INSTITUT FÜR GERMANISTIK

Düsseldorfer Autorinnen - Nicolette Bohn

Bildrecht liegt bei der Autorin

Vita

  • Geboren 1964 in Düsseldorf; seit ihrem 7. Lebensjahr hatte sie das Berufsziel Schriftstellerin zu werden. Abitur in Neukirchen-Vluyn (Kr. Moers).
  • 1993 Abschluss des Magisterstudiums der Germanistik, Sprachwissenschaft und Medienpädagogik in Düsseldorf
  • 1988-1999 journalistische und redaktionelle Tätigkeit im Bereich Kinder und Jugendmedien
  • 1995-2001 Promotion am Wuppertaler Institut für angewandte Kinder und Jugendliteratur; Thema der Dissertation: „Sekten und ihre Darstellung in Jugendbüchern und kommerziellen Jugendzeitschriften“.
  • Seit 1998 Veröffentlichungen von Gedichten, Kurzgeschichten und Romanauszügen in Literaturzeitschriften; Workshops, Lesungen und Gespräche mit Schülern.
  • 2000 Ausbildung an der Filmhochschule München, Fachbereich Drehbuch
  • Ab 2001 freiberuflich tätig als Dozentin für kreatives Schreiben an der „Schule des Schreibens“ im Rahmen der Hamburger Akademie für Fernstudien.
  • Seit 2006 an der „Schule des Schreibens“ als Studienleiterin im Bereich kreatives Schreiben tätig und im Lehrgebiet Belletristik.
  • 2008 Gründungsmitglied eines Literaturhauses in der Goethestadt Wetzlar Nicolette Bohn lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Auszeichnungen

  • 2002 Nominierung für den Tankred-Dorst-Preis (für: „Kein Kinderspiel“)
  • 2001 Stipendiatin der Filmhochschule München
  • 1999 Jugendfriedenspreis für Nachwuchsautoren, Sonderpreis des Bayerischen Lehrerverbandes (für: „Plötzlich war es kein Spiel mehr“)
  • 1998 Autorin des Monats Dezember am Literaturtelefon Düsseldorf
  • 1989 1. Platz beim Nachwuchsautorenwettbewerb an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Publikationen

Prosa

  • Ein Mord genügt. Neun wahre Kriminalfälle aus den 60er und 70er Jahren (Genre: True Crime). Köln: Emons, 2009
  • Anwalt des Teufels: der Fall Jürgen Bartsch (Reihe: Wahre Verbrechen). Rheda-Wiedenbrück; Gütersloh: RM-Buch und Medien-Vertrieb (u. a.); Leipzig, 2007 (Erstveröffentlichung im Militzke-Verlag, Leipzig: 2004)
  • Ein Mord genügt. Authentische Kriminalfälle. Leipzig: Militzke, 2007
  • Mordhatz. Drei spektakuläre Kriminalfälle. Leipzig: Militzke, 2006

Sachbuch

  • Kleines Lexikon der „Sekten“. Psychogruppen und Strukturvertriebe. Paderborn: Voltmedia, 2007; auch als CD-ROM: Berlin: Directmedia Publication, 2008
  • Im Bann der Seelenfänger. Jugendbücher über Sekten (1981 – 2000) (Kinder und Jugendkultur, -literatur und -medien; Bd. 31). Frankfurt/M.: Peter Lang Verlag, 2004 (= Dissertation)

Kinder und Jugendbuch/ Hörspiele für Kinder

  • Robert, der Frosch: Hörspiele und Geschichten für Kinder ab 4 Jahren, 2008
  • Plötzlich war es kein Spiel mehr. (Jugendroman), Düsseldorf: Patmos Verlag, 1998. Dieser Jugendroman gelangte 1999 in die Bestenliste des Bayrischen Lehrer
  • und Lehrerinnenverbandes, 2000 wurde er ins Dänische übersetzt.

Film/ Drehbücher

  • Anwalt des Teufels
  • die Akte Jürgen Bartsch. Drehbuch zu einem Kinofilmprojekt. München 2003
  • Kein Kinderspiel. München 2001
  • Ohne Rückfahrt. Kurzfilm
  • Signale aus dem Jenseits. Gibt es ein Leben nach dem Tod? Dokumentation für Vincent. Hamburg, 2005
  • Hilfe, sie hat ein Pferd. Teenagerkomödie
  • Gnadenlos für SOKO 5113
  • Konzept und Drehbuchentwicklung für „Nordstadt“ (Serie)
  • Der Häftling und die Frau des Pfarrers (Treatment für Juni-Film, Berlin)
  • Reise im Juni, Jungenddrama (Treatment für Juni-Film, Berlin)

Pressestimmen

Zu: Ein Mord genügt. Neun wahre Kriminalfälle aus den 60er und 70er Jahren (2009):

