LEHRSTUHL PROF. DR. VOLKER DÖRR

Dr. des. Nadja Müller

Dr. des. Nadja Müller

Wiss. Mitarbeiterin

Stilisiertes Gebäude Gebäude 23.21, Ebene 02, Raum 48
Universitätsstr. 1, 40225 Düsseldorf

Tel:Tel: 0211 81 11315

Fax:Fax: 0211 81 12951

 

Sprechstunde (Vorlesungszeit): Mittwoch, 10:30 - 11:30 Uhr
Sprechstunde (Vorlesungsfreie Zeit): Nach Vereinbarung.

Veranstaltungen

B 3-2-2/FM II-2 Literaturgeschichte in exemplarischen Beispielen - Frühaufklärung (Dienstag)

Johann Christoph Gottsched (1700-66) schrieb mit seinem Versuch einer Critischen Dichtkunst das seinerzeit maßgebliche und grundlegende Werk zur Poetik. Als praeceptor germaniae (‚literarischer Gesetzgeber‘) kam Gottsched mit seiner Poetik (die der Wahrscheinlichkeit verpflichtet ist und in der Rezeption auf eine klassische Regelpoetik beschränkt wurde) zunehmend aus der Mode, nicht zuletzt durch die Auseinandersetzung mit den Schweizern Bodmer und Breitinger, die für eine Öffnung zugunsten des Wunderbaren plädierten.

Marie Louise Gottsched, geb. Kumulus, (1713-62), deren englischsprachige Bibliothek die ihres Mannes an Umfang deutlich überstieg, arbeitete maßgeblich an den Übersetzungen für die von Gottsched herausgegebenen Moralischen Wochenschriften nach englischem Vorbild (Spectator, Guardian) mit sowie an Gottscheds Mustersammlung dramatischer Texte Die deutsche Schaubühne. Bei Gottscheds Critischer Dichtkunst ansetzend beleuchten wir näher und praktisch (unter Verwendung zentraler Begriffe und Verfahren der Dramenanalyse) und exemplarisch (an Gottscheds Sterbendem Cato sowie den Dramen der Gottschedin, angefangen mit der Pietisterey im Fischbeinrocke) Funktionen und Wirkweise der Stücke in ihrem historischen Kontext der Frühaufklärung (international und interdisziplinär) unter besonderer Berücksichtigung der Gender-Thematik.

BM II-2/B 1-2-2 Einführungsseminar (Gattung): Drama (Heinrich von Kleist) (Dienstag)

BM II-2/B 1-2-2 Einführungsseminar (Gattung): Drama (Heinrich von Kleist) (Mittwoch)

Ausgehend von Aristoteles‘ Poetik sollen zentrale Kategorien, Begriffe und Verfahren der Dramenanalyse näher beleuchtet und praktisch an den Dramen Heinrich von Kleists erprobt bzw. eingeübt werden. Funktionen und Wirkweise der Dramen werden gemeinsam diskutiert.

BM II-2/B 1-2-2 Einführungsseminar (Gattung): Drama (Gottsched/Gottschedin) (Donnerstag)

Ausgehend von Aristoteles‘ Poetik und Gottscheds Critischer Dichtkunst sollen zentrale Kategorien, Begriffe und Verfahren der Dramenanalyse näher beleuchtet und praktisch an den Dramen Johann Christoph Gottscheds und L(o)uise Adelgunde Victorie Gottscheds, geb. Kumulus erprobt bzw. eingeübt werden. Funktionen und Wirkweise der Dramen werden gemeinsam diskutiert – Textbasis: Sterbender Cato und Die Pietisterey im Fischbein-Rocke, Reclam.

BM IV-2: Einführungsseminar - Kulturgeschichte der Schriftlichkeit vom Hohen Mittelalter bis zu Barock und Frühaufklärung (Mittwoch)

BM IV-2: Einführungsseminar - Kulturgeschichte der Schriftlichkeit vom Hohen Mittelalter bis zu Barock und Frühaufklärung (Donnerstag)

