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Als Verbrechen noch Aufsehen erregten
Es braucht heute schon den veritablen Amoklauf eines jugendlichen Massenmörders, einen illustriertengerecht menschenfressenden Lustmörder á la Hannibal Lecter oder eine ans Herz greifende Entführungsgeschichte, bei der beinahe bis zum Erbrechen Hunderte Male das unschuldige Gesicht eines süssen kleinen Mädchens im Slow Motion-Familienfilm über die Fernsehschirme flimmert, damit die sensationsgierigen Medien und ihre von Mord, Überfall und Drogenexzessen "verwöhnten" abgestumpften Konsumenten Verbrechen überhaupt noch zur Kenntnis nehmen. Die Kriminalität ist in unserem Alltag allgegenwärtig geworden, die brutale Gewalt des Abschaums unserer Gesellschaft an der Tagesordnung, der Respekt vor Leib, Leben und persönlichem Gut ganz offenbar kaum noch einen Pfifferling wert. Die Polizeien hecheln - ihre mögliche beschämende Niederlage stets vor Augen - wie schon immer einen großen Schritt hinter den Tätern her, die sich dank offener Grenzen, leicht verfügbarer Waffen und Tatmittel und der juristischen Hemmnisse, die sich den Ermittlungsbehörden auch durch schamlos auf Seiten der Verbrecher agierender "Rechts"-Anwälte in den Weg stellen, gelassen zeigen können. Verbrechen hat es immer gegeben. Doch heute beginnt es sich auszuzahlen - die Ausmaße der von einem hilflosen Staat beinahe schulterzuckend geduldeten Woge von Kriminalität, die ungehemmt auch in den Bereich des Banken- und Vorstandswesens eingedrungen ist und sich dort schamlos das Mäntelchen der Biederkeit umhängt, sind erschreckend. Eine juristische Immunschwäche hat unser Gemeinwesen bis ins Mark geschwächt.
Natürlich waren die Verbrecher der Vergangenheit nicht einen Deut "besser" oder "moralischer" als die von heute, doch scheint die Frequenz, die Schlagzahl höher geworden zu sein. Von einigen Kriminalfällen, die in den 60er bis 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Öffentlichkeit in Österreich und Deutschland (West) bewegten, erzählt eine neue Reihe des u.a. durch sein ausgesuchtes Regional-Krimi-Programm bekannten Kölner Emons Verlages. Unter dem Serientitel "True Crime" werden Fälle aufgerollt, die den Kriminalisten damals ganze Arbeit abverlangten und die durch ihre Tatumstände zu ihrer Zeit Aufsehen erregten. Die verflossene Zeit läßt die Fälle beinahe antiquiert erscheinen, wenn auch die grundlegenden menschlichen Emotionen als Auslöser heute so gültig sind wie damals. In "Ein Mord genügt" berichtet Nicolette Bohn über neun Kriminalfälle, die zwischen 1960 und 1975 durch die nordrhein-westfälischen Gazetten gingen. Mord und Inzest, Gewalt und Verzweiflung offenbaren die anscheinend aus dem hölzernen Amtsdeutsch der damaligen Ermittlungsakten übernommenen Texte, die aber auch erkennen lassen, daß Tat und Täter in einem gesellschaftlichen Kontext standen, der sich von den heutigen Verhältnissen wesentlich unterschied. Das Erschrecken über eine wie auch immer motivierte Gewalttat war offensichtlich größer, ihre Aufklärung mit den damals noch höchst bescheidenen kriminalistischen Mitteln ein Anliegen, das weite Kreise der Bevölkerung wirklich bewegt. […]
(Frank Becker in: Musenblätter, unabhängiges Kulturmagazin Wuppertal: musenblaetter.de/artikel.php)
Interview mit der Autorin zu „Ein Mord genügt“: www.ngo-online.de/2010/09/4/die-pragung-der-morder/
Das Buch zeigt, mit welchen Mitteln rechtsextreme Jugendliche mit wenig Selbstwertgefühl anderen Kindern und Jugendlichen eine gewisse Geborgenheit vermitteln können - verhängnisvoll.
(Bücherbär - neue Kinder- und Jugendbücher, 1/1999)
Die eingestreuten Originalzitate nationalsozialistischer Größen wirken erschreckend, die Zusammenhänge zwischen Arbeitslosigkeit und Ausländerhass lassen an das denken, was in den neuen Bundesländern verschiedentlich geäußert wird bzw. geschieht.
(Jugendliteratur und Medien VJA in Marburg, 1999)
Der Verdienst dieses Buches liegt sicherlich auch darin, dass es den nicht ungefährlichen Weg aus der Szene heraus aufzeigt und deutlich macht, dass Freunde und Familie aufmerksam Veränderungen registrieren sollten, um früh genug die notwendige Hilfe zu geben.
(Arbeitskreis Jugendliteratur und Medien (VJA), 1998)