KOMMUNIKATIONS- UND MEDIENWISSENSCHAFT

Forschung

Identifikation unsystematischer Antworttendenzen
In einem Projekt zur Datenqualität bei Onlinebefragungen (gemeinsam mit den Professoren Küchenhoff (Statistik) & Christina Peter (IfKW) der LMU München) wird die Erfolgsquote verschiedener statistischer Verfahren zur Identifikation von Befragten mit unsystematischen Antworttendenzen untersucht. Ziel ist es, einen „Goldstandard“ zur Identifikation von Befragten mit unsystematischen Antworttendenzen zu entwickeln. Die Ergebnisse der bisherigen Vorarbeiten wurden auf Kongressen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie sowie der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft vorgestellt. Ziel dieses interdisziplinären Forschungsprojekts ist es, einen Beitrag zur Identifikation von Befragten zu leisten, die den Fragebogen mit falschen Angaben ausgefüllt haben.
Link zur pdf der Züricher Präsentation (Link wird nachgereicht)

Statistische Auswertungsverfahren von Datensätzen mit hierarchischen Strukturen
Dieses Projekt soll zu einem besseren Miteinander von ambitionierter Datenerhebung und adäquater Datenauswertung  beitragen. Am Beispiel einer Sekundärdatenanalyse eines Datensatzes eines DFG-Projekts zur Mood-Management-Theorie (Donsbach 1997-2000; DFG-Aktenzeichen Do 323/13-1), konnte die Relevanz des Einsatzes generalisierter linearer Modelle, generalisierter linearer gemischter Modelle und linear gemischter Modelle verdeutlicht werden.

Late Decider im Bundestagswahlkampf 2009
(gemeinsam mit Prof. Reinemann, Dr. Thomas Zerback (LMU-München), Prof. Maurer (FSU Jena), Fördervolumen 57.000 Euro)
Etwa jeder zweite Wähler war im Bundestagswahlkampf 2009 ein Spätentscheider. In den 1960er Jahren haben sich dagegen nur etwa 10 Prozent der Wähler erst im Verlauf der letzten vier Wochen vor der Wahl entschieden. Die Ursachen dieser Entwicklungen werden bereits seit langem diskutiert: Soziale Milieus lösen sich auf, immer weniger Wähler identifizieren sich langfristig mit einer bestimmten politischen Partei, neuere Untersuchungen zeigen zudem, dass auch die Parteibindungen weit weniger stabil sind, als man bislang angenommen hat. Auch wenn sich erst wenige Untersuchungen mit dem Phänomen der späten Wahlentscheidungen befasst haben, kann man konstatieren, dass Spätentscheider ihre Wahlentscheidungen nicht zufällig treffen. Vielmehr wächst das Reservoir derjenigen, die durch politische Informationen im Verlauf eines Wahlkampfes erreicht und bewegt werden können, mit der Zunahme später Wahlentscheidungen an. Empirisch ist gut belegt, dass sich die Wähler im Verlauf eines Wahlkampfs überwiegend aus den Massenmedien, vor allem aus Fernsehnachrichten und Tageszeitungen, informieren. Massenmedien sind aber keine neutralen Vermittler von Informationen, sondern werden durch redaktionsinterne Selektionskriterien und Darstellungsweisen zu eigenständigen Akteuren, die das politische Geschehen selektiv zusammenfassen und unterschiedlich deuten. Weil die Wähler je nach Mediennutzung mit ganz unterschiedlichen Realitätsdarstellungen konfrontiert werden, können Medieneinflüsse in Wahlkämpfen am ehesten belegt werden, wenn die individuell genutzten Medieninhalte als Ursachen individueller Entscheidungen betrachtet werden. Dieses Projekt wird von der Fritz Thyssen-Stiftung gefördert.