Wir zeichnen ein Stück weit den Weg von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit nach, eingebettet in den historischen Kontext und in einer lose umrissenen Zeitspanne vom Hohen Mittelalter bis hin zum Barock. Er führt von einer oral- und Gedächtnis-geprägten Kultur hin zur Schriftkultur. Diese Entwicklung soll an literarischen Beispielen, die Schriftlichkeit thematisieren (so z.B. dem Nibelungenlied, Wolframs Parzival, in dem Schriftlichkeit explizit vom Erzähler thematisiert wird oder implizit in Grimmelshausens Simplicissimus) nachgezeichnet werden. Im Zentrum steht dabei auch die Etablierung des Deutschen als Literatursprache, die spätere Vereinheitlichung der deutschen Sprache sowie die Öffnung von Schriftkultur für ein breiteres Publikum. Diese Öffnung wird nicht zuletzt durch die neue veränderte materielle Seite gelenkt, insbesondere durch die Möglichkeit des Buchdrucks ab dem 15. Jahrhundert, die eine stark beschleunigte Verbreitung von Literatur und erhöhte Zugänglichkeit bewirkt und das gesamte literarische Leben einschneidend verändert. Diese Veränderungen schlagen sich auch auf Seiten der Produktivität nieder, die sich im einfallsreichen und komplexen Spiel mit Rahmungen und mit einer großen Vielfalt an (auch nicht-literarischen) Textsorten, vor allem dann in den ersten beiden Dritteln des 18. Jahrhunderts widerspiegelt.

Forschungsschwerpunkte

  • Literatur des 18. Jahrhunderts
  • Ironie und Satire
  • Mittelalter- und Mythenrezeption
  • Bürgerlicher Realismus

Monographien

  • Moral und Ironie bei Gottlieb Wilhelm Rabener. Paratext und Palimpsest in den Satyrischen Schriften. Göttingen: Wallstein Verlag 2012 - 320 Seiten.

Buchbeiträge

  • Triumphe der Empfindsamkeit? Ein Rückblick mit und ohne Goethe auf Fräulein von Sternheim, Werther und Don Sylvio von Rosalva. In: Seidler, Miriam und Stuhlfaut, Mara [Hrsg.]: "Ich will keinem Mann nachtreten." Sophie von La Roche und Bettine von Arnim. Frankfurt a.M. u.a. 2011 - S. 166-183
  • Männerkonturen im Licht der Untreuen - Selbstdisziplin, Eigenliebe und Selbstbetrug in Flauberts Madame Bovary, Tolstois Anna Karenina und Fontanes Effi Briest. In: Text und Sprache unter neuen Perspektiven. Weidler Buchverlag. Berlin, Frühjahr 2012 - 16 Seiten. (im Druck)
  • Politik, Selbstsorge und Gender. Heinrich von Kleist in seinen Brautbriefen. In: Breuer, Ingo; Jastal, Katarzyna; Zarychta, Pawel [Hrsg.]: Heinrich von Kleist und die Briefkultur um 1800. Böhlau. Wien Köln Weimar, 2012. S. 120-130
  • Melancholie und Wahn im Labyrinth der Fremde. Zu Max Herrmann-Neisses Exillyrik. In: Schönborn, Sibylle [Hrsg.]: Im Zentrum der Moderne: Max Herrmann-Neisse 2012 - 11 Seiten. (im Druck)
  • Max Herrmann-Neisses Lyrik als Spiegel und Bewältigung körperlicher Stigmatisierung. In: Schönborn, Sibylle u.a. [Hrsg.]: ‚Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen.‘ Max Herrmann-Neisse in Neisse, Berlin und London, 2012 - 11 Seiten. (im Druck)
  • Unverzaget mannes muot oder wâre zageheit? Thomas Manns Zauberberg und Wolframs von Eschenbach Parzival. In: Schriftenreihe der Thomas-Mann-Gesellschaft, Düsseldorf 2012, 24 Seiten. (in Bearbeitung)

Artikel (peer reviewed)

