Proseminar/Seminar
Die Kiever Rus‘
The Kievan Rus’
Do 11-13 (2stündig)
Ort: Geb. 23.31., Raum 02.24
Beginn: 16.10.2008
LPO: A 2; B 1, 2
BA alt: EMM/EMMO 1, 4
BA neu: Aufbaumodul Mittelalter
Studium Universale: TN 5, 2 CP
Die Geschichte der ersten Herrschaftsbildung auf ostlavischem Siedlungsgebiet steht im Mittelpunkt dieser Veranstaltung. Entlang des Weges „von den Warägern zu den Griechen“ entstand aus der Zusammenfassung von verschiedenen Stammesherrschaften durch die Rjurikiden ein Herrschaftsverbund, der durch Handelsinteressen gekennzeichnet war und als dessen erste Zentren sich Novgorod und Kiev herausbildeten.
Kurz vor der Jahrtausendwende nahm mit der „Taufe Russlands“ unter Fürst Vladimir die Christianisierung des Landes ihren Anfang, die mit einer weiteren Konsolidierung der Herrschaft verbunden war. Im 11. Jahrhundert sollte die Rus‘ ihre politische und wirtschaftliche Blütezeit erleben, an deren Ende zunehmender Machtverfall und schließlich der Untergang im „Mongolensturm“ stand.
Das Proseminar will in grundlegenden Methoden und Fragestellungen der mittelalterlichen osteuropäischen Geschichte einführen und richtet sich in erster Linie an Studienanfänger. Für einen Beteiligungsnachweis ist neben der Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit die Übernahme eines Referates, für eine Abschlussprüfung zusätzlich die Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit notwendig.
Literatur:
GOEHRKE, Carsten: Frühzeit des Ostslaventums. Darmstadt 1992. (= Erträge der Forschung; 277)
MÜLLER, Ludolf: Die Taufe Russlands. Die Frühgeschichte des russischen Christentums bis zum Jahre 988. München 1987.
RÜß, Hartmut: Das Reich von Kiev, in: HELLMANN, Manfred (Hg.): Handbuch der Geschichte Rußlands, Band 1,I. Stuttgart 1981, S. 199-429.
Übung/Tutorial
Die Deutschen in der Ukraine 1917-1943 im Spiegel ausgewählter Archivquellen
The Germans in Ukraine 1917-1943, Viewed from Selected Archival Sources
Do 16-18 (2stündig)
Geb. 23.31, 02.22, Beginn: 16.10.2008
LPO: A 3; B 1,3
BA alt: EMN/EMNO 1, 4
BA neu: Aufbaumodul Neuzeit
Studium Universale: TN 5, 2 CP
Nach der Volkszählung von 1926 lebten in der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik mehr als 390.000 Deutsche, deren große Mehrheit in einem dörflichen Umfeld, also „auf dem flachen Land“ lebte. Diese Nachfahren deutscher Einwanderer des 18. und vor allem 19. Jahrhunderts waren im Zuge der Revolution von 1917 und des Bürgerkriegs unter die Herrschaft des ersten sozialistischen Staates der Welt geraten.
Obgleich das Verhältnis zur sowjetischen Obrigkeit nie konfliktfrei war, heben sich die 1920er Jahre mit ihrer gegenüber den Bauern und nationalen Minderheiten entgegenkommenden Politik deutlich von der Zeit nach dem „Großen Umbruch“ von 1929 ab. Kennzeichnend wurden fortan die Repressalien der Zwangskollektivierung und Entkulakisierung, die verheerende Hungersnot der Jahre 1932/33 und die zunehmende Stigmatisierung der Ukrainedeutschen als „innere Feinde“, die in der kollektiven Deportation nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 gipfelte.
In dieser Übung soll mittels der Lektüre und Interpretation von unveröffentlichten, z.T. handschriftlichen Archivquellen ein möglichst umfassendes Bild der Geschichte der ukrainedeutschen Bauern gezeichnet werden. Dabei richtet sich die Veranstaltung in erster Linie an Studienanfänger sowie Studierende der unteren Semester und vermittelt grundlegende Techniken der Kritik und Interpretation unterschiedlicher Quellengattungen. Die Veranstaltung ist wahlweise für Neuere oder Osteuropäische Geschichte anrechenbar. Voraussetzung für die Vergabe eines Beteiligungsnachweises ist die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit und die Erbringung einer kleineren Einzelleistung. Kenntnisse der russischen oder ukrainischen Sprache sind nicht erforderlich.
Literatur:
PINKUS, Benjamin; FLEISCHHAUER, Ingeborg: Die Deutschen in der Sowjetunion. Geschichte einer nationalen Minderheit im 20. Jahrhundert. Bearbeitet und herausgegeben von Karl–Heinz Ruffmann. Baden–Baden 1987. (= Osteuropa und der internationale Kommunismus; 17)
BUCHSWEILER, Meir: Volksdeutsche in der Ukraine am Vorabend und Beginn des Zweiten Weltkriegs - ein Fall doppelter Loyalität?, Gerlingen 1984. (= Schriftenreihe des Instituts für Deutsche Geschichte, Universität Tel Aviv, 7)
