Zur Form germanistischer Arbeiten
Formalia und Zitierweise bei einer wissenschaftlichen Arbeit in der Germanistik
Da bei vielen Studierenden – vor allem zu Beginn des Studiums und bei der Abfassung der ersten schriftlichen Arbeit – Unklarheit und/oder Unsicherheit über den Umgang mit Forschungsliteratur und Zitaten herrscht, wird hier der entsprechende Passus aus dem Studienführer Germanistik des Studienreformprojektes und der Fachschaft Germanistik der HHUD noch einmal abgedruckt – mit freundlicher Genehmigung der Urheber. Wenn die folgenden Regeln strikt befolgt werden, richtet man sich in jedem Fall nach einem sinnvollen und akzeptierten Verfahren.
1. Methoden
Jede Bearbeitung einer Problemstellung findet vor dem Hintergrund einer sprach- und/oder literaturwissenschaftlichen bzw. fachdidaktischen Theorie und entsprechenden Methoden statt. Die verwendete Theorie und die spezifisch ausgewählte(n) Methode(n) sind mit einer dem Thema entsprechenden Begründung anzugeben.
2. Formprinzipien
Die formalen Aspekte der Arbeit - Inhalt, Gliederung, Zitierweise, Abkürzungen - sind nicht vorgeschrieben und richten sich nur nach der verwendeten Methode. Einmal ausgewählte Formprinzipien sollten jedoch beibehalten und durchgängig verwendet werden.
3. Zitierweise
Allgemein gilt, daß Zitate durchgängig nach einem System gegeben werden. Die Regeln für Fußnoten sollten sich nach den im Duden gegebenen Vorschlägen richten:
Als Fußnoten- und Anmerkungszeichen sind hochgestellte Ziffern ohne Klammer zu verwenden.
Treffen Fußnotenziffern mit Satzzeichen zusammen, gilt folgende Grundregel: Wenn sich die Fußnote auf den ganzen Satz bezieht, steht die Ziffer nach dem schließenden Satzzeichen; wenn die Fußnote sich nur auf das unmittelbar vorangehende Wort oder eine unmittelbar vorangehende Wortgruppe bezieht, steht die Ziffer vor dem schließenden Satzzeichen.
Fußnoten sollten an das Ende der Seite gestellt werden. Es werden alle verwendeten Arbeiten genannt, außer allgemeinen Lexika und anderen Hilfsmitteln, wie Duden, Fachwörterbücher, Wörterbücher. Diese sind nur zu nennen, wenn sie selbst zur Diskussion stehen.
Beim ersten Auftauchen eines verwendeten Werkes ist dieses vollständig anzugeben, z. B. in dieser Form:
Name, Vorname: Titel. Untertitel. Aufl., Ort Jahr, S.
Beispiel:
Freytag, Gustav: Die Technik des Dramas. 7. Aufl., Leipzig 1894, S. 12.
Aufsätze aus Zeitschriften werden wie folgt zitiert:
Name, Vorname: Titel. Untertitel. Zeitschrift Jahrgangnr. (Jahr) Bandzahl, S.
Beispiel:
Pape, Walter: Symbol des Sozialen. Zur Funktion des Geldes in der Komödie des 18. und 19. Jahrhunderts. Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur 13 (1988), S. 45-69.
Aufsätze aus Sammelbänden werden wie folgt zitiert:
Name, Vorname: Titel. Untertitel. In: Vorname Name (Hrsg.): Titel. Untertitel. Auflage, Ort Jahr, S.
Beispiel:
Keller, Rudi: Sprachwandel, ein Zerrspiegel des Kulturwandels? In: Karl-Egon Lönne (Hrsg.): Kulturwandel im Spiegel des Sprachwandels. Tübingen und Basel 1995, S. 207 - 218.
Bei weiteren Nennungen des gleichen Werkes/der gleichen Zeitschrift/ des gleiches Sammelbandes kann eine Abkürzung verwendet werden die aber beim ersten Auftauchen des Titels genannt werden sollte:
"künftig zitiert als Freytag 1894".
Bei Abkürzungen ist darauf zu achten, daß immer nur ein System verwendet wird.
Jede wörtliche Entlehnung muß im Text kenntlich gemacht werden. Paraphrasierungen sind wie direkte Zitate zu behandeln und ebenfalls kenntlich zu machen. Hervorhebungen in Zitaten sind dem Original entsprechend vorzunehmen. Abweichungen müssen in jedem Falle kenntlich gemacht werden. Es muß ersichtlich sein, daß der Verfasser eine Textänderung vorgenommen hat.
Beispiel:
"Die Diskussion der Friedensgespräche wurde trotzdem [im Original gesperrt, N. N.] an anderer Stelle fortgeführt.'
Sekundärliteratur
Zur Sekundärliteratur gehören alle in der Arbeit verwendeten Texte, die als Beiträge zur Forschungsdiskussion auf das bearbeitete Thema bezogen sind. Sie sind in einem gesonderten Verzeichnis am Ende der Arbeit nach der ebenfalls zu benennenden Primärliteratur vollständig aufzufahren. Auch Texte, die nur' paraphrasierend benutzt wurden, müssen an den entsprechenden Stellen genannt und in das Verzeichnis aufgenommen werden. Die Aufnahme erfolgt alphabetisch, nach dem in den Zitaten verwendeten Schema.
Hervorhebungen
Hervorhebungen im Text sollen so sparsam wie möglich verwendet werden. In jedem Falle sollte eine Form eingehalten werden. Also entweder Fett- oder Kursivdruck, S p e r r u n g oder Unterstreichungen, gegebenenfalls auch einfache Anführungszeichen.
