INSTITUT FÜR JÜDISCHE STUDIEN

Edith Nussbaum (1936)

Lebendige Geschichte

Die Ausstellung "Geschichte in Gesichtern", die als gemeinsames Projekt des Stadtarchivs Neuss und des Instituts für Jüdische Studien im Rahmen eines Seminars erarbeitet wurde, hat bereits starke Beachtung und viel Lob gefunden. In einer ausführlichen Würdigung in der Rheinischen Post/NGZ meint Helga Bittner, die "beeindruckend schlichte, didaktisch und sprachlich geschickte sowie menschlich bewegende Schau" sei "sowohl aus fachlicher wie aus Sicht des interessierten Zeitgenossen ein kleines Juwel":

"Klugerweise konzentriert sich das Ausstellungsteam auf kleine Geschichten, geht nicht in die Breite, sondern richtet den Fokus auf den Einzelnen und besondere Facetten seiner Familiengeschichte. Die zumeist inszenierten Fotografien von Kleu aus den Jahren 1935 bis 1941 zeigen jüdische Kinder, Jugendliche, Männer und Frauen so, wie sich das Bürgertum überall gern sah: In guten Kleidern und in scheinbar unbelasteten Augenblicken. Um so bedrückender ist dann die Erkenntnis, dass zum Beispiel das Ehepaar Müller [...] unmittelbar vor seinem Abtransport nach Theresienstadt zu Kleu gegangen war, um ein Foto als Andenken machen zu lassen. [...] Eine kleine Geschichte nur, die dennoch die Menschen lebendig macht [...]." So seien es "die Geschichten, die dahinter liegen, die auf Wandfahnen kurz und prägnant zusammengefasst und bei Bedarf durch den Blick in handliche Mappen zu vertiefen sind, die diese Ausstellung zu einer Besonderheit machen."

Obwohl sie auf den ersten Blick nicht sonderlich umfangreich wirke, könne man "stundenlang" durch die Ausstellung gehen, meint die Rezensentin.

Herzlichen Glückwunsch den Seminarteilnehmern, die an der Konzeption und Gestaltung dieser Ausstellung engagiert mitgewirkt haben!