II: NEUERE GESCHICHTE

Veröffentlichungen

Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich, Irina Renz (Hrsg.), Enzyklopädie Erster Weltkrieg, 2., durchgesehene Aufl., Paderborn u.a. (Schöningh Taschenbuch UTB) 2008.

"Das Buch: Die Enzyklopädie Erster Weltkrieg ist ein einzigartiges historisches Lese- und Nachschlagewerk. Verfaßt von zahlriechen namhaften Historikern und Weltkriegsforschern aus 15 Ländern, bietet sie Überblicke und Darstellungen, Informationen und Interpretationen zu Personen und Ereignissen, Ländern, Institutionen und Begriffen. Sie thematisiert das militärische Geschehen ebenso wie die politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Geschichte dieses Krieges. Die Enzyklopädie Erster Weltkrieg, das erste Werk dieser Art, ist ein unerläßliches Handbuch für Wissenschaft und Unterricht sowie für alle, die sich mit der Geschichte des 20. Jahrhunderst beschäftigen.

Der Inhalt: 26 einführende Aufsätze zu den kriegführenden Staaten und ihren Gesellschaften, zu Ursachen, Verlauf und Ausgang des Weltkrieges sowie zu seiner Geschichtsschreibung eröffnen die Enzyklopädie. Der umfangreiche Lexikonteil enthält über 650 Stichworte. Eine ausführliche Zeittafel 1914-1918, 23 Karten und über 100 zumeist unveröffentlichte Abbildungen runden das international ausgerichtete, den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung spiegelnde und zugleich allgemein verständliche Werk ab." (Klappentext Schöningh UTB Verlag)

 

Cicatrices. La Grande Guerre aujourd'hui.

Stéphane Audoin-Rouzeau et Gerd Krumeich: Cicatrices. La Grande Guerre aujourd'hui, (Tallandier) 2008.

La Grande Guerre a laissé une blessure au flanc des paysages de France. De la mer du Nord aux Vosges, le canon a labouré la terre, fauché bosquets et forêts, rasé villes, villages et édifices. Dans les plaines de la Somme et sur les plateaux de Champagne, dans les forêts de l’Argonne et sur les flancs du Vieil-Armand, et en cent autres lieux, des millions d’hommes ont creusé des tranchées, tiré des barbelés, bétonné abris et casemates, décoré et inscrit carrières et souterrains, donné à leurs camarades tombés d’émouvantes sépultures. Ils ont laissé derrière eux – sorte d’immense dépotoir – armes, munitions, objets par millions. Qu’en reste-t-il aujourd’hui ? Le photographe Jean Richardot parcourt depuis plusieurs années les champs de bataille de 14-18. Il en a tiré ce reportage, à la fois témoignage sur les traces actuelles du conflit et hommage aux hommes qui l’ont vécu. Deux historiens de la Première Guerre mondiale, le Français Stéphane Audoin-Rouzeau, directeur d’études à l’École des hautes études en sciences sociales, et l’Allemand Gerd Krumeich, professeur à l’université de Düsseldorf, conjuguent leurs connaissances et leurs regards pour commenter ces images. Ils décryptent l’empreinte des combats sur le paysage et font revivre la terreur et le courage des combattants. À travers ce livre unique, la Grande Guerre apparaît plus que jamais présente. Quatre-vingt-dix ans après, elle est là, dans nos mémoires et sous nos yeux.

La Grande Guerre. Une histoire franco-allemande.

Jean-Jacques Becker et Gerd Krumeich: La Grande Guerre. Une histoire franco-allemande, (Tallandier) 2008.

