Ausgehend von dem Befund, dass Gartenkunst seit dem frühen 18. Jahrhundert praktisch wie theoretisch in das System der künstlerischen Gattungen integriert wurde, analysiert die Arbeit die Genese von Gartenkunst als künstlerische Gattung, zeichnet den widerspruchsvollen Prozess ihrer Autonomisierung nach und reflektiert exemplarisch künstlerische Gattungsautonomie als Charakteristikum der Produktions- und Rezeptionsbedingungen von frühneuzeitlicher Kunst. Das Hauptinteresse gilt dem Diskurs zur Gartenkunst zwischen ca. 1600 und ca. 1730. Seine Orte und Kontexte sind zu bestimmen, die Semantik von Gartenkunst zu historisieren sowie sein Anteil an der Gattungsautonomie und an der Professionalisierung der Gattung herauszuarbeiten.
Wenn sich, wie unterstellt, die Autonomisierung der Gattung im 17./18. Jahrhundert im gartenkünstlerischen Diskurs vollzieht, dann muss sich das Verständnis einer eigenständigen Gattung ›Gartenkunst‹ auch auf anderen kulturellen Feldern beobachten lassen. Überprüft werden soll daher, wie sich ein Gattungsverständnis bei der Wahrnehmung und Stilisierung von Gärten in Texten und Bildern niederschlug. Erst diese Analyse der Medien, in denen Gartenkunst jenseits theoretischer Vorgaben zum literarischen bzw. bildlichen Gegenstand wurde, lässt Aussagen darüber zu, ob und inwieweit die in den Theorien zur Norm erhobenen formalen und inhaltlichen Strukturmerkmale allgemein anerkannt wurden und sich durchzusetzen vermochte. Die Arbeit wurde 2010 abgeschlossen und von der Philosophischen Fakultät der HHU als Habilitationsschrift angenommen. Sie erscheint 2012 als Buch.
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