INSTITUT FÜR KUNSTGESCHICHTE

Die Kolloquiums-Prüfungen: Häufig gestellte Fragen

Müssen beide Kolloquiums-Prüfungen innerhalb des ersten Studienjahres absolviert werden?

Nicht zwingend.
Die zweiteilige Kolloquiums-Prüfung (Mittelalter/Neuzeit) ersetzt die gewissermaßen die umfassende Abschlussprüfung des ausgelaufenen Magister-Studiengangs Kunstgeschichte. Der exemplarische Studienverlaufsplan für den Master-Studiengang sieht die Masterkolloquien zu Einübung berufsrelevanten Allgemeinwissens zwar für das 1. und 2. Fachsemester vor. Letztlich entscheiden die Studierenden jedoch selbst, ob sie die beiden Prüfungen an den Beginn oder an das Ende ihres Master-Studiums stellen möchten.

Ist es sinnvoll, beide Prüfungen innerhalb eines Semesters zu abzulegen?

Auch das liegt im Ermessen der Studierenden.
Grundsätzlich wird jedoch empfohlen, die Prüfungen in zwei aufeinander folgenden Semestern zu absolvieren.

Was ist Gegenstand der Prüfungen?

Abgefragt werden insgesamt rund 1892 Werke aller Gattungen von besonders hoher kunsthistorischer Relevanz – 766 davon aus dem Bereich der spätantiken und mittelalterlichen Kunstgeschichte, 1126 aus den Bereichen Neuzeit und Moderne.
Die Zusammenstellung der Bilder basiert auf der Werkauswahl der Propyläen Kunstgeschichte (Bd. 5-12 sowie Supplement-Bd. 1+2, Präsenzexemplare in der ULB vorhanden). Der zu lernende Werkkanon ist durch zwei Leitfäden schriftlich festgelegt (siehe rechte Seitenspalte).

Worauf zielen die Prüfungen ab?

Sinn und Zweck der Prüfungen bzw. der damit verbundenen Prüfungsvorbereitung ist es, dass die Studierenden sich einen Grundstock kunsthistorisch bedeutsamer Werke aller Gattungen, Epochen und Stile aneignen und sich somit ein breites Überblickswissen erarbeiten. Als "Landmarken" sollen die bekannten Beispiele den Studierenden in ihrem Studien- und Berufsalltag u.a. helfen, auch unbekannte Werke zeitlich und stilistisch korrekt zu verorten.

Wie muss man sich die Prüfungssituation vorstellen?

Die Kolloquiums-Prüfungen sind mündliche Abfragen und dauern durchschnittlich zwanzig Minuten.
Gezeigt werden Bilder (digital oder auf Papier), zu denen dem Prüfling Fragen gestellt werden. Es gelten die in der Prüfungsordnung der Philosophischen Fakultät festgehaltenen allgemeinen Vorgaben für mündliche Abschlussprüfungen.

Wie werden Fakten- und Überblickswissen in der Prüfung gewichtet?

Ob der Schwerpunkt der mündlichen Prüfung eher auf der Abfrage von reinem Faktenwissen (Was? Von wem? Wann? Wo?) oder der Wiedergabe von Überblicks- und Hintergrundinformationen liegt, ist von Prüfer zu Prüfer und von Prüfung zu Prüfung unterschiedlich. Auch kann die Prüfungskandidatin/der Prüfungskandidat den Verlauf der Prüfung bis zu einem gewissen Grad selbst durch die Wahl ihrer/seiner Antworten lenken – wie bei jedem anderen mündlichen Test.
Es empfiehlt sich aber, nicht ausschließlich die Bilddaten auswendig zu lernen, sondern sich darüber hinaus auch mit den Zusammenhängen der Werke zu beschäftigen. Blackouts während der Prüfung lassen sich so leichter vermeiden. Denn wer die genaue Datierung oder Herkunft eines Werkes vergessen hat, kann sich z.B. anhand von Vergleichsbeispielen oder Epochenwissen an das gezeigte Bild herantasten.
Gefordert ist jedoch nicht die wissenschaftliche Vertiefung (konzentrieren Sie sich nicht zu stark auf eine Gattung/Epoche/Stilrichtung!), sondern die Anreicherung des Bildgedächtnisses.

