KOMMUNIKATIONS- UND MEDIENWISSENSCHAFT

Medien – Alltag – Identität

Medien durchziehen den Alltag. Sie dienen als Instrument der alltagspraktischen Orientierung für Beruf, Haushalt und örtliche Lebensführung. Medien liefern darüber hinaus Stoff für das Alltagsgespräch – über Politik, prominente Zeitgenossen oder paradigmatische Lebensgeschichten. Sie sorgen schließlich für Entspannung und Unterhaltung durch das tagträumerische Mitleben in fiktiven Geschichten.

Die präzise Analyse dieser alltagsweltlichen Funktionen muss mehrere Dimensionen klären:

  • Wie wirkt sich die Struktur des Alltags – Art und Dauer der Berufstätigkeit, die soziale Zusammensetzung des Haushalts, die ländliche oder städtische Wohnumgebung – auf die Wahl von Medien und die Art ihres Gebrauchs aus?
  • Wie hängen die Form der Lebensführung – in Abhängigkeit von Alter, Bildung, Berufsstatus und Geschlecht – und das Medienrepertoire sowie die Motive der Mediennutzung zusammen?
  • Wie stärkt und stützt, was Menschen aus den Medien aufnehmen, ihre soziale Identität? Was tragen Informationen zum Selbst-Bewusstsein bei? Was hat das emotionale Erleben mit Medienfiguren und –geschichten mit der Identität der Rezipienten zu tun?

Fragestellungen für Arbeiten, die sich mit diesen Analyseaufgaben auseinander setzen, können sein:

  • Wie informieren sich Menschen in leitender beruflicher Position und wie Arbeitnehmer in abhängigen Positionen ohne Gestaltungsspielraum? Was machen sie jeweils mit den medialen Informationen? Wie beziehen sie diese Informationen auf ihren Alltag?
  • Welche Rolle spielen Medien in stark reglementierten sozialen Kontexten wie beispielsweise in Gefängnissen?
  • Was vergnügt Fans von Real-Life-Shows wie „Big Brother“ oder „Ich bin eine Star – holt mich hier raus!“? Was hat das Vergnügen mit ihrem Selbstbild zu tun?
  • Wie nutzen Migranten Medien als Mittel der Orientierung in der neuen gesellschaftlichen Umgebung? Welche Bedeutung haben Medien dafür, die Verbindung zur Herkunftsgesellschaft zu erhalten? Welche Merkmale der sozialen Lage von Migranten haben Einfluss darauf, wofür Medien genutzt werden?

Theoretische Grundlagen: Alltagstheorie des Mediengebrauchs, handlungstheoretische Rezeptionsforschung, Cultural Studies, Persönlichkeitspsychologie, Medienpsychologie. 

Methoden: Sekundäranalysen (Media Analyse, Telemetrie), Leitfadeninterviews, teilnehmende Beobachtung.

 

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