V: GESCHICHTE UND KULTUREN OSTEUROPAS

Dr. Ute Caumanns

Vita
Studium der Geschichte, Anglistik und Germanistik in Düsseldorf.
1989 Stipendiatin des DAAD bei der Polnischen Akademie der Wissenschaften Warschau (PAN)
1991-1995 wissenschaftliche Bearbeiterin des Drittmittelprojekts "Technischer Fortschritt und Sozialer Wandel in deutschen Ostprovinzen"
Promotion mit einer Dissertation über die Jesuitenpresse in Polen in der Zwischenkriegszeit (Düsseldorf 1995)
1996-2000 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Historischen Institut Warschau
2001-2003 DFG-Stipendiatin mit einem Forschungsprojekt zur öffentlichen Gesundheit in Russisch-Polen im 19. Jahrhundert
seit 2003 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar V, Abteilung für Osteuropäische Geschichte der HHU Düsseldorf.

Lehre
Polnische und russische Geschichte
Sozialgeschichte des 19. u. 20. Jahrhunderts
Sozialgeschichte der Medizin
Urbanisierung und Stadtgeschichte
polnisch-russische/polnisch-deutsche/russisch-deutsche Beziehungsgeschichte
historische Stereotypen, Feindbilder und Verschwörungstheorien
Geschichte im Film.


Forschungsschwerpunkte
Sozialgeschichte der Medizin
Stadtentwicklung, Modernisierung und Öffentlichkeit
politischer Katholizismus im 20. Jh.
polnisch-russische Beziehungen.

Habilitationsprojekt
Zwischen gesellschaftlicher Initiative und staatlicher Intervention. Öffentliche Gesundheit in Russisch-Polen am Beispiel der Städte Warschau und Lodz (1815-1915)

Öffentliche Gesundheit bedeutet die politische und gesellschaftliche Antwort auf eine existenzielle Frage - individuelle Gesundheit. In einem Gebiet wie Russisch-Polen, das seine staatliche Selbständigkeit verloren hatte, befand sich Public Health in einem Dreieck von russischer imperialer Politik auf verschiedenen Ebenen, der Institution der Stadtverwaltung und der gesellschaftlichen Selbstorganisation. Das Projekt untersucht die wechselseitigen Beziehungen am Fall von Warschau, der alten Hauptstadt, und Lodz, dem "polnischen Manchester". Dabei sind die Umstände des medizinisch-technologischen Wissenstransfers ebenso zu diskutieren, wie die Frage nach den Trägern, den zeitgebundenen Inhalten öffentlicher Gesundheit und ihrer ideologischen Aufladung. Das Problem "Stadt und Gesundheit" dient als Prüfstein für die Diskussion um "Bürgerlichkeit" sowie als Beitrag zu einer polnisch-russischen Beziehungsgeschichte, welche staatliche Repression, gesellschaftlichen Widerstand und Formen des modus vivendi ins Blickfeld nimmt. An einem Austausch über Themen der Sozialgeschichte der Medizin, vor allem im Hinblick auf den Komplex Stadt und Öffentliche Gesundheit - im gesamteuropäischen Vergleich - wäre ich sehr interessiert.

Veröffentlichungen (in Auswahl)

Monographien
Die polnischen Jesuiten, der Przegląd Powszechny und der politische Katholizismus in der Zweiten Republik. Ein Beitrag zur Geschichte der katholischen Presse Polens zwischen den Weltkriegen (1918-1939), Dortmund 1996, (=Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ostmitteleuropa an der Universität Dortmund, Reihe B, Bd. 55); zugl. Düsseldorf, Univ., Diss 1995.

(gemeinsam mit Michael G. Esch) Technischer Fortschritt und sozialer Wandel. Wirkungen der industriellen Entwicklung in kleinen Regionen und Städten ausgewählter deutscher Ostprovinzen im Vergleich, Bonn 1996 (=Historische Forschungen, hg. v. d. Kulturstiftung der Deutschen Vertriebenen).

Technischer Fortschritt und sozialer Wandel in deutschen Ostprovinzen. Ein Vergleich ausgewählter Mittel- und Westprovinzen, Bonn 1994, (=Historische Forschungen, hg. v. d. Kulturstiftung der Deutschen Vertriebenen).

