INSTITUT FÜR GERMANISTIK

Düsseldorfer Autorinnen - Ina-Maria von Ettingshausen

Das Bildrecht liegt bei der Autorin.

Vita

  • 1944 in Herborn/ Hessen geboren als Ina-Maria Heun.
  • 1963 Abitur
  • 1963 - 1965 Fremdsprachenstudium am Dolmetscher Institut der Universität Saarbrücken, kurze Berufstätigkeit als Fremdsprachenkorrespondentin
  • 1966 Heirat und Jahre als Familienfrau, zwei Kinder. 1970 zieht sie mit ihrer Familie nach Düsseldorf.
  • Seit 1979 freier Schreibprozess: Lyrik, Kurzprosa, Reflexionstexte, Tagebücher, Briefe über das Frausein. Bald folgten kurze Veröffentlichungen, Lesungen und Aktionen mit anderen Autorinnen.
  • 1983 - 88 Leitung von Frauenselbstfindungsseminaren
  • 1983 Beginn das fotographische Arbeiten: Frauenbilder und Materialcollagen. Teilnahme an bildnerischen Symposien beim Maler, Bildhauer und Fotographie-Dozenten Albrecht Klauer-Simonis, Weißenseifen/ Eifel
  • 1985 – 88 universitäre Studien in Düsseldorf zur Psychosomatik von Frauen
  • Ab 1987 Vortragstätigkeit in kulturellen Institutionen und Frauenforen
  • Seit 1989 Leitung von Reflexionsseminaren für Frauen
  • Seit 1990 intensives Fotografieren und erste Veröffentlichungen von Frauenfotografien
  • 1997 Teilnahme am Jahreskursus bildender Künstlerinnen Düsseldorf „Neue Wege künstlerischer Existenz“
  • 1998 Mitarbeit im Frauennetzwerk Lokale Agenda 21 in Düsseldorf, Leitung der Gruppe „Kultur“, öffentliche Aktionen
  • 1999 Zusammenarbeit mit dem Verein Düsseldorfer Künstlerinnen e.V., 2000 Beitritt
  • Ab 2000 Leitung des Frauenschreibseminars „Identität durch Schreiben“
  • 2002 ist sie im Januar Autorin des Monats am Literaturtelefon Düsseldorf.
  • Seit 2003 Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller (VS)/ NRW in ver.di
  • 2008 und 2009 fungiert sie als Vorsitzende des Verbandes Deutscher Schriftsteller, NRW Region Düsseldorf. In dieser Zeit konzipiert, organisiert und präsentiert sie VS-AutorInnen mit Porträts auf Lesungen. Hier finden Sie eine Übersicht ihrer AutorInnen-Porträts.
  • Seit 2009 ist sie ehrenamtliche Mentorin für Doktorandinnen im Rahmen des Selma Meyer Mentoring Programms der Heinrich-Heine-Universität.
  • Seit 2011 ist die Düsseldorfer Autorin Mitglied im Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen Wien.
  • Ina-Maria von Ettingshausen nimmt seit 1981 vielfältige Lesungstermine wahr, dies ist im folgenden dokumentiert.

Publikationen

  • Hera-Marias Tagebuchleben. Unterwegs zum eigenen Selbst. Eine epische Dichtung. Düsseldorf: Grupello Verlag, 2011
  • Agava im Licht. Ein lyrisches Tagebuch über Ehe, Liebe, Sehnsucht mit Fotos, Collagen, Zeichnungen. Düsseldorf: Grupello Verlag, 2006
  • Fremde Frau ich suche dich. Eine Weiblichkeits-Poetisierung. Gedichte, Fotos Collagen, Zeichnungen. Düsseldorf: Grupello Verlag, 2000

Beiträge in Anthologien, Zeitungen (Auswahl):

  • „Ansage zum Weltfrauentag“; „Die Echt-Individuen-Frauen“; „Ein Klang von Kunigunde“; „Wehen“; „Bewusstsein am frühen Morgen“ in: MAJDAN. Serbische Literaturzeitschrift. Kostolac, 3/2011
  • „Bewusstsein am frühen Morgen“ in: Schritte. Serbisch-deutsche Anthologie. Hrsg. von Nicola Vukolic. Banja Luka, Beograd 2011
  • „Jahreszeit Jetzt“; „Sonntagsruh’“ in: Begegnungen. Serbisch-deutsche Anthologie. Auswahl, Übersetzung von Dragica Schröder. Banja Luka, Beograd 2010
  • In: Anthologie - Lyrik und Prosa: Jubiläumsausgabe 125 Jahre Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen. Hrsg. von Helga Helnwein. Wien 2010
  • „Der Klang von Kunigunde“; „Wehen“ in: Auf den Flügeln der Zeit. Serbisch-deutsche Anthologie. Auswahl, Übersetzung von Dragica Schröder. Banja Luka, Beograd 2009
  • „Ansage zum Weltfrauentag“; „Die Echt-Individuen-Frauen“ in: Fenster der Seele. Serbisch-deutsche Anthologie. Auswahl, Übersetzung von Dragica Schröder. Banja Luka, Beograd 2008
  • „Vertrieben – Geschrieben und Hoffen“ in: Der siebte Kreis. Serbisch-deutsche Anthologie. Auswahl, Übersetzung von Dragica Schröder. Banja Luka, Beograd 2007
  • „Frau Mitte fünfzig“; „Der monatliche Rat“; „Die Maienvagantin“; „Der Frauenfließende Formel“: Mittsommernachtsmuse“ in: Trilogie der Besonderheiten. Anthologie von Serbischen, deutschen, Mazedonischen Autorinnen. Hrsg. von Dragica Schröder, Kostadinka Koca Gjorgjevska. Skopje: Verlag Mazedonisches Wort, 2007
  • „Bin die Einsamkeit selber mir“ in: Spuren. Serbisch-deutsche Anthologie. Auswahl, Übersetzung von Dragica Schröder. Banja Luka, Beograd 2006
  • „Die letzte Performance“ in: Blick aus dem Fenster. Hrsg. von Alla Pfeffer. Düsseldorf: Grupello Verlag, 2006, S. 160-164
  • „Mein Verleger und Ich“ in: Nix verraten dich, Grupello! 15 Jahre Grupello Verlag. Eine Festschrift. Hrsg. von Melanie Florin, Sascha Kirchner. Düsseldorf: Grupello Verlag, 2005, S. 33-36
  • „Geteiltes Ich auf der Brücke des Schreibens“ in: STIG, Serbische Literaturzeitschrift. Malocrnice, 10/2005
  • „Geteiltes Ich auf der Brücke des Schreibens“ in: Brücken. Serbisch-deutsche Anthologie. Auswahl, Übersetzung von Dragica Schröder. Banja Luka, Beograd 2005
  • „Die Lackschuhmöhne“; „Nachgetragene ‚Nahaufnahme’“ in: Straßenbilder. Düsseldorfer Schriftsteller über ihr Quartier. Hrsg. von Alla Pfeffer. Düsseldorf: Grupello Verlag, 1998, S. 45-48
  • In: Frauenfotokalender Irritationen. Aachen: Klenkes Druck und Verlag, 1988
  • In: Bombenstimmung. Essen: Klartext Verlag, 1983
  • In: Und das Wasser gräbt sich unter die Steine. Berlin: Verlag schwarze Katz, 1982
  • In: Spinatwachtel, Nr.6, Marburg, April 1982
  • In: Wer nicht begehrt, lebt verkehrt. Bonn: Verlag kleine Schritte, 1982
  • In: Unbeschreiblich weiblich. Reinbek: rororo panther, 1981
  • "Halbschlaf" in: Nahaufnahmen. Neue Texte Düsseldorfer Autoren, hrsg. von Klas Ewert Everwyn. Düsseldorf: Triltsch Verlag, 1981, S. 115-118

