
Programm
Das Max-Herrmann-Neisse - Institut als An-Institut der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf versteht sich als Einrichtung zur Erschließung, Sicherung und Erforschung der Geschichte deutschsprachiger Literaturen und Kulturen im östlichen Europa, bei denen ein Schwerpunkt in der mit dem Namensgeber verbundenen, seit dem Barock für die deutsche Literatur bedeutenden Region Schlesien liegt. Als Forschungsstelle für eine historische Transkulturalitätsforschung befasst sich das Institut mit kulturellen Räumen innerhalb der Geschichte Mitteleuropas, die durch eine Koexistenz von verschiedenen Kulturen, Sprachen, Religionen und Nationalitäten in einer häufig multilingualen Bevölkerung geprägt sind. Die unterschiedlichen Entwicklungen und Ausformungen der deutschen Sprache und Literatur innerhalb dieser Zentren kultureller Hybridität stehen daher ebenso im Focus der Arbeit des Instituts wie die Erforschung von Austausch-, Transfer- und Abgrenzungsprozessen zwischen verschiedenen Sprachen, Nationen und Kulturen innerhalb der wechselvollen europäischen Geschichte. Neben einer Erforschung transkultureller Räume Mittelosteuropas befasst sich das Institut aber auch mit literarischen Diskursen zum Scheitern von transnationalen und –kulturellen Gemeinschaften in Geschichte und Gegenwart, die ausgehend von dem einzigartigen Völkermord an den Juden im Hitlerfaschismus, Exil, Diaspora und Migration mit Vernichtung, Verfolgung und Vertreibung in wechselseitiger Abgrenzung voneinander einerseits und in einen gemeinsamen Kontext andererseits einzustellen versucht.
In diesem Sinne versteht es das MHN-Institut als seine Aufgabe, der im 20. Jahrhundert in Folge der Politik der NS-Diktatur gewaltsam beendeten Geschichte der deutschen Kultur- und Literaturtradition in Mitteleuropa zum einen ein geeignetes Archiv des kulturellen Gedächtnisses bereitzustellen, in dem es Forschungen zur Literatur deutschsprachiger Minderheiten in Mittelosteuropa fördert. Daher stehen internationale Kooperationen und gemeinsame Forschungsvorhaben mit Universitäten, Archiven und Forschungseinrichtungen aus Mittelosteuropa, insbesondere Polens, im Vordergrund der Arbeit des Instituts, da nur so die interkulturelle Ausrichtung der Forschungsperspektive gewährleistet werden und die Tradition deutschsprachiger Literatur und Kultur nicht nur bewahrt, sondern in ein lebendiges Erbe überführt und ein gegenwärtiges Europa kultureller Vielfalt eingebracht werden kann.
Projekte
Kritisch-kommentierte Edition der Schriften Max Herrmann-Neißes
Kritiken und Essays, Publikationen in Zeitungen und Zeitschriften 1909–1941
Gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
Projektmitarbeiterinnen:
Dr. Beata Giblak, Staatliche Fachhochschule Nysa
Madlen Kazmierczak MA, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Publikationen

„Meine Welt ist, wo mein Werk geschieht.“ Beiträge zu Max Herrmann-Neisse. Hg. von Andreas Broede, Madlen Kazmierczak, Henning Konetzke, Christian auf der Lake. Düsseldorf (university press) 2012
Getreu diesem Dichterwort lädt der vorliegende Band ein zur Beschäftigung mit dem Leben und Werk des oberschlesischen Schriftstellers Max Herrmann-Neisse (1886–1941), der zunächst von Neisse über Breslau nach Berlin ging, wo er zahlreiche Kontakte zu einer Reihe von bedeutenden Schriftstellern und Künstlern der Zeit wie Else Lasker-Schüler, Alfred Kerr, Heinrich Mann, Her-mann Hesse und George Grosz pflegte, und der als unmittelbare Reaktion auf den Reichstags-brand 1933 dem nationalsozialistischen Deutschland den Rücken kehrte und ins Exil ging.
Versammelt sind vor allem Beiträge, die im Rahmen eines deutsch-polnischen Studierenden Workshops entstanden sind, den das Düsseldorfer Max-Herrmann-Neisse-Institut anlässlich des 70. Todestages des vielseitigen Lyrikers, Romanschriftstellers, Dramatikers, Essayisten und Kriti-kers veranstaltet hat.
Exzentrische Modern: Max Hermann-Neiße (1986-1941).Hg. v. Sibylle Schönborn. Jahrbuch für Germanistik, Reihe A: Tagungsberichte. Frankfurt, Bern, New York (Lang). Erscheint Sommer 2013.
Kontakt

