KOMMUNIKATIONS- UND MEDIENWISSENSCHAFT

Medien & Öffentlichkeit

Partizipative Online-Kommunikation politischer Akteure

Themenbeschreibung

Die partizipatorischen Potenziale des Internets sind vielfach beschrieben worden. Vor diesem Hintergrund haben einige Arbeiten in der Vergangenheit auch die Online-Kommunikation von Abgeordneten, Parteien, Institutionen oder die Einstellungen individueller politischer Akteure zu den kommunikativen Potenzialen des Internets untersucht. Die rasante Entwicklung der Online-Kommunikation lässt dabei jedoch viele der vorliegenden Erkenntnisse als "veraltet" zurück, weshalb neue Replikationen vergangener Studien angezeigt sind. Abschlussarbeiten und Teamprojekte zu diesem Thema können zu einer Aktualisierung des Forschungsstandes beitragen indem sie bestehende Fragestellungen und Designs vor dem Hintergrund der Evolution der Online-Kommunikation neu auflegen. 

Mögliche Fragestellungen

Welche Kommunikationsangebote machen Abgeordnete auf ihren Webseiten? Wie beurteilen Abgeordnete das Potenzial von E-Partizipation? Welche Partizipationsangebote machen politische Akteure (Ministerien, Parteien usw.)? Wie beurteilen leitende Verwaltungsbeamte das Internet im Hinblick auf Bürgerbeteiligung. 

Theoretische Grundlage

Literatur zur E-Demokratie, E-Partizipation, politischer Online-Kommunikation, Online-Kommunikation politischer Akteure

Methode

Inhaltsanalyse, Befragung, Interviews

Anknüpfungspunkte

Zahlreiche vorliegende Studien, die repliziert werden sollen. Zudem bestehen Kooperationsmöglichkeiten mit dem an der HHU bestehenden NRW-Fortschrittskolleg "E-Partizipation"

Ansprechpartner

Dennis Frieß

 

 

Vermessung der Breite des Meinungsspektrums in meinungshaltigen Angeboten mit journalistischem Anspruch

Themenbeschreibung

Eilders hat in den 90er Jahren die Breite des Meinungsspektrums anhand einer Kommentar-Inhaltsanalyse der überregionalen Tageszeitungen vermessen (Eilders, Neidhardt & Pfetsch, 2004). Im Mittelpunkt standen Themenfokussierungen und Meinungskonsonanzen im publizistischen Spektrum. Als Bestandteile von Meinung wurden generische Frames und Positionen dazu verwendet. Es zeigten sich erhebliche Themenübereinstimmungen bei gleichzeitig unterschied-lichen Meinungen. Im Zug des Medienwandels dürfte sich das Ausmaß an Übereinstimmung durch die Zunahme des Angebots auch jenseits von Massenmedien verringert haben. Ferner sind stark meinungshaltige Formate entstanden, die noch gar nicht systematisch auf den Pluralismus im Medienspektrum hin untersucht wurden.

Mögliche Fragestellungen

Es ist zu klären, inwiefern sich das Spektrum der Themen, Frames und Positionen in den überregionalen Tageszeitungen in den letzten fast 20 Jahren verändert hat und welche Auswirkungen die neuen Medienangebote auf den Vielfaltsgrad haben.

Theoretische Grundlage

Konsonanz, Pluralismus, Framing

Methode

Inhaltsanalyse

Anknüpfungspunkte

Kommentaranalyse

Ansprechpartner

Christiane Eilders

 

 

Politik im öffentlichen Raum – Die Relevanz von Digital-Signage Medien

Themenbeschreibung

Von der Kommunikationswissenschaft noch weitgehend unbemerkt entwickelt sich in letzter Zeit rasant ein neues Medium: Digital Signage. Digital Signage ist der Sammelbegriff für digitale Informationssysteme bei denen mittels Ansteuerung über das Internet Medieninhalte auf vielen Screens simultan an unterschiedlichen Orten ausgestrahlt werden. Die prominentesten Vertreter sind Infoscreens und Out-of-Home-Channel, die sich vor allem in stark frequentierten öffentlichen Räumen wie Flughäfen, Bahnhöfen oder Shopping-Centern finden und neben Werbung auch redaktionelle Inhalte wie Nachrichten senden. Sowohl zu den Inhalten, als auch zur Rezeption und Wirkung dieser neuen Medien ist noch nicht viel bekannt. Hier bieten sich daher verschiedene Fragestellungen zur Bearbeitung an.

