INSTITUT FÜR KULTUR UND GESCHICHTE DER DEUTSCHEN IM ÖSTLICHEN EUROPA (ZWISCHENZEITLICH AUFGELÖST)

Lehrveranstaltungen von Prof. Dr. Detlef Brandes

                       

Vorlesung / Lecture:

 

Geschichte Jugoslawiens von der Gründung bis zum Zerfall des Staates

History of Yugoslavia from the Foundation to the Disintegration of the State

 


Di 9.00-11.00 (2stündig)
Geb. 23.31, Ebene U1, Raum 66

LPO: A4, B
BA alt: EMN, EMNO, TMN 1, 3 und 4, TMNO 1, 3 und 4
BA neu: Aufbaumodul Neuzeit, Themenmodul 1, 3 und 4

Beginn: 17.10.2006

 

Angesichts des Zerfalls und der kriegerischen Konflikte auf dem Boden des ehemaligen Jugoslawien kann man sich heute kaum noch vorstellen, dass Jugoslawien noch vor zwei Jahrzehn­ten als ein Staat galt, der den Ausgleich zwischen seinen Nationen durch den Aufbau föderativer Strukturen einigermaßen geschafft, ein eigenes Gesellschaftsmodell entwickelt und seine Rolle in der Bewegung der „Blockfreien“ gefunden hatte.

Das Ende 1918 proklamierte „Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen“ konnte entstehen, nachdem zwei multi-ethnische Imperien zusammengebrochen waren: das Osmanische Reich und die Habsburgermonarchie. Sowohl die Expansion des Osmanischen Reiches als auch das gegenläufige Vordringen der Habsburgermonarchie hatten zahlreiche Bevölkerungsver­schiebungen und ethnische Verschachtelungen zur Folge gehabt. Der jugoslawische Staat beruhte auf der ideologischen Konstruktion, dass Serben, Kroaten und Slowenen Teile einer süd(jugo)-slawischen Nation seien, die Anspruch auf einen eigenen Nationalstaat habe. Versuche, ein jugoslawisches Nationalbewusstsein zu schaffen, hat es sowohl vor als auch nach dem Ersten Weltkrieg gegeben. Warum dies schließlich nicht gelungen ist, ist eine der Fragen, die in der Vorlesung untersucht werden. Dabei spielen nationale Erinnerungen, verdichtet und verzerrt zu Mythen wie dem Kosovo-Trauma, eine wichtige Rolle.

Aber auch die Lage der nationalen Minderheiten, besonders der Mazedonier, Albaner, Ungarn und Deutschen, die Entwicklung des politischen Systems, die Wirtschaft und die Außenpolitik Jugoslawiens werden behandelt. 

 
Literatur:

Sundhaussen, Holm: Experiment Jugoslawien. Von der Staatsgründung zum Staatszerfall. Mannheim u.a. 1993.

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Übung zur Vorlesung / Lectures tutorial:

 

Geschichte Jugoslawiens von der Gründung bis zum Zerfall des Staates

History of Yugoslavia from the Foundation to the Disintegration of the State


Mo 9-10 (1stündig)
Geb. 23.31, Ebene 02, Raum 27

LPO: A4, B
BA alt: EMN, EMNO, TMN 1, 3 und 4, TMNO 1, 3 und 4
BA neu: Aufbaumodul Neuzeit, Themenmodul 1, 3 und 4

Beginn: 23.10.2006

 

Die Übung bietet die Möglichkeit zu Nachfragen und Diskussionen. Außerdem sollen ausgewählte Texte interpretiert werden.

