INSTITUT FÜR KUNSTGESCHICHTE

"ART-RESEARCH & Internationale Künstler- und Ausstellungsdatenbank" (seit 2005)

 

Die Datenbank ART-RESEARCH wurde 2005 am Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und in Kooperation mit externen Informatikern als onlinegestützter und forschungsorientierter Prototyp neu entwickelt. Ihr Datenbestand wird seit 2006 kontinuierlich aufgebaut und umfasst Ausstellungen zeitgenössischer Künstler seit 1960. Erstmals können Künstler- und Ausstellungsdaten systematisch, detailliert und kontextualisiert recherchiert werden. Es ergeben sich Einblicke in das Ausstellungsgeschehen und seine sozialen und ökonomischen Bedingungen. Die Suchparameter erschließen strukturierte Informationen zu internationalen Ausstellungen in Museen, Galerien und Ausstellungshäusern und zur Beteiligung der Künstler, Ausstellungsinstitutionen und Kuratoren.

>> Projektinhalte

Kunstausstellungen – seien sie noch so unterschiedlich organisiert und motiviert – machen Kunst öffentlich. Sie entstehen in Abhängigkeit von künstlerischen Phänomenen, geben Aufschluss über den historischen Stellenwert und die kulturellen Bedingungen künstlerischer Arbeit. In ihnen drücken sich aber auch die jeweiligen  Rahmenbedingungen aus, denen Kunst in der Öffentlichkeit ausgesetzt ist, sei es institutioneller, organisatorischer oder wirtschaftlicher Art.  Nicht zuletzt sind sie Verhandlungsorte für ästhetische, politische wie ökonomische Interessen der Kunstschaffenden, der ausstellenden Einrichtungen und der jeweiligen Ausstellungsbesucher und Kritiker.
Unzweifelhaft berühren Kunstausstellungen auf diese Weise gleichermaßen das Kunstverständnis der Gegenwart wie deren Blick auf die Vergangenheit. Über sie verfestigt sich ein Bild historischer und gegenwärtiger Kunst und Kultur, sie zeitigen Wirkung, geben Aufschluss über die Eigendarstellung der Künstler und die Rezeption von Kunst, wirken auf das Kunstgeschehen und den Kunstmarkt zurück.
Formen und Funktionen der Kunstausstellung sind erheblichen historischen Schwankungen unterworfen. Seit der Entstehung des institutionalisierten Kunstausstellungswesens, seit den Akademie-Ausstellungen, großen Kunst- und Gewerbeschauen, Weltausstellungen, in denen Kunst sukzessive einem immer weiteren Interessentenkreis zugänglich gemacht wurde, hat sich nicht nur jeweils das Bild der ausgestellten Kunst und Kunstschaffenden gewandelt. Auch die Strategien der öffentlichen Präsentation von Kunst haben sich erheblich verändert. Insbesondere in Nordrhein-Westfalen etablierten sich mit einer an den Beginn des 19.
Jahrhunderts zurückreichenden Ausstellungsgeschichte grundlegende Strukturen für das moderne Ausstellungswesen. Sie sind noch heute vor allem im Bereich der Sammlung und Präsentation von Gegenwartskunst, aber auch in den Verbindungen von Kunst und Wirtschaft in der Region sichtbar.
Jüngste Entwicklungen im zunehmend internationalisierten Ausstellungswesen deuten ein neues Verständnis der Kunstausstellung an: Es dokumentiert sich u.a. in neuen Träger- und Finanzierungsmodellen (PPP) oder auch veränderten Konzepten der Besucher- und Rezeptionsorientierung (Event-/ Lifestylekultur). Diese tragen wesentlich zur Popularisierung von Kunst und Ausstellung auch in den Medien bei. Museen und Ausstellungshallen sind an diesen Prozessen ebenso beteiligt wie die Ausbildungsstätten/ Kunstakademien und Fördereinrichtungen, aber auch Galerien, freie Ausstellungsentwickler oder Consulter, also jene Kunstvermittler, deren Ziele in der marktorientierten Präsentation und Verbreitung von Kunst liegen.
Die Datenbank ART-RESEARCH widmet sich im historischen Rückblick gerade diesen jüngeren Entwicklungen im Ausstellungsgeschehen: Das zeitliche Spektrum des Dokumentationsprojekts richtet sich auf die Ausstellungsgeschichte von 1960 bis heute – einen Zeitraum, der die Ausstellungen moderner Kunst bis Gegenwartskunst ebenso einschließt wie die etwa seit 1930 geborene Künstlerschaft, die in diesem Zeitraum ausgestellt wurde. Damit entsteht eine bislang einzigartiger, vernetzter Datenbestand: Ziel ist die detaillierte Dokumentation temporärer Ausstellungen seit Mitte des 20.
Jahrhunderts, also nicht nur die übliche Listung von Ausstellungen ohne Künstlerreferenz, sondern die Bereitstellung und Auswertung vernetzter Informationen zu Künstlern und Ausstellungen sowie allen relevanten Ausbildungs- und Verbreitungsinstitutionen von Kunst.
Für den genannten Zeitraum werden damit zum ersten Mal international ausgerichtete Ausstellungs- und Künstlerrecherchen möglich, die weit über die derzeit verfügbaren Informationen zum Ausstellungswesen hinausgehen. Für Wissenschaft, Museen und den gesamten Kunsthandel erschließen sich neue Informationsquellen auf unterschiedlichen Rechercheebenen. Tatsächlich klafft – trotz üppiger Literatur zu speziellen Aspekten oder Zeiträumen des Ausstellungswesen und fast jährlich neu entstehenden Ausstellungsübersichten im www – gerade auf diesem Feld eine erhebliche (va. digitale) Dokumentationslücke: Die gezielte Recherche aktuell laufender Ausstellungen ist heute zwar über vornehmlich kommerzielle Portale möglich. Dennoch fehlen in diesem Bereich gesicherte Informationen, die über die Benennung eines Ausstellungstitels oder -dadatums hinausgehen und Auskunft über künstlerische, kunstpolitische und marktorientierte Prozesse innerhalb des Ausstellungswesens geben. Dieser Informations- und Forschungslücke begegnet das Projekt ART-RESEARCH mit der gezielten Erfassung relationaler Daten zu Künstlern und Ausstellungen sowie einem umfangreichen Fundus an Quelldaten zu allen am Ausstellungsgeschehen beteiligten Einrichtungen.
Konkret erfasst die Datenbank ausgestellte Künstler, Ausbildungs- und Lehreinrichtungen, Ausstellungstypen, Themen, Orte und Ausstellungspublikationen ebenso wie Kuratoren und Trägerinstitutionen. Sie ermöglicht zukünftig Schnellrecherchen zu Ausstellungen und ausgestellten Künstlern, wird aber darüber hinaus am Institut für Kunstgeschichte der HHU Düsseldorf auch forschungsorientiert eingesetzt. Thematische Schwerpunkte bilden hier Fragen nach der historischen Entwicklung des Ausstellungsgeschehens und seiner zeitgeschichtlichen Bezüge, zu Erscheinungs-, Funktionswandel und Internationalisierung, zur öffentlichen Debatte um die Institution ‚Ausstellung‘ u.a. in Kunstkritik und Künstlerbiographik, zu Fragen des  internationalen Künstleraustausches im Medium der Ausstellung.