Mögliche Fragestellungen

Welche Inhalte vermitteln die DS-Medien und inwieweit decken sich diese mit den traditionellen Medien? Welche Wirkungen haben die Nachrichtenbeiträge, die auf diesen Screens vermittelt werden? Wie gestaltet sich die Rezeption im öffentlichen Raum?

Theoretische Grundlage

Diverse Ansätze der Kommunikationswissenschaft (z.B. Nachrichtenwerttheorie, Agenda-Setting), die auf das neue Medium übertragen werden können

Methode

Inhaltsanalyse, Befragung / Beobachtung, Experiment

Anknüpfungspunkte

Es liegen erste Ergebnisse und Untersuchungsinstrumente einzelner Studien zu Inhalten und Wirkung von DS-Medien vor

Ansprechpartner

Cordula Nitsch

 

 

Medien als Quelle der Umweltbeobachtung

Themenbeschreibung

Medien dienen als eine von vielen Möglichkeiten, Informationen über die öffentliche Meinung einzuholen. Wir wissen bislang nur wenig darüber, wie die Wahrnehmung dessen zustande kommt, was ich für die Meinung der meisten anderen halte. Nur wenn ich denke, dass die Medien das in den Vordergrund schieben, was die Mehrheit meint, kann ich Medien sinnvollerweise als Quelle der Umweltbeobachtung heranziehen. Wenn ich meine, dass jedes Medienunternehmen eigene Realitätsdarstellungen hat und eine je andere Position in den Vordergrund schiebt, muss ich recht viele beobachten, um die öffentliche Meinung zu erschließen. Hier sind also implizite Annahmen über die Funktionsweisen von Medien relevant. Aufgabe ist es also, die Rolle der Medien als Quelle der Umweltbeobachtung für die Wahrnehmung öffentlicher Meinung zu bestimmen – und zwar unter Beachtung solcher Annahmen über Medien und in Konkurrenz zu interpersonaler Kommunikation.

Mögliche Fragestellungen

Welche (z.B. Massenmedien vs. nicht-journalistische) und wie viele Medien werden zur Einschätzung der öffentlichen Meinung benötigt? Welche individuellen Faktoren moderieren die Anzahl der Medien? Werden die Perspektiven der Medien von den Rezipienten eher als öffentliche Meinung übersetzt, wenn sie übereinstimmen (Rolle der Konsonanzprämisse in der Schweigespirale)? Werden eher Medien zur Umweltbeobachtung herangezogen, denen ein größeres Publikum zugeschrieben wird? Bei welchen Themen werden eher Medien, bei welchen eher das soziale Umfeld zur Abbildung der öffentlichen Meinung herangezogen?

Theoretische Grundlage

Schweigespirale, soziale Kontrolle, Publikumsvorstellungen, Medienwandel

Methode

Befragung

Anknüpfungspunkte

Literatur zur Wahrnehmung öffentlicher Meinung, Schweigespirale, Publikumsvorstellungen

Ansprechpartner

Christiane Eilders & Pablo Porten-Cheé

 

 

(Kopie 1)

Parteien @ Facebook – Diskurs oder Murks?

Themenbeschreibung

„Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.“ (Art. 21[1] GG). Entsprechend dieses grundgesetzlichen Auftrags gelten Parteien als zentrale Organisation, die eine vermittelnde Rolle zwischen Öffentlichkeit und Staat einnehmen. Dabei spielen digitale Medien und das Internet eine zunehmend wichtige Rolle. Insbesondere soziale Medien wurde das Potenzial zugeschrieben Bürger stärker in politische Prozesse integrieren zu können. Empirisch zeigt sich, dass nahezu alle Parteien diese neuen Kanäle (Twitter, Facebook, YouTube usw.) mehr oder weniger professionell bespielen.  Ob seiner Popularität spielt das Soziale Netzwerk Facebook spielt eine wichtige Rolle. Dabei stellen insbesondere öffentlich relevanten Themen (z.B. Flüchtlingskriese, Kriegseinsätze der Bundeswehr u.ä.) wichtige Kristallisationspunkte für die Analyse öffentlicher Kommunikation dar.