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Hauptseminare / Masterseminars / Seminars for Advanced Students:

 

Die kommunistische Herrschaft in Ostmittel- und Südosteuropa in der nationalen Erinnerung

National Memories of Communist Rule in East Central and South Eastern Europe

 

Mi 14-16 (2stündig)
Geb. 23.31, Ebene 05, Raum 22

LPO: A4, B
BA alt: EMN, EMNO, TMN 1, 2 und 4, TMNO 1, 2 und 4
BA neu: Themenmodul 1, 2 und 4

Beginn: 18.10.2006

 

Mehr noch als der Zweite Weltkrieg spielen die Erinnerungen an die kommunistische Herrschaft eine zentrale Rolle im Geschichtsbewusstsein der Nationen Ostmittel- und Südosteuropas. Besonders umstritten sind natürlich die Kollaboration, der Widerstand und die Folgen für die Zeit nach der „Wende“ zur parlamentarischen Demokratie. In dem Seminar wird es nicht nur um die Grundzüge der Behandlung dieser Themen in der professionellen Historiographie seit 1989/90, sondern auch um die politisch-justizielle Aufarbeitung sowie das öffentliche Erinnern vor allem an Jahrestagen und durch Mahnmale, Ausstellungen oder Museen gehen.

Die Teilnehmer/innen des Seminars werden ihre Quellen mehr als üblich über das Internet suchen müssen.

 

Literatur:

Cornelißen, Christoph: Zur Erforschung von Erinnerungskulturen in West- und Osteuropa. Methoden und Fragestellungen. In: Diktatur, Krieg, Vertreibung. Hg. v. dems., Roman Holec, Jiří Pešek. Essen 2005, S. 25-44.

Troebst, Stefan: Postkommunistische Erinnerungskulturen. Bestandsaufnahme, Kategorisierung, Periodisierung. Wrocław 2005, S. 7-32.

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Der „Generalplan Ost“ und die nationalsozialistische Besatzungspolitik 1939-1945

The „Generalplan Ost“ and the Nationalsocialist Occupation Policy 1939-1945

 

Mo 14-16 (2stündig)
Geb. 23.31, Ebene 02, Raum 24

LPO: A4, B
BA alt: EMN, EMNO, TMN 1, 3 und 4, TMNO 1, 3 und 4
BA neu: Aufbaumodul Neuzeit, Themenmodul 1 und 4

Beginn: 23.10.2006

 

Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion gab der Reichsführer SS und „Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums“ Heinrich Himmler einen „Generalplan Ost“ in Auftrag, der später zum „Generalsiedlungsplan“ weiterentwickelt wurde. In diesen Plan wurden frühere Entwürfe und schon umgesetzte Vertreibungs- und Siedlungsvorhaben in den eroberten polnischen und tschechischen Gebieten integriert. Das Fernziel, das in 30, später sogar nur 25 Jahren erreicht werden sollte, war die Verlegung der deutschen „Siedlungsgrenze“ um etwa 1.000 km nach Osten und die Etablierung einer noch weiter vorgeschobenen „Wehrgrenze“ am Ural. Die Bevölkerung dieser Gebiete sollte schrittweise über den Ural nach Sibirien deportiert bzw. zum Teil als „rassisch unerwünscht“ ebenso ermordet werden wie die jüdische Bevölkerung. Zu den Fragen, die im Seminar anhand ausgewählter  Quellen und in den Referaten/Hausarbeiten der Teilnehmer untersucht werden sollen, gehört das Verhältnis zwischen dem Generalplan Ost und der konkreten deutschen Politik in den einzelnen besetzten Ländern. Denn die Gesamtplanung war nicht nur zwischen den verschiedenen Machtzentren des NS-Staates umstritten. Auch die militärische Situation, wirtschaftliche Interessen sowie Aktivitäten der Widerstandsgruppen in den besetzten Gebieten zwangen die Reichs- und regionalen Behörden zur Anpassung ihrer Politik und zur Verschiebung ihrer Fernziele.

 

Literatur:

Aly, Götz: „Endlösung“ – Völkerverschiebung und der Mord an den europäischen Juden. Frankfurt/M. 1995.

Heinemann, Isabel: „Rasse, Siedlung, deutsches Blut“. Das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS und die rassenpolitische Neuordnung Europas. Göttingen 2003.

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Oberseminar / Masterforum:

 

Kolloquium für Examenskandidaten und fortgeschrittene Studierende

Colloquy for Graduate and Advanced Students

 

Mi 16-18 (1stündig, 14tägig)
Geb. 23.21, Ebene U1, Raum 93

Beginn: 8.11.2006

 

Kolloquium für Examenskandidaten und Gastvorträge. Eine Übersicht der geplanten Vorträge findet sich hier.

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