(bis 1988 veröffentlichte sie unter dem Mädchennamen Heun)

Journalistische Beiträge (Auswahl)

  • In: Dokumentation 2. Deutscher Unternehmerinnentag 1997
  • In: „NewsLetter“ der TOP-Frauenmesse, Düsseldorf 1996, ’97, ’98
  • In: „informationen für die frau“, Zeitschrift des Deutschen Frauenrates, Bonn 1994
  • In: NIKE, New Art in Europe, Nr. 39/1991
  • In: „LaLiberta“, Düsseldorfer Frauenzeitschrift, 1991, ´92, ´93

Lesungen (Auswahl)

  • 9/2012 Verein Schriftstellerinnen und Künstlerinnen Wien, AutorInnenlesung in der Peterskirche, Wien, Petersplatz, Vortrag: „Klimt und die Frauen“ und Lesung: „Poem Goldene Adele“
  • 4/2012 Jahresempfang des Selma Meyer-Mentoring-Programms der Zentralen Gleichstellungsbeauftragten der Heinrich-Heine-Universität, Lyrische Ansprache „Wissensfrauen an die Öffentlichkeit“
  • 3/2012 Zum Weltfrauentagsempfang von Bürgermeisterin Gudrun Hock in der Deutschen Oper am Rhein: Lyrische Ansprache „Wissensfrauen an die Öffentlichkeit“
  • 8/2011 Zur Ausstellung „Die Stadt ist weiblich“ im Stadtmuseum Düsseldorf, Lyrik- und Prosa-Lesung: „Frauenbilder aus Düsseldorf und der Welt“
  • 7/2011 Antenne Düsseldorf: Lesung aus „Hera-Marias Tagebuchleben“
  • 7/2011 Literatur-Salon der Heine Gesellschaft im Heine-Institut, Lesung aus „Hera-Marias Tagebuchleben“
  • 6/2011 VS-Autorenlesung im Literaturbüro NRW „Miteinander-Durcheinander“; Lesung aus „Hera-Marias Tagebuchleben“
  • 5/2011 Lesung aus „Hera-Marias Tagebuchleben“ zur Präsentation des 3. Gedichtbands im Düsseldorfer Theatermuseum
  • 3/2011 Weltfrauentagsempfang von Bürgermeisterin Gudrun Hock in der Deutschen Oper am Rhein, Lyrik: „Der Schwur der Frauen zum 100. Weltfrauentag“
  • 11/2010 Auf der Lesebühne des Café Modigliani/ Düsseldorf., Beitrag zur Lesung „NebelSprachVerstehen“, Prosa „Zwei, drei Frauen, fragmentarisch“
  • 10/2010 Heinrich-Heine-Institut und Verband Deutscher Schriftsteller VS Region Düsseldorf, Ehrenlesung, Laudatio auf Alla Pfeffer zum 75. Geburtstag „Schreiben befreit“
  • 6/2010 Teilnahme am 25. Bücherbummel auf der Kö, Prosa von 2 Männerbildern: „Der einfühlsame Techniker“, „Der Bote aus dem Kongo“
  • 5/2010 Salon Konstanze Petersmann, Düsseldorf, Vortrag „Gustav Klimt und die Frauen“ und Lesung „Poem Goldene Adele“
  • 3/2010 Weltfrauentagsempfang von Bürgermeisterin Gudrun Hock in der Deutschen Oper am Rhein, Lyriklesung „Philosophin auf Frauenfüßen“
  • 11/2009 Theatermuseum, VS-AutorInnenlesung, Prosa-Lesung: „Wie Liebe zur Sprache kommt“
  • 3/2009 Weltfrauentagsempfang von Bürgermeisterin Gudrun Hock im Düsseldorfer Schauspielhaus, Lesung: „Frauen in eigener Version“
  • 8/2008 „Heimspiel – Lange Nacht der Düsseldorfer Literatur“: Im Institut Francais: Gedicht über das Schreiben als Frau; im Heinrich-Heine-Institut „Nachtletter-Arie“ Gedichte als Schlüssel zum Unbewussten“.
  • 6/2008 Teilnahme an der Autorenlesung mit Musik des Fördervereins Jan-Wellem-Brunnen. Fotos, Vortrag, Gedicht: „Kunstsinnig für die aufblühende Düsseldorf Stadt“
  • 3/2008 Weltfrauentagsempfang von Bürgermeisterin Gudrun Hock in der Düsseldorfer Kunsthalle, Lyriklesung: „Die Echt-Individuen-Schwestern“
  • 10/2007 VS-Autorenlesung beim VVV Verkehrs- und Verschönerungsverein Düsseldorf-Oberkassel, Prosa-Lesung: „Fremde am See“.
  • 6/2007 Teilnahme am 22. Bücherbummel im Lesezelt „Zeit der bedrohten Wörter“, Prosa-Lesung „Shin Yokohama Station“
  • 3/2007 Weltfrauentagsempfang von Bürgermeisterin Gudrun Hock, Stadthaus Mühlenstraße, Lyrikvortrag: „Ansage zum Weltfrauentag“
  • 11/2006 Stadtbücherei Bürgerhaus Erkrath, Gleichstellungsstelle, Lesung aus „Agava im Licht“
  • 10/2006 Alter Ratssaal Hilden, Petar-Kocic-Feder 2006-Preisverleihung, Lesung aus der serbisch-deutschen Anthologie „Spuren“
  • 9/2006 Einzellesung „Traumschön – Poetische Einblicke“ im Kunstraum Gewerbepark Süd in Hilden zur Ausstellung des Vereins Düsseldorfer Künstlerinnen e.V. „Schön oder nicht schön“
  • 9/2006 VS-Autorenlesung im Literaturbüro NRW, Prosa-Lesung:„Signora Sola“
  • 8/2006 Im Düsseldorfer Theatermuseum, Lesung aus „Agava im Licht“ im Kontext „Die Weibstücke“, präsentiert von kom’ma, Frauenbüro, zakk u. a.