Mögliche Fragestellungen

Wie verhandeln unterschiedliche Parteien ein Thema auf ihrer Facebook-Seite? Werden Diskurse moderiert oder auf extreme Positionen reagiert? Unterscheidet sich die Qualität der Debatte je nach Partei? Diese Fragen sind bislang weitestgehend unerforscht.

Theoretische Grundlage

Literatur zum Internetnutzung von Parteien und Politikern, Online-Deliberation, Nutzerkommentare Online, Online-Öffentlichkeit 

Methode

Inhaltsanalyse

Anknüpfungspunkte

Es besteht die Möglichkeit auf die Expertise des DIID und des NRW Fortschrittskollegs Online-Partizipation zurückzugreifen.

Ansprechpartner

Dennis Frieß

 

 

Kommunale Bürgerbeteiligung in der Lokalpresse

Themenbeschreibung

Immer öfter initiieren Kommunen Bürgerbeteiligungsprojekte in denen Bürger dazu aufgerufen sind ihre Meinung zu lokalen Belangen wie Haushaltsplanung oder Stadtplanungsprojekten abzugeben. Bis zum heutigen Tag haben beispielsweise über 230 Kommunen Beteiligungsverfahren zum Haushalt (sog. Bürgerhaushalte) durchgeführt (Bürgerhaushalt.org). Ein wichtiger Akteur auf dem Spielfeld lokaler Bürgerbeteiligung ist die Lokalpresse, die oftmals eine Art Monopol über die veröffentlichte Meinung über Bürgerbeteiligungsverfahren besitzt. Da in vielen Kommunen lediglich eine oder zwei Lokalzeitung gelesen werden, kommt der Lokalpresse eine zentrale Rolle zu:  einerseits Bürger über das Partizipationsangebot zu informieren und zum anderen den Erfolg solcher Verfahren zu bewerten. Da die meisten Beteiligungsverfahren bislang auf der lokalen Ebene verortet sind, setzt die Lokalpresse maßgeblich den Rahmen in dem Bürgerbeteiligung von Bürgern wahrgenommen wird. Entsprechend ist von Interesse wie Bürgerbeteiligung publizistisch dargestellt wird?

Mögliche Fragestellungen

Welchen Platz nimmt die Berichterstattung über Bürgerbeteiligung ein? Wie wird Bürgerbeteiligung tendenziell dargestellt? Welche Frames und Argumente sind vorzufinden? Welche Probleme und welche Vorteile werden diskutiert?

Theoretische Grundlage

Literatur zum Lokaljournalismus, Framing, Publizistische Konflikte

Methode

Inhaltsanalyse, Befragung

Anknüpfungspunkte

Es besteht die Möglichkeit mit Kommunen zu kooperieren, die im NRW-Fortschrittskolleg Online-Partizipation Mitglied sind

Ansprechpartner

Dennis Frieß

 

 

Die „Digitalisierung der Gesellschaft“ in Massenmedien und User-Generated-Content

Themenbeschreibung

Digitalisierung wird aus technologischer Perspektive als Umwandlung von analogen in digitale Signale verstanden. Digitalisierung ist gleichzeitig auch Diskussionsgegenstand der Medienöffentlichkeit, wo etwa wirtschaftliche Chancen (z.B.: Börsengang Twitters) und soziale Risiken (z.B. NSA-Affäre) für die Gesellschaft thematisiert werden. Dabei sind Medien auch selbst von der Digitalisierung betroffen und erfahren einen Prozess des Wandels, der auch zur Etablierung von sozialen Medien führte. Im Lichte des Framing-Ansatzes und einer Inhaltsanalyse soll gezeigt werden, wie die „Digitalisierung der Gesellschaft“ in Massenmedien und User-Generated-Content geframet wird.

Mögliche Fragestellungen

Wie stellen die Medien die „Digitalisierung der Gesellschaft“ dar und wie unterscheiden sich Massenmedien und User-Generated-Content (UGC)? Welche Faktoren (z.B. ideologische Tendenz) beeinflussen die Art der Darstellung?

