
Bildrecht liegt bei der Autorin
| 2011 | Zuerkennung des Verdi-Literaturpreises Berlin-Brandenburg |
| 2010 | Arbeitsstipendium des Berliner Senats |
| 2010 | Literaturpreis Kammweg - Erzgebirge/Mittelsachsen / Preisträgerin beim Kammweg-Literaturpreis des Kulturraumes Erzgebirge-Mittelsachsen |
| 2005 | Aufenthaltsstipendium des Berliner Senats im Literarischen Colloquium Berlin |
| 2001 | Arbeitsstipendium der Stiftung Kunst und Kultur NRW. Autorin des Monats Juni 2001 |
| 2000 | Reisestipendium des Auswärtigen Amts für den Aufenthalt im Schriftstellerzentrum „Centre of Three Waves“, Rhodos |
| 1999 | den Förderpreis für Literatur des Landes Nordrhein-Westfalen |
| 1998 | Residenzgast „Winterpoesie" im Hochsauerland |
| 1997 | Literaturförderpreis der Stadt Düsseldorf |
| 1997 | Aufenthaltsstipendium der Stadt Düsseldorf im Künstlerdorf Schöppingen |
| 1996 | Düsseldorfer Dichterpreis |
Lyrik
Prosa
Zu: Scharmützelwetter. Gedichte (2008):
[...] Mit reichlich Ironie bezieht die 1971 geborene Lyrikerin die potemkinschen Dörfer der Sprache, flaniert ungeniert auf Gemeinplätzen zwischen wörtlicher und übertragener Bedeutung und erweckt so die Pappfassaden zu neuem Leben [...]
(Nadja Wünsche in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. September 2009)
Zeilen wie Bajonette
Unter Scharmützel versteht man im militärischen Sinn gemeinhin kleinere hinterhältige Gefechte, bei denen – im Gegensatz etwa zu richtigen Schlachten – keine Regeln eingehalten werden, die Kämpfe vielmehr wild und ohne klare Frontlinien in alle Richtungen ausstrahlen. Und so befinden sich auch die lakonischen, manchmal fast pragmatisch dokumentierenden Gedichte von Saskia Fischer in angriffiger Laune, wenn sie unter dem Titel «Scharmützelwetter» von kleinen Verletzungen und tiefen Wunden, von höllisch brennenden Strohfeuern und vom gefährlichen Parfum der Rivalin erzählen. Als Waffen stehen der in Berlin lebenden 38-jährigen Autorin scharfe Zeilen zur Verfügung, die wie Bajonette einzelne Beobachtungen aufspiessen und noch im zappelnden Todeskampf körperwarm präsentieren. «Sie riss den Blüten nicht die Blätter / den Fliegen lieber die Flügel aus», konstatiert etwa der erste Text mit dem Titel «Einem ägyptischen Dienstmädchen» kalt und nüchtern, bevor er dann vor uns – mit einer fernen Erinnerung an Gottfried Benn – den seltsamen Mageninhalt des verstorbenen Dienstmädchens ausbreitet.
(In: Neue Zürcher Zeitung, 12. Februar 2009)
Feinsinnige Kompositionen mit individuellem Sound
[…] Die emotionale Grundstimmung ihrer 54 Gedichte in fünf Teilabschnitten ist Unversöhntheit - es sind keine Rückzugsgefechte mit Bitte um Schonung, sondern nadelspitze Attacken gegen die Einschläferungsrituale der Desillusionierung, sinnlicher Aufruhr gegen die "Unterwürfigkeitsüberdosis" einer Erduldermoral.
Dabei merkt man Fischer das Vergnügen an, mit ihrem intellektuellen Sprachspiel die semantischen Erwartungshaltungen des Lesers zu verunsichern; Subjekte, Objekte, Adverbien und gelegentlich verstümmelte Prädikate wechseln unkonventionell, jedem Deutschlehrer zum Graus, die Satzbau-Gefechtsstellungen, verursachen Querschläger und Mehrfach-Konnotationen in den Nominalitätsbezügen und überlappenden Assoziationen. Trotz einer hohen Dichte an Wortneuschöpfungen verschwimmen diese nicht in Beliebigkeit, sondern bewirken durch ihre metaphorische Stimmigkeit eine kohärente Sinnführung und also Treffergenauigkeit im Gedankenfeld des Lesers.
Fischers Sprache bezaubert bei all dieser feinsinnigen Kompositionsarbeit mit einem lockeren, sehr melodiösen und groovigen Ton - aber bitte nicht eintüten ins Zeitgeist-Genre unterkomplexer Pop-Lyrik, denn mit spannungserzeugenden Alterationen, kontrapunktierter Sinn-Stimmführung und bluesiger Intonation erzeugt Fischers einen ganz individuellen Sound mit höchster Klangdichte: hier zeigt sich die Lyrik als der Jazz der Literatur.
(Werner Friebel in: literaturkritik.de, Nr. 11, November 2008)
Zu: Wenn ich Himmel wär (1998):
[…] Als neue und erfrischende Stimme in der Lyrik ist Saskia Fischer schon längst kein Geheimtipp mehr. Ja, wenn sie Himmel wäre, sähe wohl einiges anders aus: Verwandlungen und Trugbilder ließe die Welt von einer anderen Perspektive aus schauen, wenn nicht aus der höheren, so aus der näheren – Lupe, Fernrohr oder Spiegel. Und über den Wassern schwebte dann der phantasievolle Geist einer jungen Frau, die „zu emanzipiert ist, um die emanzipatorische Flagge schwingen zu müssen.
(Neues Rheinland, 1998)