  • 6/2006 In der Naturheilpraxis T. Schmidt-Wülfing, Prinz-Georg-Str. 108: Lyrik und Prosa zu „Wechseljahre der Frau“
  • 6/2006 Auf dem 21. Bücherbummel auf der Kö Lesung aus „Agava im Licht“
  • 2/2006 Zentralbibliothek Düsseldorf „frisch gepresst“, Vorstellung von Agava im Licht“
  • 1/2006 Golfpark Meerbusch, Lesung aus „Agava im Licht“
  • 11/2005 Emschertal- Museum Herne Städtische Galerie im Schlosspark Schloss Stünkede, 1. Vorstellung des neuen Lyrikbandes „Agava im Licht“
  • 11/2004 Autorenlesung der VS in der Reihe „Blick aus dem Fenster“, Theatermuseum, Prosa „It´s your life“ und „Die letzte Performance“.
  • 3/2004 „Frauen und Mädchen der Mutter Erde“ Texte , Lyrik, Prosa und Fotografien zum internationalen Frauentag, Düsseldorf-Unterbach
  • 11/2003 VS- Lesung in der Reihe „Duelle und Duette“, Lyrik und Prosa aus meinem literarischen Zyklus „Der eindringende Traum“.
  • 3/2003 Japanischer Club Düsseldorf, ein simultan übersetzter Vortrag „Frauenbilder aus dem privaten und öffentlichen Leben“ mit Fotos sowie ein paar Gedichten aus „Fremde Frau ich suche Dich“.
  • 3/2002 aktionsring frau & welt, Düsseldorf. „Das Treppenhaustanzkleid“, eine Bildergeschichte in Dias mit Texten
  • 11/2000 Montagsprosa in der Orangerie Schloss Benrath. Prosa „Frauen in ihrer kultischen Nacht“
  • 5/2000 Hetjens – Museum, CulturCitadelle IV. Neuvorstellung meines Gedichtbandes „Agava im Licht“.
  • 4/1999 top- Frauenmesse am Stand des Vereins Düsseldorfer Künstlerinnen e. V., Fotoausstellung „Frauen kommen öffentlich zu Wort“. Mit Lesung „Frauenbilder – Gedichte“.
  • 9/1998 Reihe „Literatur im Schnabelewopski“, Donnerstagsvorstellung Moderation: Dr. Karin Füllner u. Alla Pfeffer. „Schreiben als Frau – Leben in Düsseldorf“, Prosa: „Die Schiffslesung“
  • 3/1998 „Matinée“, kom!ma, Düsseldorf
  • 1986 – 1995 Eine Zusammenstellung von Frauenbildnerischen Vorträgen der Autorin können Sie sich hier gesondert anschauen.
  • 1985 Lesung im Psychosomatischen Seminar Prof. Molinski/ Universität Düsseldorf
  • 1984 Lesung mit den Aktionspoeten, bei einer Friedensveranstaltung und beim Autorentreffen in der Kunsthalle Düsseldorf
  • 1983 Lesung auf einer psychotherapeutischen Fortbildung bei Bert Hellinger in Ainring, Bayern
  • 1982 „Frauen und Beziehungen“, Autorenlesung im Frauenbücherzimmer Düsseldorf
  • 1982 Autorenlesung Büchereck Dülcken in Dülcken
  • 1982 „Wer hat es gesehen?“ Debütanten-Lesung im Sassafras, Düsseldorf
  • 1982 „Und das Wasser gräbt sich unter die Steine“, Lesung auf der Frauen-Sommer-Universität Berlin (Jahresmotto: (Über)-Lebensstrategien) Buchvorstellung von 13 schreibende Frauen
  • 1982 „Frauen suchen ihren eigenen Weg“, Autorenlesung im actionsring frau & welt e.V., Düsseldorf
  • 1981 „Halbschlaf“ aus der Anthologie Düsseldorfer Autoren „Nahaufnahmen“, Stadtmuseum Düsseldorf

Selbstaussagen der Autorin

In meinen drei Büchern befasse ich mich in Fortsetzung mit 3 wichtigen Phasen im Frauenleben, und zwar immer mit emanzipatorischer Ausrichtung. Das erste Buch (2000) „Fremde Frau, ich suche dich. Eine Weiblichkeits-Poetisierung“ ist ein Aufbruchsbuch: Der frauenbewegte Aufbruch aus patriarchaler Prägung, Rollen und Normen. In dieser Phase von 1980 -1985 ist das Schreiben mein zentrales Ausdrucksmittel; mein Ziel ist es, Schriftstellerin zu werden.

Das zweite Buch (2006) „Agava im Licht“ befasst sich mit Ehe, Liebe Sehnsucht, auch mit Familie und präsentiert Texte von 1985 – 1990. Agava erscheint als poetische Gestalt. Sie unterstützt mit Selbstbewusstsein, die Bewusstseinsveränderungen im Alltag umzusetzen. Meine Entwicklung als Autorin bahnt sich ihren Weg.

Das dritte Buch (2011) „Hera-Marias Tagebuchleben. Unterwegs zum eigenen Selbst“ umreißt das Jahrzehnt 1990 – 2000 und damit die Lebensjahre 45 bis 55. Die poetische Gestalt Hera-Maria geht voran. Es ist ein Jahrzehnt tief greifender ganzheitlicher Wandlungsprozesse, körperlich, seelisch und geistig. Für mich als Autorin ist es eine Zeit der Findung und des weiteren Wachstums.