Werden ausschließlich Bilder aus dem Werkkanon abgefragt?

Nein.
In den entsprechenden Leitfäden heißt es:

" (...) sind im folgenden die Kunstwerke angeführt, bei denen es sich besonders lohnt, sie sich einzuprägen.
In der Regel werden ungefähr zwei Drittel der Prüfungsfragen mit den im folgenden genannten Werken in Verbindung stehen."

Es können also auch Bilder von Werken gezeigt werden, die nicht den Kanon-Listen oder der Gesamtauswahl der Propyläen Kunstgeschichte entnommen sind. Natürlich gelten für die Abfrage dieser Werke innerhalb der Prüfung andere Maßstäbe.

Welche Lernstrategie ist die richtige für die Prüfungsvorbereitung?

> Faktenwissen

Für das Auswendiglernen der Werke aus den Propyläen empfiehlt es sich, eine Lernkartei anzulegen – klassisch, mit Hilfe handgeschriebener Karteikarten oder anhand spezieller Lernprogramme für PC und Mac.
Ein solches Programm ist beispielsweise

Phase-6
Entwickelt als Vokabeltrainer eignet sich das Programm auch, um statt Fremdsprachen Bilder auswendig zu lernen. Wie bei einer klassischen Lernkartei werden die selbsterstellten virtuellen Karteikärtchen je nach Lernerfolg unterschiedlichen Kategorien zugeordnet und dementsprechend im Verlauf des Lernprozesses häufiger oder seltener abgefragt.

geeignet für: Windows und Mac OSX, auch online und als App (Cloud-Version in Bearbeitung)
Preis: 19,99 € UVP (14 Tage Demoversion gratis)
www.phase-6.de

Als zusätzliche Hilfestellung für die selbstständige Prüfungsvorbereitung bietet das Institut für Kunstgeschichte seinen Studierenden weiterhin zwei ILIAS-Lernmodule an (Spätantike/Mittelalter: online seit 2012, Neuzeit/Moderne: online ab Mitte 2013).
Die Lernmodule enthalten eine Auswahl der zu lernenden Werke, die kontinuierlich erweitert wird und liefern nicht nur qualitativ hochwertige Abbildungen, sondern auch reichhaltiges Zusatzmaterial. Mit Hilfe eines Selbsttests können die Studierenden jederzeit ihren persönlichen Lernfortschritt überprüfen.
Die Anmeldung bei ILIAS erfolgt über die Uni-Kennung. Die Zugangsdaten für die Module können bei den für die Kolloquien zuständigen Dozenten erfragt werden.

> Überblickswissen

Für die Aneignung des Überblickswissens empfiehlt es sich, einen Blick in die gängigen kunsthistorischen und historischen Standardwerke zu werfen.
Wer die Möglichkeit hat, sollte darüber hinaus versuchen, sich so viele Werke wie möglich vor Ort anzusehen. Erfahrungsgemäß prägen sich Objekte, die man mit eigenen Augen gesehen hat, leichter und dauerhafter ein.

Gibt es konkrete Literaturempfehlungen?

Nein.
Die Studierenden sollen nicht nur bestehende Forschungsmeinungen auswendiglernen und wiedergeben, sondern sich die Gesamtzusammenhänge selbst erschließen. Daher spricht das Institut keine verbindlichen Literaturempfehlungen aus. Selbstverständlich lohnt sich ein Blick in die kunsthistorischen Standardwerke und entsprechende Epochenüberblicke. 

Werkkanon Spätantike/Mittelalter

zum Leitfaden

Werkkanon Neuzeit/Moderne

zum Leitfaden