Als Verbrechen noch Aufsehen erregten

Es braucht heute schon den veritablen Amoklauf eines jugendlichen Massenmörders, einen illustriertengerecht menschenfressenden Lustmörder á la Hannibal Lecter oder eine ans Herz greifende Entführungsgeschichte, bei der beinahe bis zum Erbrechen Hunderte Male das unschuldige Gesicht eines süssen kleinen Mädchens im Slow Motion-Familienfilm über die Fernsehschirme flimmert, damit die sensationsgierigen Medien und ihre von Mord, Überfall und Drogenexzessen "verwöhnten" abgestumpften Konsumenten Verbrechen überhaupt noch zur Kenntnis nehmen. Die Kriminalität ist in unserem Alltag allgegenwärtig geworden, die brutale Gewalt des Abschaums unserer Gesellschaft an der Tagesordnung, der Respekt vor Leib, Leben und persönlichem Gut ganz offenbar kaum noch einen Pfifferling wert. Die Polizeien hecheln - ihre mögliche beschämende Niederlage stets vor Augen - wie schon immer einen großen Schritt hinter den Tätern her, die sich dank offener Grenzen, leicht verfügbarer Waffen und Tatmittel und der juristischen Hemmnisse, die sich den Ermittlungsbehörden auch durch schamlos auf Seiten der Verbrecher agierender "Rechts"-Anwälte in den Weg stellen, gelassen zeigen können. Verbrechen hat es immer gegeben. Doch heute beginnt es sich auszuzahlen - die Ausmaße der von einem hilflosen Staat beinahe schulterzuckend geduldeten Woge von Kriminalität, die ungehemmt auch in den Bereich des Banken- und Vorstandswesens eingedrungen ist und sich dort schamlos das Mäntelchen der Biederkeit umhängt, sind erschreckend. Eine juristische Immunschwäche hat unser Gemeinwesen bis ins Mark geschwächt.

Natürlich waren die Verbrecher der Vergangenheit nicht einen Deut "besser" oder "moralischer" als die von heute, doch scheint die Frequenz, die Schlagzahl höher geworden zu sein. Von einigen Kriminalfällen, die in den 60er bis 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Öffentlichkeit in Österreich und Deutschland (West) bewegten, erzählt eine neue Reihe des u.a. durch sein ausgesuchtes Regional-Krimi-Programm bekannten Kölner Emons Verlages. Unter dem Serientitel "True Crime" werden Fälle aufgerollt, die den Kriminalisten damals ganze Arbeit abverlangten und die durch ihre Tatumstände zu ihrer Zeit Aufsehen erregten. Die verflossene Zeit läßt die Fälle beinahe antiquiert erscheinen, wenn auch die grundlegenden menschlichen Emotionen als Auslöser heute so gültig sind wie damals. In "Ein Mord genügt" berichtet Nicolette Bohn über neun Kriminalfälle, die zwischen 1960 und 1975 durch die nordrhein-westfälischen Gazetten gingen. Mord und Inzest, Gewalt und Verzweiflung offenbaren die anscheinend aus dem hölzernen Amtsdeutsch der damaligen Ermittlungsakten übernommenen Texte, die aber auch erkennen lassen, daß Tat und Täter in einem gesellschaftlichen Kontext standen, der sich von den heutigen Verhältnissen wesentlich unterschied. Das Erschrecken über eine  wie auch immer motivierte Gewalttat war offensichtlich größer, ihre Aufklärung mit den damals noch höchst bescheidenen kriminalistischen Mitteln ein Anliegen, das weite Kreise der Bevölkerung wirklich bewegt. […]

(Frank Becker in: Musenblätter, unabhängiges Kulturmagazin Wuppertal: musenblaetter.de/artikel.php)

Interview mit der Autorin zu „Ein Mord genügt“: www.ngo-online.de/2010/09/4/die-pragung-der-morder/

Zu: Plötzlich war es kein Spiel mehr (1998):

Das Buch zeigt, mit welchen Mitteln rechtsextreme Jugendliche mit wenig Selbstwertgefühl anderen Kindern und Jugendlichen eine gewisse Geborgenheit vermitteln können - verhängnisvoll.

(Bücherbär - neue Kinder- und Jugendbücher, 1/1999)

Die eingestreuten Originalzitate nationalsozialistischer Größen wirken erschreckend, die Zusammenhänge zwischen Arbeitslosigkeit und Ausländerhass lassen an das denken, was in den neuen Bundesländern verschiedentlich geäußert wird bzw. geschieht.

(Jugendliteratur und Medien VJA in Marburg, 1999)

Der Verdienst dieses Buches liegt sicherlich auch darin, dass es den nicht ungefährlichen Weg aus der Szene heraus aufzeigt und deutlich macht, dass Freunde und Familie aufmerksam Veränderungen registrieren sollten, um früh genug die notwendige Hilfe zu geben.

(Arbeitskreis Jugendliteratur und Medien (VJA), 1998)