und die Genrebilder von Frauen. Sie zeigt, wie die Frau und das Genre erzählt oder beschrieben werden, welche Mythen oder Allegorien (Eva, Antigone oder Aschenputtel) seit Jahrhunderten in der Kunst, der Literatur und den Medien ständig überarbeitet und umgestellt werden. Zwei Denkansätze leiten den Leser/Zuschauer durch die mehrdeutigen Figuren und Konzepte des Weiblichen oder Männlichen. Der erste ist wissenschaftlich gängig und textuell, der zweite Ansatz ist visuell, spannt einen sensiblen Faden zwischen Wissenschaft und Kunst und erlaubt, neue menschliche und künstlerische Formen bzw. Wechselwirkungen auszuprobieren.
Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2010. 356 pp., 87 ill., ISBN 978-3-631-60060-3 hb.
Reinhold Görling, Timo Skrandies, Stephan Trinkaus (Hg.)
Geste
Bewegungen zwischen Film und Tanz
Reihe Medienkulturanalyse
Die Geste macht den Körper – für sich und für andere – wahrnehmbar, ohne dass ein narrativer Zusammenhang bestehen muss. Sie ist eine direkte Adressierung, eine unmittelbare Theatralisierung des Körpers, ein Im-Medium-Sein.
Kino und Tanz sind Künste, die von dieser pränarrativen Präsenz des Körpers und seiner Bewegung bestimmt sind. Die Beiträger/-innen dieses Bandes gehen diesem Zusammenhang und der gegenseitigen Bezogenheit der Künste nach.
Inhaltsverzeichnis
transcript Verlag, 2009, 300 S., kart., zahlr. Abb., 29,80 €
ISBN 978-3-89942-918-3
Dirk Matejovski (Hrsg.), Marcus S. Kleiner (Hrsg.), Enno Stahl (Hrsg.)
Pop in R(h)einkultur
Oberflächenästhetik und Alltagskultur in der Regionlieferbar
Pop ist in aller Munde. Man spricht von Pop-Musik, Pop-Stars, Pop-Kultur, Pop-Kritik, Pop-Philosophie, Pop-Literatur, Pop-Journalismus, Pop-Art, Pop-Visionen, Pop-Fans, Pop-Generation und vielem mehr. Die Frage, wann etwas anfängt und wann etwas aufhört, Pop zu sein, fällt bis heute schwer. Das Buch setzt eines Zäsur in der Auseinandersetzung mit der deutschen Pop-Kultur. Erstmals wird über Popkultur nicht im Duktus des Allgemeinen gesprochen, sondern Popkultur als Kultur einer Region dargestellt. Dieser Neuansatz zeigt, dass Popkultur erst in spezifischen lokalen Milieus zu einer konkreten, sinnlich erfahrbaren Wirklichkeit wird. Popkulturelle Codes sind unmittelbar an den Alltag gebunden und drücken sich als Lebensform bzw. Lebensstil aus. Solche Ausdrucksweisen lassen sich in einem räumlich begrenzten, auf konkrete Punkte (Clubs, Veranstaltungsorte, Autoren etc.) fokussierten Feld besser und detailgenauer erfassen. Der Band bezieht die Entwicklungslinien populärer Kulturen im Rheinland nach und stellt die Interferenzen zwischen E- und U-Kultur dar.
Inhaltsverzeichnis
Klartext Verlag, erschienen am 17.07.08, 268 Seiten, 19,95 €
ISBN: 978-3-8375-0005-9
Stephan Trinkaus
Blank Spaces
Gabe und Inzest als Figuren des Ursprungs von Kultur
Reihe Medienkulturanalyse
Die »blank spaces on the earth« (Joseph Conrad), die unbetretenen, unentdeckten Räume unserer Welt, fordern unsere Fantasie heraus, den Wunsch, sie zu betreten, sie zu füllen. Diese weißen Flecken lassen sich jedoch nicht mit den herkömmlichen Mitteln des Reisens aufsuchen. Gabe und Inzest sind kulturelle Figuren, die den Versuch bezeichnen, dieser 'Leere' eine Form zu geben, sie in die Koordinaten der kulturellen Ordnung zu überführen. Von dieser zugleich unmöglichen und unabschließbaren Bewegung aus versucht der Band, den Bedingungen der Prozessualität von Kultur überhaupt auf die Spur zu kommen.
Inhaltsverzeichnis inklusive Leseprobe
transcript Verlag, 2005, 350 S., kart., 28,80 €
ISBN 978-3-89942-343-3
Vittoria Borsò und Reinhold Görling (Hg.)
Kulturelle Topografien
Die Vorstellungen über Räume und Orte und über ihr Verhältnis zu den Dingen und den Subjekten, wie sie im europäischen Rahmen seit dem 19. Jahrhundert Geltung beanspruchten, haben ihre Selbstverständlichkeit verloren. Räume können nicht mehr wie Behälter gedacht werden, die unabhängig von dem sind, was in ihnen ist oder sich vollzieht. Ebenso wenig aber können Dinge und Subjekte in ihrer Existenz oder gar Identität losgelöst werden von den Orten, an denen sie zur Erscheinung kommen. Blicke-Inszenierungen, Grenzen-Schwellen, Orte-Emergenzen sind die Stichpunkte und Spannungsverhältnisse, unter denen in diesem Band kulturelle Topografien untersucht und geschrieben werden.
Inhaltsverzeichnis
Metzler-Verlag, Stuttgart, 2004, 447 Seiten