Das vierte für 2014 geplante Buch bezieht sich auf die Zeit zwischen 2000 und 2010, ein Jahrzehnt der Reifung und gleichzeitiger Konfrontation mit dem Älterwerden. Dies als vorläufiger Ausblick –

Für mich als Autorin beginnt eine Zeit kontinuierlichen Arbeitens auch an der Dimension der Öffentlichkeit meiner Schriftstellerinnen-Existenz - viel durch Vernetzung, Auftritte und Zusammenarbeit mit dem Verband deutscher Schriftsteller (VS) NRW in ver.di. Meine bildnerische Arbeit als Fotografin von Frauenbildern und Reisebildern sowie die Zusammenarbeit mit dem Verein Düsseldorfer Künstlerinnen e.V. gehören dazu. Der Schwerpunkt meines insgesamt frauenbildnerischen Arbeitens wechselt. Die Basis bleibt meine stabilisierende Autorinnenschaft.

(Ina-Maria von Ettingshausen, Sommer 2012)

Pressestimmen

Zu: Hera-Marias Tagebuchleben (2011):

„Was ist das für ein Buch?“ Es ist eine Verquickung von Wort – Bild – Collage. Es zeigt die Sehnsucht und das Bemühen des Weiblichen, sich selbst nicht zu entfremden von den Bedürfnissen des eigenen Wesens.

Heute gilt es ja als unerlässlich, schnell, klar, kurz, präzise zu sein, zu funktionieren und zu formulieren. Ina-Maria von Ettingshausen verweigert sich konsequent solchen Forderungen. Ihre Poeme sind eine gesungene Sprache, ein Sprechgesang, der aus dem Unterbewusstsein aufsteigt. Traumbilder, die einem ganz eigenen Rhythmus folgen. Es werden Hörbilder, die man am besten laut liest, die sich daraus besser erschließen.

Die Leserin, der Leser muss nicht alle Einzelheiten ihrer Wortschöpfungen des Inhalts verstehen, nachvollziehen können. Aber ihre Dichtung hat Sogwirkung, stellt Fragen, sucht nach Wegen, Erkenntnissen. Unerschrockenes Benennen von Sehnsüchten, Konfrontationen mit dem Ich, das sich ausweitet und wie ein Spiegel das Gegenüber trifft.

Man kann die Gedichte nicht auswendig lernen, aber man erkennt sofort den unverwechselbaren Sprachduktus und die Bildsprache dieser Schriftstellerin. Einzelne Fotos, Fotoreihen, Fotocollagen unterstreichen und helfen, Inhalte zu interpretieren, sind ganz nah an die Gedichte gelehnt.

Was sind meine Eindrücke? Es sind drei Gruppierungen, die ineinander verwoben sind. Ich sage bewusst verwoben, nicht linear hintereinander verarbeitet. In der ersten Phase der Gedichtreihe empfinden wir in bergender Wärme unbestimmtes Werden. In der zweiten Gruppe erleben wir mit zunehmender Spannung, wie aus kosmischem Werdungsnebel sich helle Leuchtpunkte hervorkristallisieren, um im dritten Teil sich in einer das Wegziel symbolisierenden Kette erhellender Erkenntnisse zusammenzufügen.

Ina-Maria ist eine Perfektionistin. Ihr Ingenium leistet intensivste Arbeit, Werdungsstufen zu finden und auszuformen.“

(Alla Pfeffer: Einführung bei der Buchpräsentation im Theatermuseum Düsseldorf, am 17.05.2011)

Zur Autorin:

Gegen angepasste Frauen-Gestalten. Interview mit Ina-Maria von Ettingshausen

Ina-Maria von Ettingshausen ist seit kurzem die neue Vorsitzende der Bezirksgruppe Düsseldorf-Neuss des Verbands Deutscher Schriftsteller und sprach über ihre Arbeit mit den Düsseldorfer Heften.

Sie gehört zu den ungewöhnlichen Frauen - oder sagen wir: Menschen - in dieser Stadt. Schon deshalb, weil sie seit langem intensiv über die gewandelte Rolle der Frau nachdenkt und darüber spricht und schreibt. Und zusätzlich auch optisch - nämlich fotografisch - für Beispiele ihrer Beobachtungen und Erfahrungen in Sachen „Fremdfrauen-Figurationen“ oder gegenteilige Typen sorgt. Einer der Hintergründe: Die weltweite Schwemme der Titelbilder von so genannten, auf Schönheit getrimmten, Stars aller Art. Kühn gesagt: Frau von Ettingshausen ist der Kontrapunkt von Paris Hilton, die natürlich nichts davon ahnt, dass sie auch eine ganz andere Frauenexistenz sein könnte. Eine wie Ina-Maria gehört in unsere Gesellschaft, weil sie gedankliche Türen öffnet, auch mit Blick auf die Mann-Frau-Situation - „Geschlechterkrieg“ ist dabei unter anderem ein Stichwort, das sie jetzt auch bei ihrem Vortrag zum Weltfrauentag beim Empfang von Gudrun Hock in der Kunsthalle am Grabbeplatz benutzte.

Eine Frau also mit großem gesellschaftlichen Verantwortungsgefühl und vielen künstlerischen Fähigkeiten. Eine, die würdig ist, als neue Vorsitzende des regionalen Schriftstellerverbandes mit 90 Autoren, die alte Bücher veröffentlicht haben, zu agieren, ihre Vorgänger waren Alla Pfeffer und danach Otto Vowinckel, die selbstverständlich weiterhin Mitglieder des Verbandes VS sind, der zu ver.di gehört. Frau von Ettingshausen gehört darüber hinaus auch zum Verein Düsseldorfer Künstlerinnen. Die gebürtige Hessin aus Herborn wohnt mit dem Ehemann Othmar von Ettingshausen am südlichen Stadtrand Düsseldorfs; ihre beiden erwachsenen Kinder (Tochter und Sohn) leben zurzeit im Ausland. Zu ihren literarischen Veröffentlichungen gehören die Bücher „Fremde Frau, ich suche dich«, eine Weiblichkeits-Poetisierung, oder „Agava im Licht“- ein lyrisches Tagesbuch über Ehe, Liebe, Sehnsucht mit Fotos und Zeichnungen. Beide sind im Düsseldorfer Grupello Verlag erschienen.