Aufsätze und Beiträge in Sammelwerken
(Zusammen mit Silke Fehlemann) Die Hand an der Wiege. Mütter- und Säuglingsfürsorge in vergleichender Perspektive: deutsche und polnische Verhältnisse um 1900, in: Austausch in der Medizin zwischen Deutschen und Polen, Wrocław 2009 [im Druck].

Mietskasernen und „Gläserne Häuser“: Soziales Wohnen in Warschau zwischen Philanthropie und Genossenschaft (1900-1939), in: Wohnen in der Großstadt 1900-1939. Wohnsituation und Modernisierung im europäischen Vergleich, hrsg. v. Alena Janatková und Hanna Kozińska-Witt (=Forschungen zur Geschichte und Kultur des östlichen Mitteleuropa), Stuttgart 2006, S. 205-224.

Modernisierung unter den Bedingungen der Teilung. Überlegungen zur Frage strukturellen und kulturellen Wandels in Warschau am Beispiel öffentlicher Gesundheit, in: Städte im östlichen Europa. Zur Problematik von Modernisierung und Raum vom Spätmittelalter bis zum 20. Jahrhundert), hrsg. v. Carsten Goehrke u.  Bianka Pietrow-Ennker, Zürich 2006, S. 365-391.

Soviet Russia vs. Nazi-Germany: Poland's big neighbours from the Viewpoint of the Polish Jesuits (1918-1939), in: Churches in the Century of the Totalitarian Systems, hrsg. v. Jerzy Kłoczowski/Wojciech Lenarczyk u. Sławomir Łukasiewicz (=Proceedings of the Commission Internationale d'Histoire Ecclésiastique Comparée, Lublin 1996, Bd. 5, Teil 2) Lublin 2001, S. 83-90.

gemeinsam mit Mathias Niendorf: Raum und Zeit, Mensch und Methode: Überlegungen zum Phänomen der Verschwörungstheorie, in: Verschwörungstheorien. Anthropologische Konstanten - historische Varianten, hrsg. v. dens. (=Einzelveröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts Warschau, Bd. 6) Osnabrück 2001, S. 197-210.

Miasto i zdrowie a perspektywa porównawcza. Uwagi metodyczne na przykładzie reform sanitarnych w XIX-wiecznej Warszawie [Stadt und Gesundheit in vergleichender Perspektive. Methodische Bemerkungen am Beispiel der Warschauer Sanitätsreformen im 19. Jh.], in: Medycyna Nowożytna, 7, 2000, H. 1, S. 45-62.

Das Krankenhaus im Königreich Polen: zwischen Reform und staatlicher Intervention (1815-1914), in: Archiwum Historii i Filozofii Medycyny, 62, 1999, H.4, S. 429-443.

Gemeinsam mit Mathias Niendorf: Von Kolbe bis Kielce. Ein Heiliger, seine Presse und die Geschichte eines Pogroms, in: "Der Fremde im Dorf". Überlegungen zum Eigenen und zum Fremden in der Geschichte. Rex Rexheuser zum 65. Geburtstag, hrsg. v. Hans-Jürgen Bömelburg u. Beate Eschment, Lüneburg 1998, S. 169-194.

Herausgeberschaft
gemeinsam mit Mathias Niendorf: Verschwörungstheorien. Anthropologische Konstanten – historische Varianten (=Einzelveröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts Warschau, Bd. 6), Osnabrück 2001.

Kooperationspartner außerhalb der Universität
Polnischer Projekttag für NRW-Schulen
mit dem Polnischen Kulturinstitut Düsseldorf in Kooperation mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW und dem Deutschen Polen-Institut in Darmstadt. Seit Juni 2005 22 Projekttage mit ca. 900 Schülern und begleitenden Lehrern aus rund 40 Schulen in NRW → http://www.polnisches-institut.de/veranstaltung

Dienstadresse
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Institut für Geschichtswissenschaften V: Geschichte und Kulturen Osteuropas
Gebäude 23.31. Raum 05.65 
Universitätsstr. 1
D - 40225 Düsseldorf
Tel.: 0049-211-81-14559
Fax: 0049-211-81-12929
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Aktuelles:

Ute Caumanns/Lars Gronau/Christian Lange/Tim Mörsch (Hrsg.): Wer zog die Drähte? Verschwörungstheorien im Bild, Düsseldorf 2012.