>> Projektarbeit

ART-RESEARCH ist als feste Forschungseinrichtung am Institut für Kunstgeschichte der HHU konzipiert und über Drittmittel finanziert. Die wissenschaftliche Recherche wie auch der Austausch mit externen WissenschaftlerInnen, Galerien- und Museumsvertretern, Kuratoren und Verbänden bilden die Voraussetzung für die kontinuierliche Erweiterung des Datenbestands. Die Projektarbeit wird überdies von Lehr- und Vortragsveranstaltungen zur Geschichte des Ausstellungswesens begleitet. Die Forschungsergebnisse werden durch das Institut für Kunstgeschichte der HHU Düsseldorf veröffentlicht. Als Instrument der Einzelrecherche wird die Künstler- und Ausstellungsdatenbank ART-RESEARCH zukünftig via Internet genutzt werden können.

>> Projektleitung

Prof. Dr. Andrea v. Hülsen-Esch

>> Koordination

Dr. Nadine Oberste-Hetbleck

>> Projektmitarbeit

Bernhard Jansen M.A. und Sandra König

>> Kontakt

Heinrich-Heine-Universität, Institut für Kunstgeschichte, Projekt ART-RESEARCH, Prof. Dr. Andrea v. Hülsen-Esch, Universitätsstr. 1 /
Geb. 23.32 / E04, 40225 Düsseldorf
T  (0211) 8 11 20 80, F  (0211) 8 11 27 01
huelsen-eschphil-fak.uni-duesseldorfde

Ansprechpartner

Bernhard Jansen M.A.

B. Jansen M.A.

Art Research

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