La guerre de 1914 fut très tôt baptisée la Grande Guerre : les proportions inouïes du conflit, qu’il s’agisse du nombre des combattants et de victimes ou de l’importance des moyens engagés, ne pouvait que justifier cette dénomination. Elle impliqua toutes les parties du monde, d’où son autre nom – trompeur – de Première Guerre mondiale. Car elle fut une guerre européenne, et particulièrement une guerre franco-allemande : les batailles décisives se déroulèrent, pour la plupart, sur le sol français, et les armées française et allemande en furent les acteurs principaux. Surtout, elle n’aurait pu durer quatre ans et demi si les peuples allemands et français n’avaient eu la volonté de combattre jusqu’à la victoire, quelles que fussent la cruauté des pertes et l’ampleur des sacrifices. Deux historiens de 14-18, un Français et un Allemand, revisitent sous un angle inédit, franco-allemand, le conflit qui a donné naissance au tragique XXe siècle. Ils s’attachent, par-delà les événements militaires, à la vie des soldats et des civils, à l’évolution des systèmes politiques, à la mobilisation des sociétés et des économies, aux fluctuations du moral et à la naissance de « cultures de guerre ». Cette approche fondée sur le dépassement des visions nationales et sur la compréhension de l’autre jette un regard neuf sur le cataclysme qui a marqué durablement le destin des deux peuples et, par-delà, celui de l’Europe.

Joachim Schröder: Internationalismus nach dem Krieg. Die Beziehungen zwischen deutschen und französischen Kommunisten 1918-1923, Essen 2008.

"Die ersten Jahre nach dem Ersten Weltkrieg waren sowohl in Deutschland als auch in Frankreich von einem turbulenten Nationalismus geprägt - zugleich war der "Große Krieg" aber auch Geburtsstunde eines neuen, militanten Internationalismus. Dessen Anhänger richteten ihre Hoffnungen auf Sowjetrussland und die neue, kommunistische Internationale, die statt Reformen den internationalen Bürgerkrieg propagierte.
Joachim Schröder hat sowohl die Wurzeln als auch die unterschiedlichen Erscheinungsformen dieses neuartigen Internationalismus am Beispiel der deutschen und französischen Kommunisten untersucht. Die Analyse der Politik wie der "Begegnungsorte" deutscher und französischer Kommunisten beleuchtet Ausmaß und Grenzen internationalistischer Politik in Zeiten eines noch äußerst virulenten Kriegsnationalismus. Sichtbar werden die ganz unterschiedlichen Traditionen und ideologischen Prägungen, Kriegserfahrungen und Ausgangspositionen der Protagonisten." (Klappentext des Klartext-Verlags)

Jeanne D'Ard. Die Geschichte der Jungfrau von Orleans.

Gerd Krumeich, Jeanne D'Arc. Die Geschichte der Jungfrau von Orleans, München (Beck) 2006.

"Jeanne D'Arc (um 1412-1431) ist eine der faszinierendsten Gestalten des Mittelalters. Auch heute noch ist ihr Leben umrankt von Legenden und Rätseln. Gerd Krumeich schildert mit großer Sachkenntnis, aber auch mit Passion die Geschichte der Jungfrau von Orleans. Sein Buch zeigt uns, warum die "Frau des Jahrtausends" mehr als jede andere historisch belegte Frauengestalt im kulturellen Gedächtnis der Menschheit lebendig geblieben ist." (Klappentext des Beck-Verlages)

Die Deutschen an der Somme.

Gerhard Hirschfeld / Gerd Krumeich / Irina Renz (Hrsg.), Die Deutschen an der Somme 1914-1918. Krieg, Besatzung, Verbrannte Erde, Essen (Klartext) 2006.

"Am 1. Juli begann im Norden Frankreichs entlang der Somme die wohl blutigste Schlacht des Ersten Weltkriegs. Bereits fünf Monate später beliefen sich die Verluste der beteiligten britischen, französischen und deutschen Armeen auf weit über eine Million toter oder verwundeter Sodlaten. Es war der endgültige Übergang zum industrialisierten und globalisierten Massenkrieg: Auf alliierter Seite kämpften Soldaten aus über 20 Nationen, an der Somme wurden zum ersten mal Panzer (Tanks) eingesetzt, und beim deutschen Rückzug 1917 kam es zur Zerstörung ganzer Orte und Landschaften. Die hierbei praktizierte Strategie der Verbrannten Erde ist eine oftmals unterschlagene Seite des 'total' gewordenen Weltkriegs.
Heute ist die Erinnerung an dieses 'Menschenschlachthaus' im Gedächtnis der beiteiligten Nationen sehr unterschiedlich ausgeprät. Während für die Briten sowie deren ehemalige Dominions die Somme geradezu den Fixpunkt des Ersten Weltkriegs darstellt, ist sie in Deutschland nahezu völlig vergessen. Dabei hatte die Somme in der deutschen Kriegserinnerung der 1920er und 1930er Jahren noch eine ganz besondere Rolle eingenommen, denn die Deutschen fühlten sich dort keineswegs als Angreifer, sondern als Verteidiger: Ihre 'Wacht an der Somme' sollte dazu dienen, Krieg und Zerstörung von der Heimat fernzuhalten.
Der Band beleuchtet mit Essays, zahlreichen Dokumenten, Fotografien und Karten die Geschichte eines der größten Kriegsschauplätze der Weltgeschichte sowie die Wege der Erinnerung und des Vergessens. Dabei rücken erstmals auch die privaten Aufzeichnungen der beteilgten Soldaten und Zivilisten ins Blickfeld. Das Buch ist zugleich ein Reisebgleiter zu den Museen und Erinnerungsorten des Ersten Weltkriegs an der Somme." (Klappentext Klartext-Verlag)