Jeder neue Vorsitzende - oder nach Bedarf auch Sprecher genannt - hat eine individuelle Vorstellung von dieser ehren-amtlichen Arbeit. Dabei steht im Vordergrund, die Existenz der Schriftsteller, ihre Namen und ihre Art zu schreiben in diesem Raum hör- und sichtbar zu machen. Wichtiges Kriterium: die Organisation öffentlicher Lesungen in regelmäßiger Folge - mit Blick auf neue Veröffentlichungen der einzelnen Schriftsteller oder auf besondere Themen, die politisch oder gesellschaftlich aktuell sind. Frau von Ettingshausen will, wie schon vorher geschehen, viermal pro Jahr je vier Autoren zu Lesungen auftreten lassen, die vom städtischen Kulturamt, der Gesellschaft für Literatur und ver.di mitfinanziert werden. Aber insgesamt ist die bereitgestellte Summe zu klein, um die Leistungen der Autoren gerecht zu finanzieren. Am 15. Mai, dem Gedenktag der Bücherverbrennung, hat Frau von Ettingshausen die erste Lesung dieses Jahres vorgesehen - mit Wolfgang Reinke, Gepa Klingmüller, Anni-Rosemarie Becker und Alla Pfeffer. Beim nächsten öffentlichen Auftritt von vier Autoren im Juni oder Juli - der Tag steht noch nicht fest - steht als Motto „Die Rolle, die ich spiele“ im Vordergrund. Das Problem bei den Veranstaltungen ist es, Räume zu finden die möglichst mietfrei sind. Gelesen wurde schon im Theatermuseum, in der Zentrale der Stadtbücherei oder auch in der Buchhandlung Müller/Böhm. Dank Ettingshausens Initiative fand sich kürzlich in der Wattstraße 30 (Organisation „Invent“- International Weiterbildung und Entwicktung) ein kostenfreier Raum ats Treffpunkt für den Schriftstellerverband. Hier haben die Autoren die Möglichkeit, zu persönlichen Gesprächen zusammenzukommen. Was bisher in dieser Form nicht möglich war.

(Lis Schenk in: Düsseldorfer Hefte, 1.05.2008)

Zu: Agava im Licht. Ein lyrisches Tagebuch (2006):

Hier spricht eine Autorin in einer ganz eigenen Sprache, herausgefiltert während intensiver künstlerischer Auseinandersetzung mit sich selbst, der eigenen Geschichte. Wie im ersten Teil „Fremde Frau, ich suche dich“ erleben die Leserinnen eine tiefe Begegnung mit dem eigenen weiblichen Selbst, das zum Ich wird, Wort für Wort. Eine schwierige, schmerzliche Identität entwickelt sich, begründet und begleitet durch das Schreiben, die Gespräche mit anderen Frauen, Vorläuferinnen, Freundinnen. Die Jahre zwischen 1985 und 1990 sind die erlebte Grundlage des Buches, es endet (vorerst) mit dem Bild der Traumkünstlerin, die sich vor der Morgenröte verneigt. Mutig und Eindrucksvoll.

(Mechthilde Vahsen in: WIR FRAUEN. Das feministische Blatt, 2/2006)

Es war ein langer Reifungsprozeß, der hinter dem Buch „Agava im Licht“ und seiner Autorin Ina-Maria von Ettingshausen liegt. Das lyrische Tagebuch über Ehe, Liebe und Sehnsucht, das nun im Grupello Verlag erschienen ist, enthält Gedichte, Fotos, Collagen und Zeichnungen aus den Jahren 1985 bis 1990.

Die Düsseldorfer Autorin brauchte Zeit der Reflexion und eine innere Distanz, um ihr Werk der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Ihr Thema ist - schon seit Jahren - der schöpferische Prozeß weiblicher Selbstfindung. Dabei spielt die eigene Entwicklung und Emanzipation der Autorin eine wichtige Rolle. Ein autobiografisches Werk sei das Buch jedoch nicht, betont von Ettingshausen.

„Agava ist eine poetische Gestalt, die viele Möglichkeiten in sich trägt. Und diese Chance nutze ich als Autorin“, sagt von Ettingshausen. Denn im Vergleich zu einer realen Person habe die Fantasie-Frau weitreichende Freiräume. Und so sind die Gedichte, Fotos und Collagen zwar eingerahmt vom „Vorwort meines lyrischen Ichs“und dem biografischen Hintergrund mit der Überschrift „Umbrüche, Krisen, Grenzüberschreitungen“, stehen aber für sich.

Als die Stücke für das Buch entstanden, war Ina-Maria von Ettingshausen eine Frau um die 40, die auf dem Weg zur Selbstfindung schon ein gutes Stück vorangekommen war. Sie beschäftigte sich mit Emanzipation, reflektierte ihr eigenes Leben, tauschte sich mit anderen Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen aus, bildete erste Netzwerke. Während dieser Zeit entstanden Konflikte in ihrer Ehe, die eine zunehmende Entfremdung mit sich brachten. Dafür entdeckte von Ettingshausen immer mehr den Wert neuer „Freundinnenschaften“.

Schon die Stücke zum ersten Buch der Düsseldorferin, „Fremde Frau, ich suche dich«, entstanden in einer Identitätskrise. Ina-Maria von Ettingshausen, Jahrgang 1944, ist studierte Fremdsprachenkorrespondentin. In den frühen 80er Jahren lebte sie als „Familienfrau“ mit ihrem Ehemann und zwei Kindern. Bis „das Ungelebte heftig anklopfte“, wie sie sagt. Ein Ablösungsprozess vom traditionellen Familienleben begann. Seit 1979 schreibt von Ettingshausen Lyrik, Kurzprosa und Reflexionstexte über das Frausein, in den 90ern kamen Fotoporträts von Frauen hinzu. Seit 1983 leitet die Düsseldorfer in Frauengruppen und Schreibseminare, „aus dem Kommunikationsbedürfnis mit Frauen heraus“.

(Carola Siedentop in: Rheinische Post, 16.03.2006)

Sehnsucht und Ehe. Ina-Maria von Ettingshausen stellt neues Buch vor

„Agava im Licht“ heißt das Buch der Düsseldorfer Schriftstellerin Ina-Maria von Ettingshausen, das Ende letzten Jahres im Grupello Verlag erschienen ist: ein lyrisches Tagebuch über Ehe, Liebe und Sehnsucht mit Fotos, Collagen und Zeichnungen der Autorin. Von Ettingshausen ist eine sprachbegabte Lyrikerin, die ihre Aussagen und den Rhythmus ihrer Worte stark verfremdet und raunend vorträgt: „ich bin meine Frau Agava/ thronend sie-sissen/ Ori mein Parfüm/ miß mein Kind.“

In zwei Teilen erfahren wir etwas über den Verlust der ehelich-symbiotischen Liebesvorstellung und die Sehnsuchtsbeziehung zu einem Phantasiegeliebten. Aber die Lyrik ist wie geschaffen, die Beziehungen zum Unterbewussten herzustellen. „Agava im Licht“; Geheimnisvoll und mythisch ist schon der Titel. „Agava“ bedeutet im Griechischen „die Bewundernswerte“, aber die drei A, die für die drei Anfänge stehen - das junge Mädchen, die Gattin, die weise Alte -, entsprechen dem Mythos von Persephone und der Dreiheit der matriarchalischen Göttin. Die Autorin selbst zieht Agaven, ihre Lieblingsblume, deren starke Entwicklungsdynamik sie bewundert und die für emotionale und spirituelle Ziele steht. Keineswegs führt die Autorin nur in lichte Höhen, sondern auch in die dunkelsten Tiefen, zu gewagten Sprachspielen und zu makabren Metaphern.

