
Hydropneumatisch angetriebene Automaten zählten in den Gartenanlagen des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts zu den Hauptattraktionen. Von Italien, namentlich dem Garten der Medici-Villa zu Pratolino, ausgehend, verbreitete sich diese Mode in ganz Europa einschließlich England. Zu den wichtigsten Vertretern der Automatenkunst in Gartenanlagen ist Salomon de Caus zu zählen, der nicht nur an der Realisierung bedeutsamer Anlagen aktiv beteiligt war (Brüssel, London, Heidelberg), sondern als Traktatautor auch maßgeblich an der Popularisierung technischer und naturwissenschaftlicher Aspekte der Gartengestaltung mitwirkte. Damit steht Salomon de Caus am Beginn einer Professionalisierung und Autonomisierung der Gartenkunst im 17. Jahrhundert, die ihre Stellung im System der Künste entscheidend mit mathematisch-naturwissenschaftlicher Gesetzmäßigkeiten legitimierte. Die Ausstellung "Wunder und Wissenschaft. Salomon de Caus und die Automatenkunst in Gärten um 1600" eröffnete am 17. August 2008 im Museum für Europäische Gartenkunst, Schloss Benrath.
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, herausgegeben von der Stiftung Schloss und Park Benrath in Kooperation mit dem Seminar für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Weitere Infos hier.
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