  • Albert Vigoleis Thelens satirisch-groteske Digressionen auf den Spuren Wirnts von Grafenberg, Cervantes' und Jean Pauls. In: Häntschel, Günther; Hanuschek, Sven; Leuschner, Ulrike [Hrsg.]: treibhaus. Jahrbuch für die Literatur der fünfziger Jahre. Bd. 8.edition text + kritik, München 2012. S. 174-190
  • Liebe, Tod und Technik in Thomas Manns Roman Der Zauberberg. In: Meridian Critic, Annals of Stefan cel Mare University of Suceava, Seria Literatura, Nr. 1, 2012 (im Druck)
  • Lektüren des Unheimlichen in Dickens Bleak House und Kafkas Der Prozess. In: Meridian Critic, Annals of Stefan cel Mare University of Suceava, Seria Literatura, Nr. 1, 2012 (im Druck)
  • Unwillentliche Erinnerung als amabilis insania in Adolf Muschgs Der Rote Ritter und Eikan du bist spät  In: Meridian Critic, Annals of Stefan cel Mare University of Suceava, Seria Literatura, Nr. 1, 2011, S. 135-148.
  • Kritik des 'kolonialen Utilitarismus' oder Ausdruck für das 'wahre innere Afrika'? Die Frauen in Kafkas Romanfragment Das Schloss. In: Acta Germanica. German Studies in Africa. Jahrbuch des Germanistenverbandes im Südl. Afrika. Bd. 39. 2011, S. 55-68.  
  • Poesie des Lichts (‚Ziw‘) oder des Abgrunds (‚abîme‘)? Celans Poetik und Leibniz‘ Lehre von Monade und Licht. In: transcarpathica jahrbuch der germanisten rumäniens (JGR) Bd. 10, 2011/2, S. 61-72

Vorträge

Düsseldorf,
Jan. 2012
'Unverzaget mannes muot oder wâre zageheit? Thomas Manns Zauberberg und Wolframs von Eschenbach Parzival'. Vortragsreihe der Thomas Mann Gesellschaft Düsseldorf
Düsseldorf,
Dez. 2011
'Melancholie und Wahn im Labyrinth der Fremde. Zu Max Herrmann-Neisses Exillyrik'
Im Zentrum der Moderne. Max Herrmann-Neisse (1886-1941)
  Internationale Tagung des Max-Herrmann-Neisse-Instituts, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Marburg,
Nov. 2011
'Kafkas subversive Mythopoetik. Don Quijote, Odysseus/die Sirenen und Prometheus'
Kafkas narrative Verfahren
  Tagung der Deutschen Kafka-Gesellschaft
Krakau,
Sept. 2011
'Politik, Selbstsorge und Gender. Heinrich von Kleist und Achim von Arnim in ihren Brautbriefen'
Heinrich von Kleist und die Briefkultur um 1800
  Tagung des Instituts für Germanistik der Jagellonen-Universität Krakau in Zusammenarbeit mit dem
Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität zu Köln
Krakau,
Mai 2011
'Männerbilder im Licht der Untreuen – Selbstdisziplin, Eigenliebe und Selbstbetrug in Tolstois
Anna Karenina, Flauberts Madame Bovary und Fontanes Effi Briest'
Text und Sprache unter neuen Perspektiven
  1. Germanistentagung, Uniwersytet Pedagogiczny, Kraków
London,
Mai 2011
'Männliches Selbstverständnis in Fontanes Effi Briest, Tolstois Anna Karenina und Flauberts
Madame Bovary'
  49th National Postgraduate Colloquium in German Studies, Fontane-Kreis
Großbritannien/ Irland, University of London
Madrid,
März 2011
'Die Suche nach dem Gral in Hermann Hesses Demian, Adolf Muschgs Der rote Ritter und
Eikan, du bist spät. Zur ironischen Subversion eines Mythos.'
  International Conference on Myth and Subversion in the Contemporary Novel,
Universidad Complutense de Madrid

Mitgliedschaften

  • Deutsche Thomas Mann-Gesellschaft
  • Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft
  • Deutsche Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts

Förderungen und Auszeichnungen

30. Januar 2012 Christian Fürchtegott Gellert Preis der Heinrich Heine Universität Düsseldorf
für herausragende Forschungsleistung auf dem Gebiet der Germanistik
des frühen 18. Jahrhunderts

Vita

Januar 2011 Abschluss des Promotionsverfahrens (summa cum laude)
Seit Oktober 2010 Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Lehrstuhl Univ.-Professor Dr. Volker C. Dörr
Germanistik II: Institut für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Juni 2010 Dissertation
Satirische Rahmung.
Paratext und Palimpsest bei Gottlieb Wilhelm Rabener
Seit April 2009 Promotionsstudium
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Juni 2006 1. Staatsexamen
Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen
Philosophie/ Praktische Philosophie und Deutsch
Bergische Universität Wuppertal
Zweithörerin: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
April 2005 Magistra Artium (1,2)
Philosophie, Neuere und Ältere deutsche Philologie
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Magisterarbeit: Tugendlehre bei Wolfram von Eschenbach
Zweithörerin: Universität zu Köln
Philosophie und Niederländische Philologie
März 1996 Diplom-Ingenieurin für Bekleidungstechnik
Fachhochschule Niederrhein, Abteilung Mönchengladbach