Krieg und Utopie

Gertrude Cepl-Kaufmann, Gerd Krumeich, Ulla Sommers (Hrsg.), Krieg und Utopie. Kunst, Literatur und Politik im Rheinland nach dem Ersten Weltkrieg, Essen (Klartext) 2006.

"Als 'Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts' markierte der Erste Weltkrieg einen existenziellen Einschnitt, den Künstler und Schriftseller als brutale Vertreibung aus dem Paradies empfanden. Das Spektrum der kulturellen und intellektuellen Verarbeitung als einer auch regionalen Gedächtnis- und Erinnerungsgeschichte lässt sich besonders im politisch stark betroffenen Rheinland verfolgen. Diese geschichts- und symbolträchtige Kulturlandschaft suggerierte Kontinuität und bot zugleich das Potenzial für einen Neubeginn. So entwickelte sich das Rheinland zum Sammelbecken utopischer Bestrebungen.
Der Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung zeigt die reiche und lebhafte kulturelle rheinische Szene in den Jahren zwischen 1919 und 1925. Er erlaubt einen exemplarischen Blick auf die Kriegsthematik und vermittelt die Bandbreite der Verarbeitungsstrategien, mit denen die traumatischen Erfahrungen des Ersten Weltkriegs bewältigt werden sollten. Die Ausstellung wird im Sommer 2006 zum ersten Mal in der Bunkerkirche in Düsseldorf Heerdt gezeigt. In ihrer spezifischen Räumlichkeit verdichtet sich das Spannungsgefüge eines künstlerischen Rückblicks in die Brutalität des Krieges bei gleichzeitiger Suche nach Überwindung des apokalyptischen Ereignisses aus dem Geist der Utopie.
Der interdisziplinär erarbeitete Band präsentiert nicht nur bekannte rheinische Künstler in einem neuen Kontext, sondern zeigt auch die Dominanz und Vielfalt künstlerischer Lösungen, die erstmals unter diesem Aspekt behandelt werden." (Klappentext Klartext Verlag)

Gefangen im Großen Krieg.

Uta Hinz, Gefangen im Großen Krieg. Kriegsgefangenschaft in Deutschland 1914-1921, Essen (Klartext) 2006.

"Zahllose Soldaten aller kriegführenden Mächte gerieten im Ersten Weltkrieg in Kriegsgefangenschaft. Allein in den Lagern des Deutschen Reiches befanden sich schließlich über zwei Millionen Kriegsgefangene unterschiedlicher Nationalität.
Die Studie von Uta Hinz nimmt sich dieses wissenschaftlich bislang nur wenig beachteten Massenphänomens an, wobei sie sich auf teilweise unbekannte Quellen stützt. Sie rekonstruiert den Kriegsalltag der Gefangenen und beschreibt die politischen, ökonomischen und kulturellen Dimensionen eines gewaltigen Lagersystems, das sich in Deutschland seit 1914 gleichsam aus dem Nichts entwickelte. Bis zum Ersten Weltkrieg war Kriegsgefangenschaft kein kriegsrelevanter Bereich gewesen. Durch Politik und Propaganda, Kriegsnot und neu definierte Kriegsnotwendigkeiten geriet die Behandlung des gefangenen Kriegsgegners schließlich immer stärker den Sog einer radikalisierten Kriegsführung. Die Mobilisierung aller gesellschaftlichen Ressourcen, eine damit verbundene Ausdehnung des Kriegsbegriffs über den militärischen Bereich hinaus, erfaßte auch die Organisation der Kriegsgefangenschaft. Traditionelle militärische Vorstellungen lösten sich auf, der kriegsgefangene Feind wurde mehr und mehr zum menschlichen Kriegsmaterial degradiert. Die Geschichte der Kriegsgefangenschaft in Deutschland 1914-1918 erweist sich somit als wesentliche Etappe auf dem Weg zum totalen Krieg im 20. Jahrhundert." (Klappentext Klartext-Verlag)

Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich, Irina Renz (Hrsg.), Enzyklopädie Erster Weltkrieg, 2., durchgesehene Aufl., Paderborn u.a. (Schöningh) 2004.

"Das Buch: Die Enzyklopädie Erster Weltkrieg ist ein einzigartiges historisches Lese- und Nachschlagewerk. Verfaßt von zahlriechen namhaften Historikern und Weltkriegsforschern aus 15 Ländern, bietet sie Überblicke und Darstellungen, Informationen und Interpretationen zu Personen und Ereignissen, Ländern, Institutionen und Begriffen. Sie thematisiert das militärische Geschehen ebenso wie die politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Geschichte dieses Krieges. Die Enzyklopädie Erster Weltkrieg, das erste Werk dieser Art, ist ein unerläßliches Handbuch für Wissenschaft und Unterricht sowie für alle, die sich mit der Geschichte des 20. Jahrhunderst beschäftigen.

Der Inhalt: 26 einführende Aufsätze zu den kriegführenden Staaten und ihren Gesellschaften, zu Ursachen, Verlauf und Ausgang des Weltkrieges sowie zu seiner Geschichtsschreibung eröffnen die Enzyklopädie. Der umfangreiche Lexikonteil enthält über 650 Stichworte. Eine ausführliche Zeittafel 1914-1918, 23 Karten und über 100 zumeist unveröffentlichte Abbildungen runden das international ausgerichtete, den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung spiegelnde und zugleich allgemein verständliche Werk ab." (Klappentext Schöningh Verlag)

Ruhrkampf 1923

Gerd Krumeich, Joachim Schröder (Hrsg.), Der Schatten des Weltkriegs. Die Ruhrbesetzung 1923, Essen (Klartext) 2004.

"Im Januar 1923 besetzten französische und belgische Truppen zunächst Essen und dann große Teile des Ruhrgebiets, um rückständige Reparationen einzutreiben. Diese 'Friedensbesetzung' hatte einene druchaus kriegerischen Charakter: Verhaftungen und Ausweisungen, gewaltsame Übergriffe der Besatzungssoldaten auf der einene, 'passiver Widerstand', Sabotageaktionen, 'Abrechnung' mit Streikbrechern auf der anderen Seite. All das gab dem 'Ruhrkampf' die Prägung eines 'Kriegs im Frieden'. Im Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit war plötzlich der Erste Weltkrieg wieder da - dieses Mal im eignen Land. Tatsächlich trugen die Besatzungsmaßnahmen auch Züge einer Revanche von Franzosen und Belgiern für die wenige Jahre zuvor erlittene Kriegsbesetzung durch die Deutschen.
Belgische, deutsche und französische Historiker und Kulturwissenschaftler beleuchten in diesem Band die Ereignisse vor 80 Jahren mit neuen Erkenntnissen: die vielschichtigen Probleme der internationalen Beziehungen und der Politik der Weimarer Republik, die Auswirkungen des 'Ruhrkampfes' auf die gesellschaftliche Verfassung und politische Kultur der jungen deutschen Republik, und das lokale Geschehen. Zahlreiche Dokumente aus Archiven, die in dieser Fülle bislang noch nicht präsentiert worden sind, ergänzen die historische Analyse." (Klappentext Klartext-Verlag)

 

Schlachtenmythen

Gerd Krumeich, Susanne Brandt (Hrsg.), Schlachtenmythen. Ereignis - Erzählung - Erinnerung, Köln (Böhlau) 2003.

