INSTITUT FÜR KUNSTGESCHICHTE

Quellenprobleme der Gartenkunstgeschichte. Sektion auf dem XXXI. Deutscher Kunsthistorikertag Universität Würzburg, 23.-27. März 2011

Hier der Ausschreibungstext zur Sektion:
Gartenkunst bedarf als kunsthistorischer Forschungsgegenstand auf besondere Weise einer Problematisierung des Quellenbestandes, da es sich bei Gärten um künstlerische Artefakte handelt, denen eine permanente Veränderung und damit einhergehend ein beständiger Substanzverlust eignet. Wie bei keiner anderen Gattung ist die gartenkunsthistorische Forschung und gleichermaßen die Gartendenkmalpflege bereits bei der Konstitution ihrer Gegenstände auf Sekundärquellen angewiesen: Zeichnungen, Gemälde, Druckgraphiken sowie Pläne auf der einen und Textzeugnisse (Garteninventare, Gartenführer, Gartenbeschreibungen etc.) auf der anderen Seite.
In einem hohen Maß fungieren Bilder und Texte in einem solchen Gattungsrahmen nicht nur als Reproduktionsmedien mit stabiler Referenz, sondern auch als Dokumentationsmedien. Bild- und Textmedien sind jedoch von einem Eigenleben bestimmt, normativen Mustern wie Genreansprüchen und funktionalen Erwartungen unterworfen, die den Zeugnischarakter unterlaufen.
Ziel der Sektion ist es, die Auseinandersetzung mit gartenkunsthistorischen Quellen bild- und textwissenschaftlich sowie diskursanalytisch zu fundieren. Erwünscht sind Beiträge, die den spezifischen Quellenwert von bildlichen und textlichen Gartendarstellungen und Gartenkunsttheorien, aber auch von archäologischen Artefakten reflektieren und die als Quellen in Frage kommenden Dokumente kritisch und exemplarisch systematisieren. Die Fokussierung auf kunsthistoriographische Fragen im engsten Sinne soll auch dazu anregen, die oft marginalisierte Gattung Gartenkunst dezidiert als kunsthistoriographisches Themenfeld in Anspruch zu nehmen. Weitere Informationen
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