Der Bachelorstudiengang Jüdische Studien
Das Studium der Jüdischen Studien zielt darauf, die Studierenden in die Lage zu versetzen, Informationen über Juden und Judentum „aus erster Hand“ zu sichten und zu bewerten. Daher steht das Studium hebräischer Quellen mit im Vordergrund. Da dem Quellenstudium der Originaltexte eine hohe Relevanz zukommt, ist das Sprachstudium den verschiedenen hebräischen Sprachstufen von der Antike bis zur Gegenwart gewidmet. Die für die Epochen jeweils charakteristischen Literaturen sowie Informationen über das geschichtliche, religiöse und kulturelle Umfeld, in dem diese Literaturen entstanden, bilden – neben dem Erlernen des gesprochenen Hebräisch (Modernhebräisch, Iwrith) – einen weiteren Schwerpunkt des Studiums, zu dem auch die Vermittlung der Kompetenz gehört, historisch-soziologische sowie religions- und kulturwissenschaftliche Aspekte jüdischer Existenz in der Diaspora wie auch in Israel in Vergangenheit und Gegenwart zu analysieren und interpretieren. Der Erwerb angemessener Hebräischkenntnisse (Hebraicum) sowie die Beherrschung der Wissenschaftssprache Englisch sind für jeden Studierenden obligatorisch.
Das Bachelorstudium gliedert sich in einen Pflichtbereich und einen Wahlpflichtbereich:
Der Pflichtbereich: |
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Basismodule A, B und C (im Kern- und Ergänzungsfach) sowie Aufbaumodule 0 und A (im Kernfach)
Das Basismodul A bietet eine inhaltliche und methodische Einleitung in das Fach, in seine Themen, seine Entstehungsgeschichte und Methoden.
Die Kernfachstudierenden wählen außerdem aus dem Angebot der Fakultät zwei Veranstaltungen, die fachunabhängig in allgemeine wissenschaftliche Arbeitsweisen einführen.
Die Basismodule B und C sowie die Aufbaumodule 0 und A dienen dem Spracherwerb der hebräischen Sprache in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen und führen in die Lektüre von Quellentexten aus der jeweiligen Epoche ein.
Mit erfolgreichem Abschluss der Basismodule B und C wird das Hebraicum (Sprachkompetenz in biblischem und modernem Hebräisch) erworben. Beide Module sind für die Studierenden des BA-Studiengangs Linguistik, Basismodul B ist außerdem für Studierende des MA-Studiengangs Jiddistik geöffnet; das Hebräischstudium gehört dort zum Wahlpflicht- bzw. Pflichtbereich.
Aufbaumodul 0 führt in die Sprachstufe des Mischna-Hebräisch und des mittelalterlichen Hebräisch ein.
Im Aufbaumodul A wird die Kenntnis des Modernhebräischen (sprachpraktische Übungen, Lektüre israelischer Belletristik und Sachliteratur) erweitert und der aktive Umgang mit der Sprache intensiviert.
Im Kernfach sind die Basismodule A, B und C sowie die Aufbaumodule 0 und A Pflichtveranstaltungen.
Im Ergänzungsfach sind die Basismodule A, B und C Pflichtveranstaltungen. Die Aufbaumodule 0 und A gehören im Ergänzungsfach zum Wahlpflichtbereich (s.u.).
Der Wahlpflichtbereich: |
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Aufbaumodule B, C, D und E („Themenmodule“) (im Kern- und Ergänzungsfach) sowie Aufbaumodule 0 und A (im Ergänzungsfach)
Aufbaumodul 0 führt in die Sprachstufe des Mischna-Hebräisch und des mittelalterlichen Hebräisch ein (WP Ergänzungsfach).
Im Aufbaumodul A wird die Kenntnis des Modernhebräischen (sprachpraktische Übungen, Lektüre israelischer Belletristik und Sachliteratur) erweitert und der aktive Umgang mit der Sprache intensiviert (WP Ergänzungsfach).
„Themenmodule“:
Aufbauend auf den in den Basismodulen erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten werden mit den Aufbaumodulen B, C, D und E des Wahlpflichtbereiches thematische Schwerpunkte in den wesentlichen Feldern der Jüdischen Studien gesetzt und adäquate Methoden wissenschaftlichen Arbeitens eingeübt und vertieft. In allen Aufbauseminaren des Wahlpflichtbereichs geht es darum, die Studierenden zum selbständigen wissenschaftlichen Arbeiten anzuleiten. Ausgehend von einer Fragestellung innerhalb eines Themenkomplexes lernen die Studierenden, relevante Sekundärliteratur zu finden (Literaturrecherche), diese inhaltlich auszuwerten und die Ergebnisse auf wissenschaftlichem Niveau ansprechend (auch unter Nutzung neuer Medien) zu präsentieren. Sie lernen, Argumente zu prüfen, sie zu verifizieren bzw. falsifizieren und einen eigenen Standpunkt zu finden und zu begründen. Ein weiteres Ziel ist es, den Studierenden zu vermitteln, zielgruppenorientiert ihre wissenschaftlichen Ergebnisse zu formulieren (eine Präsentation in Schulen wird sich von einer Präsentation im akademischen Rahmen unterscheiden müssen).
Aufbaumodul B: Mehrheitskultur – Minderheitskultur |
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Die in diesem Modul zusammengeführten Veranstaltungen befassen sich unter verschiedenartigen Fragestellungen mit unterschiedlichen Aspekten jüdischer Existenz in einer nichtjüdischen Umwelt. Sie beleuchten ebenso die Wirkungen der Wechselbeziehungen mit der Mehrheitskultur wie auch die Bedeutung autonomer Ausprägungen jüdischer Kultur.
Aufbaumodul C: Tradition und Wandel im Judentum |
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Die Veranstaltungen dieses Moduls widmen sich den Voraussetzungen, Bedingungen und dem Wirken des Ringens um Kontinuität oder Veränderung im Judentum.
Aufbaumodul D: Jüdische Identität – Einheit und Vielfalt |
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Die Veranstaltungen dieses Moduls befassen sich mit den vielfältigen Ausprägungen jüdischer Identität in Geschichte und Gegenwart und mit den konkurrierenden Antworten auf die Frage: Was ist Judentum?
Aufbaumodul E: Israel – Staat und Gesellschaft |
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Das Modul gibt Überblick über die Landeskunde Israels, behandelt die Vorgeschichte des Staates Israel (fundierte Einordnung biblischer und rabbinischer Schriften als Geschichtsquelle zum Thema) stellt unterschiedliche Konzepte des Zionismus vor und leitet zur selbständigen Bearbeitung einzelner Fragestellungen zum Bereich Religion, Kultur und Gesellschaft in Israel
Im Kernfach werden aus den Aufbaumodulen B, C, D, E drei Module ausgewählt.
Im Ergänzungsfach werden aus den Aufbaumodulen 0, A, B, C, D, E zwei Module ausgewählt.