(Wulf Noll in: Westdeutsche Zeitung, 21.02.2006)

Zur Autorin:

Identität durch Schreiben

Die verschiedenartigen Texte Ina-Maria von Ettingshausens, seien es Lyrik, Prosa, Tagebücher oder Reflexionstexte, entstehen aus einem inneren Impuls, der die jeweilige Situation, in der sich die Schriftstellerin gerade befindet, mit den möglichen Konflikten, Herausforderungen oder Schwierigkeiten spiegelt. Hieraus bildete sich ihr Lebensmotto: Identität durch Schreiben.

„Schreiben [ist] also [...] Lebenshilfe in der Auseinandersetzung mit sich und der Welt, zur Orientierung, Selbstfindung und Selbstbestimmung, im Geschlechterverhältnis, in Pubertät oder Wechseljahren, in Unruhe- und Veränderungszuständen, in Lebensprozessen überhaupt.“ (Reflektionstext zu „Fremde Frau, ich suche dich“ Eine Lesung von Lyrik und Prosa über das Einssein mit sich selbst, 2002). Das Schreiben ist für sie zu einer existenziellen Notwendigkeit geworden, von ihren einzelnen Lebensphasen geprägt.

Die „gute Verbindung“ zu ihrem Unterbewusstsein wurde wahrscheinlich schon zu ihrer Kindheit und Jugend von ihrem Vater aufgebaut. Der Psychoanalytiker hörte ihr schon früh zu, wenn sie von ihren Träumen erzählte. Durch die entstandenen Gespräche entwickelte sich wie selbstverständlich eine Traumarbeit, die sich seitdem wie ein roter Faden durch Ina-Marias Leben durchzieht und zum „Humus ihres literarischen, überhaupt künstlerischen Schaffens geworden ist“( Ina-Maria von Ettingshausen).

Ihre Schreibprozesse unterliegen aber auch einem hohen ästhetischen Anspruch. Dieser zeigt sich u. a. in poetischer, oft sprachschöpferischer Verdichtung, im Klang und in der Stimmigkeit des sprachlichen Rhythmus.

Ein ebenso wichtiger, jedoch meist weniger beachtete Teil ihrer schöpferischen Tätigkeit ist das Fotografieren. Diese ereignet sich extrovertiert in einer kommunikativen Situation, während das Schreiben eher in einer introvertiertern Phase entspringt. Mit diesen ausgelebten Ausdrucksformen hält die Autorin ihr inneres Gleichgewicht. „Der Wandel von Frauenbildern in seinen komplexen Prozessen lässt sich in der Kombination von Sprache und Bildern auch besser erfassen und vermitteln“, so von Ettingshausen, die sich als Frauenbildnerin bezeichnet.

Ihr Engagement für das „Frau-Bewusstsein“ zeigt sich nicht nur in ihren seit 23 Jahren geleiteten Reflexionsseminaren und in den seit 2000 stattfindenden Schreibseminaren. Auch in ihrem persönlichen Netzwerk geht es um die Bewusstseinsentwicklung von Frauen. Hier werden Gedanken, Gefühle, Kontakte kommunikativ ausgetauscht, die zu weiteren neuen vielfältigen kreativen Erkenntnissen/Anschauungen führen.

Ziel ihrer Arbeiten ist also nicht nur eine immer wieder neue Bewusstwerdung der Frau, sondern auch der Austausch und Ausgleich. Zwischen den Geschlechtern erhofft sich die Autorin eine inspirierende Dynamik beizutragen, die die „Kultivierungsprozesse, kurz menschliche Emanzipation für ein zukünftiges Miteinander fördert.“

(Diotima Girndt, Frauen-Kultur-Archiv, 7/2006)

Reise zum Mittelpunkt

Mit 35 fällte Ina-Maria von Ettingshausen einen Entschluss, den sie heute als die Entscheidung ihres Lebens bezeichnet. Sie begann mit dem Schreiben - und blieb dabei.

„Wenn ich / heute / auf ein Wort von Dir / auch / eine Augenbraue hochziehe / und nach der Zeitung greife / Ruf mich / bei meinem Mädchennamen / und meine Ehefaust / wird Dir sich / wieder öffnen rosenblättrig“(Ina-Maria von Ettingshausen: Rosenfaust)

„Alles fließt“, sagte schon Heraklit. Aber es gibt so etwas wie einen Wesens-Kern, der jeden Menschen individuell ausmacht. Davon jedenfalls geht die Düsseldorfer Autorin und Fotografin Ina-Maria von Ettingshausen aus, daran macht sie ihre Arbeit fest: „Ich durchfahre mich und unternehme Expeditionen in meine Innenwelt.“ Seit drei Jahrzehnten ist das Schreiben dabei ihr wichtigstes Navigationsmittel.

Den Start gab der heute 60jährigen eine Krise mit Anfang 30. Mit Mann, zwei Kindern und ohne Perspektive im ungeliebten Beruf der Fremdsprachenkorrespondentin traf Ina-Maria von Ettingshausen fast traumwandlerisch „die“ Entscheidung ihres Lebens: „Aus meiner Ortlosigkeit heraus wollte ich Schriftstellerin werden. Dabei war es von Anfang an der Blick als Frau, der mein Schreiben bestimmte.“

Ihre Quelle? Das eigene Leben

Mit Tagebüchern fing alles an, aber der Modus des intimen Zwiegesprächs, des selbst geschaffenen Freiraums jenseits äußerer Erwartungen, ist in ihrer Lyrik und Prosa bis heute spürbar. Dabei fühlt sich von Ettingshausen allein dem Urteil der inneren Stimmigkeit verpflichtet. Für das, was ihr aus der Feder drängte, gab sie sich sehr früh selbst die Erlaubnis. Ungewöhnlich für eine Frau in dieser Zeit, Mitte der 70er Jahre. Ihren Stoff fand sie selbstbewusst im eigenen Leben. Von Ettingshausen thematisierte das, „was offiziell keinen Platz hatte“.

