„Krieg & Utopie“ – Kunst, Literatur und Politik im Rheinland nach dem Ersten Weltkrieg

Als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ markierte der Erste Weltkrieg einen existenziellen Einschnitt, den Künstler und Schriftsteller als brutale Vertreibung aus dem Paradies empfanden. Das Spektrum der kulturellen und intellektuellen Verarbeitung als einer auch regionalen Gedächtnis- und Erinnerungsgeschichte lässt sich besonders gut im politisch stark betroffenen Rheinland verfolgen, das sich zum Sammelbecken utopistischer Bestrebungen entwickelte. Diese geschichts- und symbolträchtige Kulturlandschaft suggerierte Kontinuität und bot zugleich das Potenzial für einen Neubeginn.Die Fokussierung der Ausstellung auf die reiche und lebhafte kulturelle rheinische Szene ist nicht nur als exemplarischer Blick auf die Kriegsthematik zu verstehen, sondern soll die Bandbreite der Verarbeitungsstrategien, ihre Impulse und Widersprüche andeuten. In der Bunkerkirche (Düsseldorf-Heerdt) mit ihrer spezifischen Räumlichkeit verdichtet sich das Spannungsgefüge künstlerischen Rückblicks in die Brutalität des Krieges bei gleichzeitiger Suche nach Überwindung des apokalyptischen Ereignisses aus dem Geist der Utopie.
Die interdisziplinär erarbeitete Ausstellung präsentiert nicht nur bekannte rheinische Künstler in einem neuen Kontext, sie zeigt auch die Dominanz und Vielfalt künstlerischer Lösungen, die erstmals unter diesem Aspekt gezeigt werden. Ein Kolloquium am 30.06. und 01.07. und ein umfassender interdisziplinärer Begleitband runden das Spektrum des Themas ab.
Das Projekt ist eine Gemeinschaftsproduktion des Lehrstuhls für Neuere Geschichte (Prof.Dr. Gerd Krumeich), des Instituts "Moderne im Rheinland" (Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann), des Kunstvereins Kunstort Bunkerkirche e.V. und des Seminars für Kunstgeschichte.
Beteiligte: PD Dr. Jürgen Wiener, Dr. Stefanie Muhr
Eröffnung der Ausstellung im Kunstort Bunkerkirche: 08.06.06, 19.30h
Kolloquium: 30.06.06 und 01.07.06 im Heine-Institut, Bilker Straße