"Seit es geschichtliche Überlieferungen gibt, werden Schlachten als entscheidende Ereignisse immer wieder neu erzählt. An Schlachtenbeschreibungen mangelt es also nicht. Erstmals aber reflektiert dieses Buch das Erzählen von Schlachten selber und untersucht die Mythen der Entscheidungsschlachten als Bausteine kultureller Identität. Dabei werden insbesondere die Medien berücksichtigt, in denen mythische Erzählung vermittelt wurde, wozu auch Film und Musik gehören.
Das Buch fragt nach den Gründen für die oft jahrhundertealte Tradition einer immer wieder erneuerten Erzählung von der "Großen Schlacht". Viele der in unserem Kulturkreis als emblematisch bzw. bedeutend geltenden Schlachten wie Marathon, Waterloo und Stalingrad werden thematisiert. Berücksichtigt werden darüber hinaus aber auch Schlachten, die in anderen Kulturkreisen identitätsstiftend waren, und deren Mythos ebenfalls bis heute weiterwirkt: so der russische Sieg über die "teutonischen Ritter" in der Schlacht auf dem Peipussee und der Kampf um Srirangapatna, der als Schlachtenmythos in Indien und Großbritannien weiterlebt.
Das Buch zeigt eindrucksvoll: Die "Große Schlacht", so detailliert sie von den Zeitgenossen auch beschrieben wurde, lebt nur aus dem heraus, was sie in der Gegenwart noch bedeutet." (Klappentext Böhlau Verlag)

Der verlorene Frieden

Jost Dülffer, Gerd Krumeich (Hrsg.),l Der verlorene Frieden. Politik und Kriegskultur nach 1918, Essen (Klartext) 2002.

"Kriege enden nicht mit dem letzten Schuß. Das gilt besonders für den Ersten Weltkrieg. Waffenstillstand und Friedensschluß bilden nur äußere Eckpunkte. Die Kriegserfahrung setzte sich in vielfältiger und häufig gebrochener Form in die Nachkriegszeit fort. Trauer und Verlust, Kriegsangst und Kriegsbegeisterung gab es auch in der Zeit danach.
Dieser Band geht der mentalen Verarbeitung des 'Großen Krieges' bei Siegern und bei Besiegten ebenso nach, wie er die kurz- und langfristigen Verwerfungen, aber auch Instrumentalisierungen dieser Erfahrungen zum Thema macht. Regionale Zusammenhänge ermöglichen eine Nahbetrachtung wie auch der Blick auf einzelne soziale Gruppen - von den Pazifisten bis zu den nationalen Frauenverbänden. Die Verlängerung des 'Kriegs in den Köpfen' und die Auswirkungen auf die Lebensumstände der Menschen werden an Personen wie an symbolischen und ästhetischen Formen der Erinnerungskultur aufgezeigt. So entsteht ein breites Panorama über den 'Nachkrieg' des Ersten Weltkriegs, das gleichermaßen die deutsche Geschichte wie international vergleichende Aspekt umfaßt." (Klappentext Klartext Verlag)

Vittoria Borsò, Gerd Krumeich, Bernd Witte (Hrsg.), Medialität und Gedächtnis. Interdisziplinäre Beiträge zur kulturellen Verarbeitung europäischer Krisen, Stuttgart / Weimar (J.B. Metzerl) 2001.

"An der Wende zum 21. Jahrhundert ist der Gedächtnisbegriff zu einem zentralen Paradigma der Kulturwissenschaften geworden. Tortz des gegenwärtigen 'Booms' der Gedächtnisforschung findet jedoch das Verhältnis von Medialität und Gedächtnis immer noch vergleichsweise wenig Beachtung. Ausgehend von der These, dass kollektive Gedächtnisse prinzipiell medial konsturiert werden, versammelt der vorliegende Band Beiträge, die aus dem an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf angesiedelten interdisziplinären Forschungsforum 'Europäisches Gedächtnis. Alterität und nationale Geschichtsschreibung. Alte und neue kulturelle Speicher' hervorgegangen sind. Die Autoren nähern sich aus literatur- und medienwissenschaftlicher sowie aus historischer Perspektive dem Problem der kulturellen Verarbeitung europäischer Krisen." (Klappentext Verlag Metzler)

Versailles 1919

Gerd Krumeich (Hrsg.), Versailles 1919. Ziele - Wirkung- Wahrnehmung, Essen (Klartext) 2001.

