KOMMUNIKATIONS- UND MEDIENWISSENSCHAFT

Nationale Konstruktionen Europäischer Identität - DFG-Projekt

Prof. Dr. Christiane Eilders
Dr. Dennis Lichtenstein

Europäische Identität bezieht sich auf das Zusammengehörigkeitsgefühl der europäischen Gesellschaften und ist von hoher Relevanz hinsichtlich der Legitimität und Stabilität der politischen Institutionen der EU. Wie stark europäische Identitätsbekenntnisse im öffentlichen Diskurs artikuliert und mit welchen Inhalten sie begründet werden, ist die leitende Frage des Projekts. Identität wird dabei als soziale Konstruktion verstanden, die in nationalen Kommunikationszusammenhängen diskursiv ausgehandelt wird. Zu vermuten ist, dass der Zusammenhang zwischen Identitätsbekenntnissen und ihrem inhaltlichen Framing national unterschiedlich verläuft und in je unterschiedliche Handlungserwartungen an die EU und nationale Regierungen mündet.
Methodisch wird mittels einer quantitativen Inhaltsanalyse, die auf dem Framing-Ansatz aufbaut, ein Vergleich der Identitätskonstruktionen in den Medienöffentlichkeiten von sieben ausgewählten Nationen durchgeführt.  Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über drei Jahre gefördert.
Eine ausführliche Beschreibung des DFG Projektes finden Sie hier.

Politikdarstellung in Late-Night-Shows

Dr. Dennis Lichtenstein
Dr. Cordula Nitsch

Politikvermittlung im Fernsehen findet heute nicht mehr nur über klassische Nachrichtensendungen, sondern zusätzlich vermehrt über unterhaltende Formate statt, die vor allem ein junges Publikum erreichen. So z.B. auch in Late-Night-Shows, deren Selbstverständnis nicht zuerst in der neutralen und politischen Hintergrundberichterstattung und Wissensvermittlung liegt, sondern vor allem in der Unterhaltung ihres Publikums. Das Projekt untersucht, welches Politikbild in Late-Night-Shows vermittelt wird und inwiefern dieses von dem über Nachrichtensendungen vermittelten Bild abweicht. Zu diesem Zweck wurde die Darstellung von Politik in der Harald-Schmidt-Show dem Politikbild der Tagesschau gegenübergestellt. 

Nitsch, Cordula & Lichtenstein, Dennis (2013): Politik mal anders: Die Politikdarstellung in "Harald Schmidt" im Kontrast zur "Tagesschau". Publizistik, 58(4), 389-407.

 

Journalismus in der Fiktion

Dr. Cordula Nitsch

Dass der Journalismus nicht nur in der Kommunikationswissenschaft von großem Interesse ist, zeigt die Fülle fiktionaler Werke, deren Handlung im journalistischen Milieu angesiedelt ist. Das Dissertationsprojekt knüpft an die deutschen und international vergleichenden Journalistenstudien an und untersucht das Verhältnis von Realität und Fiktion. Der Fokus liegt auf dem Thema Fernsehjournalismus und es wird ein Zwei-Länder-Vergleich zwischen Deutschland und den USA durchgeführt.

Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit dem Verhältnis von empirischer Realität und fiktionaler Darstellung und setzt sich mit dem Wirkungspotenzial fiktionaler Medieninhalte sowie mit der Frage nach deren Realitätsgehalt auseinander. Darüber hinaus wird der Forschungsstand zu fiktionalen Journalismusdarstellungen systematisch vorgelegt. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen werden in einem zweiten Teil 60 deutsche und amerikanische Romane aus dem Zeitraum von 1970 bis 2005 inhaltsanalytisch untersucht. Neben Merkmalen der journalistischen Akteure werden auch institutionelle, rechtliche und ökonomische Rahmenbedingungen erhoben. Die Befunde der Inhaltsanalyse ermöglichen eine Darstellung des fiktionalen Fernsehjournalismus im Zeitverlauf sowie im Ländervergleich und einen Vergleich mit den Erkenntnissen der empirischen Journalismusforschung. Hinsichtlich der journalistischen Rahmenbedingungen bilden die Romane beider Länder die jeweilige Realität weitgehend ab, während die Darstellung der journalistischen Akteure ein in vielen Aspekten verzerrtes Bild aufweist.

Nitsch, Cordula (2011): Journalistische Realität und Fiktion. Eine empirische Analyse des Fernsehjournalismus in deutschen und US-amerikanischen Romanen (1970-2005). Köln: Herbert von Halem Verlag.