II: NEUERE GESCHICHTE

Dr. des. Arndt Weinrich

Arndt Weinrich, M.A.

Vita

  • geboren am 26.07.1979
  • 2001 bis 2005 Studium der Geschichte und Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • 2003-2004 Études européennes (Wirtschaft/Geschichte) an der Sorbonne nouvelle (Paris 3)
  • 2002-2003 Studium der Volkswirtschaftslehre an der Fernuniversität Hagen
  • Abschlüsse: Oktober 2005 Magister (Geschichte/Philosophie) Juni 2004 Licence (Bachelor) Études européennes
  • Magisterarbeit: Der Frontkämpfer des Ersten Weltkriegs in den Vorstellungswelten der Hitlerjugend
  • Seit Nov. 2005 Stipendiat der Gerda-Henkel-Stiftung
  • April 2007 Bourse de recherche de l'Historial de la Grande Guerre
  • April 2009 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar II der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Publikationsverzeichnis

D’une guerre, l’autre. Le Frontsoldat de la Grande Guerre et la remobilisation mentale de la jeunesse allemande, in: Revue d'histoire de la Shoah 189 (2008,2), S. 373-389.

Dissertationsprojekt: Die Instrumentalisierung des Ersten Weltkrieges
in Politik und Ideologie der Hitler-Jugend  

Ausgehend von der These, dass die Reichsjugendführung in der NS-Geschichtspolitik nicht nur als passiver Transmissionsriemen fungierte, sondern sich initiativ um eine HJ-eigene Weltkriegs-Gedenkpraxis bemühte, untersucht das aktuelle Dissertationsprojekt den Stellenwert des Ersten Weltkrieges und seiner militaristischen Schlüsselmythen für die von der HJ forcierte mentale Aufrüstung insbesondere der männlichen Jugendlichen in den 1930er Jahren. Dabei ist das Forschungsinteresse ein doppeltes:

1. Durch die systematische Auswertung der infrage kommenden zentralen Archivbestände der Reichsjugendführung (im BA Berlin, Lichterfelde) und disparater Akten-Überlieferungen der HJ-Gebiets- und Bannführungen (z. B. in München, Augsburg, Ludwigsburg, Wiesbaden, Darmstadt, Düsseldorf), vor allem aber durch die Analyse der in größerem Umfang erhaltenen HJ-Publizistik soll der Weltkriegsdiskurs der HJ in seinen Entwicklungen und Akzentverschiebungen nachgezeichnet werden. Aufgrund der dünnen Quellenlage kann der Weltkrieg im HJ-Diskurs der ‚Kampfzeit’ lediglich skizziert werden. Der Schwerpunkt dieses Teils wird auf den Jahren 1933-1940 liegen, in denen die HJ ja auch als Jugendorganisation zahlenmäßig erst bedeutsam wurde.  
2. Um trotzdem zu wissenschaftlich verwertbaren Aussagen über die Zeit der Weimarer Republik zu kommen, sollen in einem zweiten Teil die divergierenden Kriegsdiskurse eines möglichst repräsentativen Samples mit der HJ konkurrierender Jugendorganisationen untersucht werden. Das Nachzeichnen des Jugenddiskurses über den Weltkrieg z. B. im Jungbanner (Vortrupp), im Scharnhorst, in der so genannten Bündischen Jugend, vor allem aber auch in der Turnerjugend und den konfessionellen Jugendverbänden soll die stets summarisch geäußerte These von der Militarisierung der Weimarer Jugend überprüfen und der Bedeutung der gegen Ende der 20er Jahre aufkommenden Weltkriegs-Konjunktur (z. B. Remarque-Skandal) für die Radikalisierung weiter Teile der männlichen Jugend nachgehen.


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Arndt Weinrich, M.A.
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