Als ihr klarer wurde, dass ihre Texte nicht nur die eigene Entwicklung spiegelten, sondern sich viele Frauen darin wiederfanden, entwarf sie sich in den 80ern als „Frauenbildnerin“ neu und leitet seitdem Frauengruppen. „Ich aktiviere die selbstbildnerischen Kräfte durch Kommunikation“, erklärt sie ihr Konzept, bei dem in der Reflektion von Texten, Bildern und Vorbildern Frauen „ihrem individuellen weiblichen Selbst“ auf die Spur kommen. Gleichzeitig entwickelte von Ettingshausen ihren zweiten Arbeitsbereich - die fotografische Porträtierung von Frauen.

„Heute bestimmen mich nicht vorgegebene Rollen, sondern ich kann meine Rollen individuell gestalten und aus meinen Freiräumen und meinem Frausein schöpfen“, zieht von Ettingshausen Resümee und schaut dabei auf drei Jahrzehnte zurück, in denen sie sowohl in der Frauenbewegung als auch in der Düsseldorfer Literaturszene durch zahlreiche Publikationen präsent war.

So wird es bleiben. Ihrem ersten Buch, das im Jahr 2000 mit Gedichten, Fotos, Zeichnungen und Collagen erschien, soll ein weiteres als poetische Kommunikation von Erfahrung folgen. „Meine Arbeit ist ein Lebensprozess in fließender Identität, die Suche nach einer Grundstimmigkeit, die mich auch in den Wechselfällen und Krisen des Lebens steuert und balanciert. Dabei macht es mir die Vernetzung mit anderen Künstlerinnen möglich, auch als Frau in der Welt neue Orte des Existierens zu erobern und neu zu schaffen“.

(Jutta Saum in: Neue Rhein-Zeitung, 8.02.2005)

Zu: Fremde Frau ich suche dich (2000):

 Durchs Schreiben zu neuer Identität

Ina-Maria von Ettingshausen las im Medienzentrum in Ratingen aus ihrem „Aufbruchsbuch“. 

Einen interessanten Beitrag zum Selbstverständnis und zur Identitätsfindung emanzipierter Frauen bot die am Mittwochabend im Medienzentrum von der VHS und der Gleichstellungsstelle veranstaltete Autorenlesung unter dem Titel „Fremde Frau, ich suche dich“. Geladen war die Düsseldorfer Autorin Ina-Maria von Ettingshausen, deren gleichnamiges Buch mittels Gedichten, Fotos, Collagen und Zeichnungen eine „Weiblichkeits-Poetisierung“ darstellen soll.

„Das Buch deckt die Jahre 1980 bis 1985 ab, obwohl es erst 2000 herauskam“, erklärt die Autorin im Gespräch. „Ich brauchte einen großen zeitlichen Abstand, um diesen Brocken zu bewältigen.“ Von Ettingshausen bezeichnet es als „Aufbruchsbuch“: als die damals 35-jährige 1979 mit festem Willen entschied: „Ich werde Schriftstellerin!“ hatte sie nicht nur den langen Weg zur literarischen Selbstfindung vor sich, sondern vor allem einen nahezu vorprogrammierten Konflikt in ihrem Familienleben. Materiell war es um die Mutter zweier Kinder und Ehefrau eines Managers der chemischen Großindustrie sicher nicht schlecht bestellt, aber ideell fühlte sie sich eingeengt. Ihren erlernten Beruf als Fremdsprachenkorrespondentin konnte sie nie ausüben, da ihre Rolle als „Familienfrau“ festgelegt zu sein schien. „Die Entscheidung zum Schreiben war die markanteste und bewussteste in meinem ganzen Leben“, sagt sie heute.

Anfangs ging sie recht blauäugig, dann aber zielstrebig ihren neuen Weg. Durch die VHS-Literaturwerkstatt Düsseldorf kam sie in ein ganz neues Umfeld schreibender Menschen, konnte in Anthologien veröffentlichen, knüpfte Kontakte und geriet auf einen sehr bewussten Weg, der stark durch die Frauenbewegung geprägt war. „Im Familienleben gab das starke Konflikte. Wir haben es jedoch immer wieder hingekriegt“, resümiert sie. Heute macht sie Seminare oder Lesungen zum Thema „Weibliche Identitätsfindung“.

Wie in Ratingen: gut 30 Besucher, davon immerhin vier Männer, waren gespannt gekommen, um den Wandel von Frauenbildern und Frauenidentitäten durch Poetisierung hautnah zu erleben. Im ersten Teil las die Autorin tagebuchähnliche Texte, die Schreiben als Selbstfindungsprozess markierten, der erst individuell und darüber hinaus gesellschaftlich wirken kann. Im zweiten Teil gab es dann wie zum Beweis Lyrik in einer bisweilen höchst eigenwilligen und selbstbestimmten Sprache – experimentelle Sprachspiele für ein besseres Morgen.

(In: Westdeutsche Zeitung, 19.04.2002)

Buchtipp: Fremde Frau, ich suche dich. Eine Weiblichkeits-Poetisierung von Ina-Maria von Ettingshausen

 Eine poetische Dokumentation ihrer Reise zu der Frau in sich selbst, eine lyrische Bestandsaufnahme einer Frau, die sich über gängige Frauenbilder hinweg auf die Suche nach ihrer eigenen Natur gemacht hat: „Fremde Frau , ich suche dich“, kündigt die Autorin Ina-Maria von Ettingshausen im Titel ihres Buches mit Gedichten, Fotos und Illustrationen an, das unlängst im Grupello Verlag erschienen ist.

 Die Suche ist ergiebig. Mit den verschiedensten lyrischen Formen – mal im protokoll-ähnlichen Kurzgedicht, mal im essayistischen Prosa-Gedicht oder in spielerischem Experimentieren mit Sprache gibt die Autorin Zeugnis von eben diesen verschiedenen Formen und Eindrücken des Frau-Seins, die ihr auf dieser poetischen Reise begegnet sind. Das klingt stets ehrlich und neugierig und ermutigt die Leserin, sich selbst einmal auf die Suche zu machen nach der inneren Frau, dem unbekannten Wesen.

