II: NEUERE GESCHICHTE

Familienunternehmen im Rheinland und Westfalen im 19. und 20. Jahrhundert

Tagungsreihe: Familienunternehmen im Rheinland und Westfalen im 19. und 20. Jahrhundert

Netzwerke – Nachfolge – Internationalisierung

Im Hinblick auf den Unternehmenserfolg von Familiengesellschaften,ihre Innovationsfähigkeit, ihre Krisenfestigkeit,aber auch auf spezifische Risikofaktoren wie etwadie Gestaltung der Corporate Governance, werden dieReferenten auf der Grundlagevon historischen Fallbeispielenund unter BerücksichtigungtheoretischerKonzepte (z. B. der Neueren Institutionenökonomie, derNetzwerkforschung oder auch Bourdieus Kapitalbegriff)die besondere Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit vonFamilienunternehmenuntersuchen. Besondere Beachtungfinden in den Beiträgen Themen wie Werte (soziale undkulturelle Verantwortung,Sozialverpflichtung des Eigentums,Investitionsverhalten), Finanzpolitik (Risikoorientierung,ausgewogenes Verhältnis zwischen Wachstum,Rentabilitätund Stabilität), Unternehmensnachfolgeund family governance (familiäre Kontinuitätssicherung,Umgang mit „familienfremden“ Managern, Stiftungsmodelle),Innovations- und Standortpolitik, regionaleMärkte und Produktmärkte sowie Kommunikation (externund intern, Netzwerkbildung,Sozialkapital, Marketing).

Familienunternehmen erleben gegenwärtig ein Comebackin Wirtschaft und Öffentlichkeit. Als Gegenentwurf zumamerikanischen Finanzkapitalismus stehen sie für einGeschäftsmodell, das mit Erfolg auf langfristige Perspektive,Nachhaltigkeit und Verantwortung setzt. Mehr alsdrei Viertel aller in Deutschland ansässigen Betriebewerden als Familienunternehmen geführt. Mit fast70 Prozent der Arbeitsplätze generieren sie mehr als50 Prozent der Bruttowertschöpfung aller Unternehmen.Sie leisten damit einen herausragenden Beitrag zumgesamtwirtschaftlichen Wachstum.

Der deutsche Familienkapitalismus kann, etwa im Hinblickauf seine strukturellen, strategischen und emotionalenBesonderheitensowie seine Erfolgs- und Risikofaktoren,weder von betriebswissenschaftlicher noch von wirtschaftshistorischerSeite als hinreichend erforscht angesehenwerden. Die Tagung befasst sich mit daher mitdem Zusammenhang zwischen Familienunternehmertumund wirtschaftlichem Erfolg im Zeitalter der Internationalisierung.Ziel ist es, die Entstehung und Entwicklungmoderner Familienunternehmen vor dem Hintergrundeines interdisziplinären Dialoges zwischen Geschichtswissenschaft,der Betriebswirtschaftslehre, der Soziologieund der Organisationspsychologie zu führen.

Infolflyer

Anmeldung

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Universitätsstr. 1, 40225 Düsseldorf

Prof. Dr. Susanne Hilger
Abteilung für Wirtschaftsgeschichte
Tel.: (0211) 81 - 10 681
Fax: (0211) 81 - 12 213
E-Mail: hilgerphil-fak.uni-duesseldorfde

PD Dr. Margrit Schulte Beerbühl
Historische Seminar II
Tel.: (0211) 81 - 14 085
Fax: (0211) 81 - 14 255
E-Mail: schultebphil-fak.uni-duesseldorfde

Veranstalter

Abteilung für Wirtschaftsgeschichte und HistorischesSeminar II der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in Zusammenarbeitmit der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zuKöln und der Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv Dortmund

Tagungsreihe

1. Tagung: 

12. und 13. Juni 2008
Industrie- und Handelskammer
zu Düsseldorf
Ernst-Schneider-Platz 1

2. Tagung:

Hagen 2009

Der zweite Teil der Tagung
wird sich auf den Raum Westfalen konzentrieren und im Frühjahr 2009 in Hagen stattfinden.