"Der Versailler Vertrag von 1919 ist ein Schlüsselereignis des 20. Jahrhunderts. Für die Zeitgenossen wie für Generationen von Nachgeborenen, nicht nur in den beseigten Nationen, war 'Versailles' das Symbol für einenen ungerechten und gescheiterten Frieden. Im Deutschland der zwanziger und dreißiger Jahre wurder der 'Schandfrieden' nahezu einmütig abgelehnt und teilweise heftig bekämpft. Die Historiker haben sich Jahrzehntelang meist dieser Meinung angeschlossen. Nur wenige versuchten zu zeigen, daß der Versailler Vertrag doch Keime einer echten Friedensordnung in sich geborgen haben.
Die vorliegende Sammlung hat einen neuen und weiter gefaßten Blickwinkel. Die hier zusammengeführte internationale Forschung untersucht die Strategien und Intentionen der Vertragspartner sowie die Konsequenzen des Friedens von Versailles für die Staaten Europas. Deutlich werden die juristischen, politischen und gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen die beteiligten Länder agierten. Besonderes Augenmerk richtet sich auf die Wahrnehmung wie auch auf die teilweise noch bis in die Gegenwart wirkende Mythisierung des Friedensvertrags bei Siegern und Besiegten. Den Zeitgenossen war es nicht möglich, nach einem derart verheerenden und 'total' geführten Krieg von vierjähriger Dauer einen neuen Friedenszustand wirklich produktiv zu denken. Alle ernsthaften Bemühungen um eine dauerhafte Friedensordnung waren dadurch eingegrenzt, daß der 'Krieg in den Köpfen' fortwirkte. Mehr als 80 Jahre nach dem Ereignis zieht dieser Band auch eine Bilanz des aktuellen Forschungsstandes." (Klappentext Klartext Verlag)

Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich, Irina Renz (Hrsg.), Keiner fühlt sich hier mehr als Mensch... Erlebnis und Wirkung des Ersten Weltkriegs, Frankfurt (Fischer Taschenbuch) 1996. (zuerst: Essen (Klartext) 1993)

"Der reich illustrierte Band bündelt die vielfätligen Ebenen der neueren Forschung zur Geschichte des Ersten Weltkriegs und erließt neue Themen für die weitere Beschäftigung. Die Mehrzahl der Aufsätze verstehe sich als Beitrag zu einer noch zu schreibenden Mentalitätsgeschichte des Krieges. Was der Krieg für die Menschen, die ihn erlebten - sei es als Soldat an der Front, sei es als Zivilist in der Heimat - bedeutete und wie er auf sie gewirkt hat, blieb in der historischen Forschung lange Zeit über ausgespart. Die Autorinnen und Autoren widmeten sich auch Teilen der Bevölkerung und sozialen Gruppen, deren Geschichte sich in der Ereignissen des Weltkriegs zu verlieren drohten: Frauen, Kinder und die Opfer des Krieges, deren schlechte Versorgung hier zum ersten Mal wirklich thematisiert wird. Gefraget wird nach den gesamtgeschichtlichen Umschichtungen durch den Krieg ebenso wie nach Versuchen und Möglichkeiten, das Kriegserlebis zu dokumentieren und zu visualisieren.
In allen Beiträgen öffnet sich die Perspektive auf die Nachkriegszeit, deren Verformungen, auch aud die Kritik am politischen und kulturellen Leben der Weimarer Republik, auf das Kriegserlebnis zurückzugehen. Dies gilt in besonderem Maße für die Problematik der hier neu gesehenen psychischen Demobilisierung der Soldaten, der Probleme ihrer Heimkehr im weitesten Sinne. Dies gilt aber auch für das Fortwirken der politischen Mythen, etwa des Tanneneberg- oder des Langemarck-Mythos, die viel politischen Sprengstoff enthielt, die Republik entscheidend schwächten und den extremen Nationalismus der Zwischenkriegszeit förderten." (Klappentext Klartext-Verlag)