INSTITUT FÜR JÜDISCHE STUDIEN

Neutraler Schattenriss

Stefan Siebers M.A.

Lektor

Stilisiertes Gebäude Gebäude 23.11, Ebene 01, Raum 70
Universitätsstr. 1, 40225 Düsseldorf

Tel:Tel: 0211 - 81 15853

Fax:Fax: 0211 - 81 15859

 

Sprechstunde (Vorlesungszeit): n.V. (Anmeldung per E-Mail) oder nach dem Unterricht)
Sprechstunde (Vorlesungsfreie Zeit): n.V. (Anmeldung per E-Mail)

Hebräisch am Institut für Jüdische Studien

Zum judaistischen Hebraicum, dem Nachweis von soliden Grundkenntnissen des biblischen wie des modernen Hebräisch, führen die Basismodule B und C (insgesamt 12 Semesterwochenstunden, verteilt auf 2 Semester im Kernfach Jüdische Studien und auf 3 Semester im Ergänzungsfach Jüdische Studien.) Beide Module sind für alle Fachstudenten Pflichtveranstaltungen. Sie schließen mit einer Klausur und einer mündlichen Prüfung ab. Auch Studenten anderer Fächer können nach diesem Modell das Hebraicum erwerben.

Auf das Hebraicum aufbauend besuchen Kernfächler im 2./3. Studienjahr die Aufbaumodule 0 (Mischnahebräisch und mittelalterliches Hebräisch, 8 Semesterwochenstunden in 2 Semestern) und A (Hebräische Sprache und Literatur der Gegenwart, 6 Semesterwochenstunden in 2 Semestern). Auch im Ergänzungsfach können diese Module gewählt werden. Sie schließen jeweils mit einer Klausur ab.

Darüber hinaus können in allen anderen Modulen weitere Angebote belegt werden, die Hebräischbestandteile enthalten, z.B. der Kurs "Israel im Spiegel seiner Autoren – hebräische Lektüre" in Aufbaumodul E (Israel – Staat und Gesellschaft) und "Literarische Übersetzung aus dem Hebräischen" in Mastermodul B (Jüdische Literatur).

 

Aktuelles

Nominierung zum Lehrpreis der Heinrich-Heine-Universität in den Jahren 2010 und 2011.

 

Publikationen (Neuerscheinungen)

Stefan Siebers
Der Irak in Israel
Vom zionistischen Staat zur transkulturellen Gesellschaft
Jüdische Religion, Geschichte und Kultur (JRGK), Band 13
Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen 2010 (erscheint im November)
ca. 138 Seiten, kartoniert 

Inhalt: Anhand der Bücher von Sami Michael und Eli Amir untersucht Stefan Siebers, inwieweit das westlich-zionistische Konzept von der jüdischen Nation mit klar definierten Grenzen aufgegangen ist. Ist der »Judenstaat« der uneinnehmbare Leuchtturm des Okzidents im Nahen Osten? Der Autor lädt uns ein, die Erzählungen und Romane der hebräischen Schriftsteller neu zu lesen. Mit zahlreichen Beispielen belegt er, dass bald nach der Gründung Israels 1948 ein tiefgreifender Prozess der Transkulturation einsetzte, der sich in der modernhebräischen Literatur nicht nur niederschlägt, sondern von dieser auch befördert wird. Über alle Grenzen hinweg ist Israel mit dem Orient längst verwoben. Aus den Randzonen zwischen Tag und Traum, zwischen Kulturland und Ödnis ist fast unmerklich der Orientale ins Bewusstsein der israelischen Leser getreten. Zunächst war er noch der unheimliche Fremde, begehrenswert und erschreckend zugleich. Doch inzwischen erhebt er seine Stimme gleichberechtigt und selbstbewusst in der polyphonen Kultur des Landes. Israel ist dabei, sich aus der Isolation zu befreien. Zu Brückenbauern wurden die jüdischen Autoren, die selbst aus dem Orient stammen. Stefan Siebers lenkt unser Augenmerk auf die Romanciers und Erzähler aus dem Irak, deren Werke von Zerrissenheit und dem Willen zum Neuanfang zeugen. Mit ihnen vollzieht er den Weg Israels zu einer modernen, zum steten Wandel bereiten und somit im wahrsten Sinne »transkulturellen« Gesellschaft nach. 

Summary: Stefan Siebers examines the works of famous Oriental Hebrew writers and shows us how Israel has developed from being a Western foreign body in the Near East to becoming an open, transcultural society.

Edna Mazya / Stefan Siebers (Übers.)
Über mich sprechen wir ein andermal Roman
Kiepenheuer & Witsch: Köln 2010 (erscheint im Mai)
432 Seiten, Taschenbuch

Drei selbstbewusste, willensstarke Frauen auf der Suche nach dem Glück. Eine deutsch-jüdische Familie, drei Frauengenerationen und ihr Kampf um Unabhängigkeit und Lebensglück – mit hinreißendem Humor und einem vortrefflichen Gespür vor allem für die komischen Seiten der Verzweiflung schreibt Edna Mazya in ihrem Roman über drei selbstbewusste Frauen, die die Schwächen ihrer Mütter zwar verachten, deren Fehler aber trotzdem wiederholen. Nomi, Verlegerin aus Leidenschaft in Tel Aviv, reist nach Wien zu ihrem Freund Kirin, einem bekannten Theaterregisseur, um sich über die Beziehung zu ihm Klarheit zu verschaffen. In Wien begegnet sie überall den Spuren ihrer Familie, denn hier wuchs ihre Großmutter Ruth Stein auf, deren Tagebücher immer noch ungelesen auf Nomis Speicher in Tel Aviv liegen. Sie lässt sie sich schicken und begibt sich auf eine Reise in die eigene Familiengeschichte, von der sie sich bisher unberührt glaubte: Ihre Großmutter Ruth, eine ebenso glamouröse wie exzentrische Frau, hatte Ehemann und Tochter vernachlässigt, um sich der rauschhaften Beziehung zu Robert, ihrer großen Liebe, hingeben zu können. Als die Beziehung scheitert und die Pogrome in den Dreißigerjahren in Deutschland zunehmen, muss die Familie nach Palästina fliehen. Ruth kommt das nicht ungelegen, denn es ist ihre einzige Hoffnung, Robert jemals wiederzusehen. Sie stellt jedoch schnell fest, dass sie in Palästina immer eine Fremde bleiben wird, und als ihre Tochter Anuschka, die Mutter Nomis, sich in eine fatale Liebesbeziehung mit Folgen für alle stürzt, droht ihr Leben beinahe auseinanderzubrechen. Ein Buch über drei selbstbewusste, willensstarke Frauen auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück.

Außerdem zahlreiche Übersetzungen hebräischer Literatur (A. Appelfeld, J. Schabtai, S. Liebrecht, J. Hoffmann, E. Amir, Kl. Zisapel, P. Sadeh u.a.).