Prof. Dr. Sibylle Schönborn
Prof. Dr. S. Schönborn
Wiss. Mitarbeiterin
Gebäude 23.21, Raum 02.44
Tel: 0211 81 15333
Fax: 0211 81 12951
Wissenschaftlicher Beirat
Prof. Dr. Roland Gruschka
Lehrstuhl für Jüdische Studien
Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg
Prof. em. Dr. Hans Hecker
Lehrstuhl Geschichte und Kulturen Osteuropas
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
PD Dr. Jürgen Joachimsthaler
Seminar für Deutsch als Fremdsprachenphilologie
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Kooperationspartner
Prof. Dr. habil. Wojciech Kunicki
Institut für Germanistik
Universität Wrocław
53-114 Wrocław
pl. Nankiera 15
Polen
Dr. Beata Giblak
Collegium Philologicum
im. Maxa Herrmanna-Neisse
Staatliche Fachhochschule Nysa
ul. Armii Krajowej 21
48-300 Nysa
Polen
Else Lasker-Schüler-Gesellschaft e.V.
Stiftung „Verbrannte und Verbannte Dichter-/KünstlerInnen und Intellektuelle – für ein Zentrum der verfolgten Künste“
Herzogstr. 42
D-42103 Wuppertal
www.else-lasker-schueler-gesellschaft.de
www.exil-zentrum.de
Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus
Deutsch-osteuropäisches Forum Düsseldorf
Bismarckstraße 90
40210 Düsseldorf
www.g-h-h.de
Stiftung Martin-Opitz-Bibliothek
Berliner Platz 5
44623 Herne
www.martin-opitz-bibliothek.de
Förderer
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
Referat K 44: Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa - Grundsatzfragen und Wissenschaftsförderung

Bronze-Relief von Walter Kalot (1909-1996) aus dem Besitz von Peter Horst Neumann (1936-2009), Schenkung von Astrid Neumann
Abgeschlossene Projekte
Ausstellung und Tagung
14. April bis 5. Mai 2011
Gerhart-Hauptmann-HausBismarckstraße 90
Düsseldorf
Eröffnung am 14. April, 19:15 Uhr
Den Flyer mit den Mitwirkenden finden sie hier.
Das Eröffnungsprogramm mit weiteren Informationen finden Sie hier.
Eine hochauflösende Version des Plakats der Veranstaltung stellen wir hier für Sie bereit.
Bachelor-Abschlussprojekt
Neisse – Berlin – London: Max Herrmann-Neisse (1886-1941)
Projekt im Rahmen des Lehrförderungsfonds der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf für das Wintersemester 2010/11
Konzeption, Präsentation, und Dokumentation einer Ausstellung zum 70. Todestag Max Herrmann-Neisses im Gerhart-Hauptmann-Haus, Düsseldorf
Ausstellung zum 70. Todestag im Gerhart-Hauptmann-Haus
Deutsch-osteuropäisches Forum Düsseldorf
Bismarckstraße 90
40210 Düsseldorf
Eröffnung: 14. April 2011
Tagung: Im Zentrum der Moderne: Max Herrmann-Neisse (1886-1941)
Veranstalter: Max-Herrmann-Neisse-Institut Düsseldorf, Prof. Dr. Schönborn Ort: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Vortragssaal der Universitäts- und Landesbibliothek und Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf
Datum: 1.-3. Dezember 2011
