VIII: GESCHICHTE DER FRÜHEN NEUZEIT

Ritratto di Frà Luca Pacioli, 1495

Wer war Luca Pacioli?

Luca Pacioli war einer der einflussreichsten Mathematiker der italienischen Renaissance und Mönch des Franziskanerordens. Er befasste sich vor allem mit geometrischen Körpern, Proportionen und dem Versuch zur Lösung kubischer Gleichungen. Seine Werke mischen Exzerpte aus vorhergegangenen Büchern mit eigenen Lösungsansätzen und Theoremen; er arbeitete einige Zeit mit Leonardo da Vinci zusammen und verfasste gemeinsam mit ihm ein Buch über das Schachspiel. Seine Erkenntnisse fanden vor allem in der Ökonomie Verwendung für die Buchhaltung. 

Kurzer Abriss der Lebensdaten

Geboren 1445 bei Borgo San Sepulcro, gestorben 1517 daselbst.

1477 bis 1480 Professor für Mathematik in Perugia; dann Lehraufträge in Zara (heute: Zadar), wiederum Perugia, Neapel und Rom.

1494 "Summa de Arithmetica, Geometria, Proportioni, et Proportionalita", veröffentlicht  in Venedig.

1496 - 1500 Zusammenarbeit mit Leonardo da Vinci am Hof Ludovico il Moros in Mailand; Leonardo illustriert unter anderem "De divina proportione", gemeinsam verfassen sie "De ludo scacchorum" (Über das Schachspiel), veröffentlicht 1500.

1500: Nach Ludovicos Sturz durch Louis XII. von Frankreich flieht Pacioli zusammen mit da Vinci über Mantua und Venedig nach Florenz.

1500 - 1506: Professor für Geometrie an der Universität Pisa (Florenz).

1509: "De divina proportione" (Mit der "göttlichen Proportion" ist der goldene Schnitt gemeint).

1510: Nochmaliger Lehrauftrag in Perugia.

1514: Letzter Lehrauftrag, Rom.

Links

Luca Pacioli, in: The Catholic Encyclopedia

Smith, Murphy, Luca Pacioli: The Father of Accounting

The MacTutor History of Mathematics archive

 

 

 

 

Wer war Luca Pacioli?

Das Lehrstuhl-Icon ist ein Ausschnitt aus dem größeren Bild "Ritratto di Frà Luca Pacioli" von 1495, das Pacioli in seinem Studierzimmer mit einer Person, deren Identität noch nicht sichergestellt werden konnte, zeigt. Das Gemälde gilt als Werk Jacopo de' Barbaris, auch wenn diese Zuschreibung nicht gesichert ist; es hängt heute im Museo e Galleri di Capodimonte in Neapel.

Pacioli ist im Habit eines Franziskanermönchs dargestellt; auf der Schiefertafel demonstriert er ein euklidisches Theorem. Links und rechts neben ihm werden Symbole seiner Tätigkeit als Geometriker gezeigt: Ein Rombikuoktaeder aus Glas und ein Dodekaeder aus Holz.