
Wiss. Mitarbeiterin
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Johann Christoph Gottsched (1700-66) schrieb mit seinem Versuch einer Critischen Dichtkunst das seinerzeit maßgebliche und grundlegende Werk zur Poetik. Als praeceptor germaniae (‚literarischer Gesetzgeber‘) kam Gottsched mit seiner Poetik (die der Wahrscheinlichkeit verpflichtet ist und in der Rezeption auf eine klassische Regelpoetik beschränkt wurde) zunehmend aus der Mode, nicht zuletzt durch die Auseinandersetzung mit den Schweizern Bodmer und Breitinger, die für eine Öffnung zugunsten des Wunderbaren plädierten.
Marie Louise Gottsched, geb. Kumulus, (1713-62), deren englischsprachige Bibliothek die ihres Mannes an Umfang deutlich überstieg, arbeitete maßgeblich an den Übersetzungen für die von Gottsched herausgegebenen Moralischen Wochenschriften nach englischem Vorbild (Spectator, Guardian) mit sowie an Gottscheds Mustersammlung dramatischer Texte Die deutsche Schaubühne. Bei Gottscheds Critischer Dichtkunst ansetzend beleuchten wir näher und praktisch (unter Verwendung zentraler Begriffe und Verfahren der Dramenanalyse) und exemplarisch (an Gottscheds Sterbendem Cato sowie den Dramen der Gottschedin, angefangen mit der Pietisterey im Fischbeinrocke) Funktionen und Wirkweise der Stücke in ihrem historischen Kontext der Frühaufklärung (international und interdisziplinär) unter besonderer Berücksichtigung der Gender-Thematik.
Ausgehend von Aristoteles‘ Poetik sollen zentrale Kategorien, Begriffe und Verfahren der Dramenanalyse näher beleuchtet und praktisch an den Dramen Heinrich von Kleists erprobt bzw. eingeübt werden. Funktionen und Wirkweise der Dramen werden gemeinsam diskutiert.
Ausgehend von Aristoteles‘ Poetik und Gottscheds Critischer Dichtkunst sollen zentrale Kategorien, Begriffe und Verfahren der Dramenanalyse näher beleuchtet und praktisch an den Dramen Johann Christoph Gottscheds und L(o)uise Adelgunde Victorie Gottscheds, geb. Kumulus erprobt bzw. eingeübt werden. Funktionen und Wirkweise der Dramen werden gemeinsam diskutiert – Textbasis: Sterbender Cato und Die Pietisterey im Fischbein-Rocke, Reclam.
Wir zeichnen ein Stück weit den Weg von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit nach, eingebettet in den historischen Kontext und in einer lose umrissenen Zeitspanne vom Hohen Mittelalter bis hin zum Barock. Er führt von einer oral- und Gedächtnis-geprägten Kultur hin zur Schriftkultur. Diese Entwicklung soll an literarischen Beispielen, die Schriftlichkeit thematisieren (so z.B. dem Nibelungenlied, Wolframs Parzival, in dem Schriftlichkeit explizit vom Erzähler thematisiert wird oder implizit in Grimmelshausens Simplicissimus) nachgezeichnet werden. Im Zentrum steht dabei auch die Etablierung des Deutschen als Literatursprache, die spätere Vereinheitlichung der deutschen Sprache sowie die Öffnung von Schriftkultur für ein breiteres Publikum. Diese Öffnung wird nicht zuletzt durch die neue veränderte materielle Seite gelenkt, insbesondere durch die Möglichkeit des Buchdrucks ab dem 15. Jahrhundert, die eine stark beschleunigte Verbreitung von Literatur und erhöhte Zugänglichkeit bewirkt und das gesamte literarische Leben einschneidend verändert. Diese Veränderungen schlagen sich auch auf Seiten der Produktivität nieder, die sich im einfallsreichen und komplexen Spiel mit Rahmungen und mit einer großen Vielfalt an (auch nicht-literarischen) Textsorten, vor allem dann in den ersten beiden Dritteln des 18. Jahrhunderts widerspiegelt.
| Düsseldorf, Jan. 2012 |
'Unverzaget mannes muot oder wâre zageheit? Thomas Manns Zauberberg und Wolframs von Eschenbach Parzival'. Vortragsreihe der Thomas Mann Gesellschaft Düsseldorf |
| Düsseldorf, Dez. 2011 |
'Melancholie und Wahn im Labyrinth der Fremde. Zu Max Herrmann-Neisses Exillyrik' Im Zentrum der Moderne. Max Herrmann-Neisse (1886-1941) |
| Internationale Tagung des Max-Herrmann-Neisse-Instituts, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf | |
| Marburg, Nov. 2011 |
'Kafkas subversive Mythopoetik. Don Quijote, Odysseus/die Sirenen und Prometheus' Kafkas narrative Verfahren |
| Tagung der Deutschen Kafka-Gesellschaft | |
| Krakau, Sept. 2011 |
'Politik, Selbstsorge und Gender. Heinrich von Kleist und Achim von Arnim in ihren Brautbriefen' Heinrich von Kleist und die Briefkultur um 1800 |
| Tagung des Instituts für Germanistik der Jagellonen-Universität Krakau in Zusammenarbeit mit dem Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität zu Köln |
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| Krakau, Mai 2011 |
'Männerbilder im Licht der Untreuen – Selbstdisziplin, Eigenliebe und Selbstbetrug in Tolstois Anna Karenina, Flauberts Madame Bovary und Fontanes Effi Briest' Text und Sprache unter neuen Perspektiven |
| 1. Germanistentagung, Uniwersytet Pedagogiczny, Kraków | |
| London, Mai 2011 |
'Männliches Selbstverständnis in Fontanes Effi Briest, Tolstois Anna Karenina und Flauberts Madame Bovary' |
| 49th National Postgraduate Colloquium in German Studies, Fontane-Kreis Großbritannien/ Irland, University of London |
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| Madrid, März 2011 |
'Die Suche nach dem Gral in Hermann Hesses Demian, Adolf Muschgs Der rote Ritter und Eikan, du bist spät. Zur ironischen Subversion eines Mythos.' |
| International Conference on Myth and Subversion in the Contemporary Novel, Universidad Complutense de Madrid |
| 30. Januar 2012 | Christian Fürchtegott Gellert Preis der Heinrich Heine Universität Düsseldorf für herausragende Forschungsleistung auf dem Gebiet der Germanistik des frühen 18. Jahrhunderts |
| Januar 2011 | Abschluss des Promotionsverfahrens (summa cum laude) |
| Seit Oktober 2010 | Wissenschaftliche Mitarbeiterin Lehrstuhl Univ.-Professor Dr. Volker C. Dörr Germanistik II: Institut für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf |
| Juni 2010 | Dissertation Satirische Rahmung. Paratext und Palimpsest bei Gottlieb Wilhelm Rabener |
| Seit April 2009 | Promotionsstudium Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf |
| Juni 2006 | 1. Staatsexamen Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Philosophie/ Praktische Philosophie und Deutsch Bergische Universität Wuppertal Zweithörerin: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf |
| April 2005 | Magistra Artium (1,2) Philosophie, Neuere und Ältere deutsche Philologie Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Magisterarbeit: Tugendlehre bei Wolfram von Eschenbach Zweithörerin: Universität zu Köln Philosophie und Niederländische Philologie |
| März 1996 | Diplom-Ingenieurin für Bekleidungstechnik Fachhochschule Niederrhein, Abteilung Mönchengladbach |