Teamprojekt: Kunst@Targobank

Ein Ausstellungsprojekt entstanden aus einer Kooperation des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Düsseldorf und der Targobank.
Team: Daniel Cremer, Björn Meiworm und Ina Thiesies
Laufzeit: Februar - Juni 2011 und September 2012
Finanzwelt und Kunst – ein ungleiches Paar. Auf den ersten Blick erkennt man viele Gegen-sätze, doch nur wenige Gemeinsamkeiten. Dabei kaufen viele Banken, Versicherungen und Industrieunternehmen seit jeher Kunst, um ihre Räumlichkeiten damit auszustatten – manche sogar, um eine eigene Sammlung aufzubauen. So auch die Düsseldorfer TARGOBANK und ihre Vorgängergesellschaften.
Das Ziel des Teamprojektes Kunst@TARGOBANK war die Entwicklung eines umsetzbaren Konzeptes, was mit diesem Bestand an Kunstwerken geschehen solle und wie ein optimaler Nutzen für die TARGOBANK zu erreichen sei. Weitere Nebenziele waren die Anfertigung eines Bestandskataloges als Arbeitsgrundlage für zukünftige Projekte und Neuinventarisie-rungen und die Konzeption einer unternehmensinternen Ausstellung.
Also galt es zunächst, die vorhandenen Kunstbestände des Unternehmens und seiner Vorgän-gergesellschaften (KKB, Citibank) zu sichten, umfassend zu dokumentieren sowie Hinter-grundinformationen zu den einzelnen Objekten zu beschaffen – echte Detektivarbeit. Dazu fertigten wir einen Katalog der vorhandenen Werke an, der neben einem Foto des Objektes unter anderem Titel, Autor, Datierung, Maße, eine Kurzbeschreibung sowie Angaben zum momentanen Zustand und eventuell zu ergreifenden Maßnahmen erfassen sollte.
Nicht jedes Kunstwerk ließ sich dabei gleich erschließen. Oftmals blickten wir ratlos auf un-datierte, namenlose Werke und versuchten unleserliche Signaturen zu entziffern. Doch unser kunsthistorisches Handwerkszeug half uns auch diese Bilder zu identifizieren. Wir betrieben Stilvergleiche, eine intensive Internet- und Bibliotheksrecherche, besuchten regionale Kultur-institutionen und nahmen telefonisch, schriftlich oder auch persönlich Kontakt zu örtlichen, nationalen und internationalen Galerien, Kunsthändlern, Rahmenmachern, Archiven sowie einzelnen Künstlern bzw. deren Nachlassverwaltern und Hinterbliebenen auf.
Über das Projekt ARTresearch des kunsthistorischen Instituts der Heinrich-Heine-Universität erhielten wir zudem Zugriff auf Auktionsdatenbanken (z.B. Artprice), sodass wir auch den ungefähren Verkaufswert einzelner Objekte abschätzen konnten.
Ausgehend von unseren so gewonnenen Erkenntnissen konnten wir der TARGOBANK schließlich ein Konzept vorlegen, das einerseits auf den Verkauf einzelner Kunstwerke abziel-te, andererseits Leihgaben an die Museen der Region vorsah. Ein Teil der vorhandenen Bilder sollte zukünftig auch weiter als Raumausstattung genutzt werden.
Abschließend wählten wir aus dem erstellten Bestandskatalog ausstellungswürdige Werke aus. Die fertige Ausstellung sollte anhand repräsentativer Einzelwerke einen Querschnitt durch den vorhandenen Kunstbestand geben und dabei einen Eindruck von den bisherigen Sammlungsschwerpunkten vermitteln. Für die Eröffnung der Ausstellung konnten wir die in Düsseldorf und Flagstaff (Arizona) lebende Künstlerin Ulrike Arnold gewinnen, die mit ihrer quirligen, offenen Art und exklusiven Einblicken in ihre Arbeit begeisterte. Durch die Ausstellung führte ein hierzu eigens von uns konzipiertes Begleitheft und natürlich standen auch wir selbst allen Interessierten gerne Rede und Antwort.