Theoretische Grundlage

Framing, Frame-Building, Digitalisierung, Medienwandel

Methode

Quantitative Inhaltsanalyse von Zeitungsartikeln und UGC (z.B. Weblogs)

Anknüpfungspunkte

Literatur zum Framing digitaler Technologien und zum Framing in Massenmedien und UGC

Ansprechpartner

Pablo Porten-Cheé

 

 

Onlinedeliberation – eine vergleichende Diskursanalyse

Themenbeschreibung

Das Internet ist ein Raum mit nahezu unendlichen Kommunikationsmöglichkeiten. Dabei spielt auch politische Online-Kommunikation eine immer wichtigere Rolle, wenn sich Menschen in Foren, Blogs, Sozialen Netzwerken oder speziellen Beteiligungsangeboten im Internet über politische Inhalte austauschen. Diese Möglichkeiten politischer Online-Kommunikation bergen das Potenzial deliberative Diskurse im Netz zu führen. Dabei bezeichnet Deliberation eine spezielle Form von Kommunikation, die von wechselseitiger Bezugnahme, Respekt und vernünftiger Argumentation geprägt ist. Unter dem Stichwort „Online-Deliberation“ sind in den letzten Jahren zahlreiche Forschungsarbeiten entstanden. Die Befunde sind uneinheitlich. Während in manchen Kommunikationsräumen ein hohes Maß von Deliberativität nachgewiesen werden konnte, herrschen in anderen Onlineräumen monologische Diskursstile und/oder unzivilsierte Pöbelei vor.  Eine Arbeit in diesem Bereich sollte an diese Debatte anknüpfen indem sie unterschiedlich strukturierte online-Kommunikationsräume inhaltsanalytisch hinsichtlich ihrer deliberativen Qualität untersucht.

Mögliche Fragestellungen

Welche Faktoren (z.B. Moderation, Klarnamen, Webseitenaufbau, Geschlecht, Gruppengröße etc.) beeinflussen die Deliberativität von Online-Diskursen? Inwieweit unterscheiden sich die Debattenqualität von X (Online-Raum) und Y (Online-Raum)?

Theoretische Grundlage

Deliberative Theorien, empirische Deliberationsforschung

Methode

Quantitative Inhaltsanalyse von Onlinetexten, Experiment

Anknüpfungspunkte

Literatur zum empirischen Deliberationsforschung, Studie von Frieß (2014).

Ansprechpartner

Dennis Frieß

 

 

Warnehmung und Verarbeitung von Likes

Themenbeschreibung

Im Web 2.0 stehen viele Hinweise auf die Aktivität des Mit-Publikums zur Verfügung, die über Anzahl der User und die Resonanz bei den Usern Auskunft geben. Zu den aggregierten Popularitätshinweisen gehören like-buttons, die die Klicks mitzählen. Für die Wahrnehmung öffentlicher Meinung und damit für die Theorie der Schweigespirale, in der diese Wahrnehmung zentral ist, sind diese Zählungen eine neue Informationsquelle, die in der Welt der Massenmedien nicht verfügbar war. Ob die Popularität auch wahrgenommen wird und wie User mit den Zahlen umgehen und wie sie zu einer vermuteten Gesamtzahl von Usern in Beziehung gesetzt werden ist unklar. Das soll für verschiedene Themen und verschiedene User sowie für verschiedene Plattformen untersucht werden.

Mögliche Fragestellungen

Nehmen User die Like-buttons oder ihre funktionalen Äquivalente wahr? Unter welchen Bedingungen ist die Wahrnehmung wahrscheinlich? Wie verarbeiten die User Zahlen in unterschiedlicher Höhe und woher beziehen sie ihre Vergleichsgrößen? Welche Grundgesamtheit setzen sie voraus und wie wird berücksichtigt, wie lange ein Angebot schon „gezählt“ wird?  Welche Rolle spielt das eigene Like-Verhalten bei der Verarbeitung?

Theoretische Grundlage

Wahrnehmungspsychologie, Schweigespirale, Ansätze zum Mit-Publikum

Methode

Experiment

Anknüpfungspunkte

Literatur zum Einfluss von Likes auf Nutzungsentscheidungen und Wahrnehmung der öffentlichen Meinung

Ansprechpartner

Christiane Eilders & Pablo Porten-Cheé