Ina-Maria von Ettingshausen, Jg. 1944, ist Ehefrau, Mutter einer Tochter und eines Sohnes, vorher war sie nach dem  Studium als Fremdsprachenkorrespondentin berufstätig. Es war Mitte der achtziger Jahre, wie sie im biografischen Nachwort des Bandes erzählt, als sie sich in der Frauenbewegung engagierte und zum Schreiben fand: „Meine weibliche Persönlichkeit drängte heraus aus Einschränkung und Abhängigkeit hin zu individueller Entfaltung und Eigenständigkeit.“ Während ihre Mitstreiterinnen ihr Recht auf Frau-Sein in öffentlichen Aktionen proklamierten, führte der emanzipatorisch Weg von Ina-Maria von Ettingshausen nach Innen, um mittels des Schreibens wieder nach Außen zu treten.

Seit vielen Jahren bewegt sie sich in der Düsseldorfer Literaturszene, ihre ersten Werke wurden in dem vielbeachteten Sammelband „Unbeschreiblich weiblich“ aus dem Jahr 1981 veröffentlicht. Auseinandersetzung mit dem Frausein suchte Ina-Maria von Ettingshausen den Austausch mit anderen Frauen, die wie sie zu der Reise zu sich selbst aufgebrochen waren. In diesen Frauengruppen entdeckten sie gemeinsam mit Mut und Phantasie neue Lebensspuren, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den jeweiligen Lebenskonzeption und –philosophien. „Das mich durchdringende Motiv war, meinen Weg und mich selbst zu finden. Ich wollte zusätzlich zu meinem Familienleben auch ein nur durch mich definiertes Leben führen. Mein Thema war ‚Leben aus der Sicht der Frau’“.

(Eva Krautter in: FrauenRat, 7.08.2000)

 

Wenn sie im Vorwort über ihr ‚lyrisches Ich’ schreibt, im Nachwort über ihre ‚Aufbrüche auf der ganzen Linie’, dann steht Selbstüberschätzung zu befürchten. Doch die Befürchtung ist grundlos. Eher überrascht die Autorin mit jugendlicher Ehrlichkeit. Wenn sie über die schmerzhafte Ablösung vom ‚traditionsorientierten Ehe- und Familienleben’ schreibt, ist das so glaubwürdig wie die Schilderung der Erlebnisse mit frauenbewegten Berlinerinnen und die sensible Wahrnehmung, dass ‚vielleicht die meisten Autorinnen sich in ihrem Selbstverständnis als professionelle Schriftstellerinnen definitiv von schreibenden Frauen abgrenzen’..[...] Talent zu vieldeutiger Wortspielerei verrät der Titel einer frühen Arbeit: ‚Das Treppenhaustanzkleid’.

(Gerda Kaltwasser in: Rheinische Post, 18.05.2000)

Lyrik zur Selbstfindung

Die „Montagsprosa“ feierte ihren 25. Geburtstag: Seit fünf Jahren lesen Schriftsteller in der Benrather Orangerie.

 An einem Winterabend im Jahr 1996 erfand Karin Füllner vom Benrather Kulturkreis den Titel „Montagsprosa“ – wegen der schönen Assonanz. Zur 25. Lesung strömten mehrere hundert Besucher in die Benrather Orangerie. Seit fünf Jahren ist die „Montagsprosa“ eine feste Institution des Kulturkreises. […]

Die Jubiläumslesung stand ganz im Zeichen der Frauen: Ina-Maria von Ettingshausen (56) überraschte mit Texten und Gedichten rund um Selbstfindung und Emanzipation. Unter dem Titel „Frauen in ihrer kultischen Nacht“ sagte sie „quälenden Beziehungskisten“ den Kampf an. Statt Klischees und herkömmlicher Rollenbilder lieferte sie Lösungsmöglichkeiten für ein gelungenes Gespräch zwischen den Geschlechtern. Geduld und Toleranz sollen die Verständigung erleichtern.

(Kathrin Handschuh in: Westdeutsche Zeitung, Lokale Kultur, 22.11.2000)

 Der Blick hinter den Spiegel

 In der Reihe „Kultur nach fünf“ in Hochdahl trug Ina-Maria von Ettingshausen Lyrik und Prosa zu Facetten von Frausein vor.

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? „Der suchende Blick in den Spiegel“ war schon für Schneewittchens Stiefmutter von existentieller Bedeutung. Frauenbildnerin Ina-Maria von Ettingshausen erteilte der ausschließlich konkreten Spiegelbetrachtungen bei ihrer Lesung in der Reihe „Kultur nach fünf“ am Mittwoch Nachmittag im Haus der Kirchen jedoch eine klare Ansage: „Jede Frau ist von einer Vielzahl verschiedenster Spiegel umgeben. Wir müssen lernen, uns ihrer Existenz bewußt zu werden“, forderte sie die durchweg gebannt lauschenden Zuhörerinnen auf.

 Ihre 20 überwiegend kurz gehaltenen Prosagedichte beschreiben Spiegelbilder als Zerrbild und Irritation, aber auch als Chance zur Selbsterkennung. So sieht von Ettingshausen zum Beispiel im Seelenspiegel die Möglichkeit der Erkenntnis. Die Außenwelt könne dagegen schnell zur Entfremdung führen: „Der Blick anderer ist gerade für Frauen ein wichtiger Spiegel, er entpuppt sich allerdings häufig als gefährlicher Wegweiser“, warnte die 54jährige Düsseldorferin, „Es ist wichtig, auch einen Blick hinter den Spiegel zu werfen.“

 Mit Lyrik, Fotografien und Frauenselbstfindungs-Seminaren versucht sie seit nunmehr 20 Jahren, den Wandel der Frauenbilder zu begleiten und auf künstlerischem Wege festzuhalten. „Mir geht es darum, daß Frauen sich ihrer Individualität bewußt werden und darüber reflektieren, ob sie nicht ihr Spiegelkabinett neu richten wollen.“ Eine veränderte Lebensgestaltung könnte auch die Spiegel verändern. Die Suche nach dem schönsten Spiegel war schnell beendet: „Liebe ist die schönste Rückmeldung“, lautete die einhellige Antwort. Wer sich für die Arbeit der Frauenbildnerin interessiert, findet die Künstlerin vom 15. bis 18. April mit einer Fotoausstellung über Frauen in der Öffentlichkeit auf der top-Messe in Düsseldorf.

(Yasmin Termelli in: Westdeutsche Zeitung, 19.03.1999)

 

Interview mit Ina-Maria von Ettingshausen in La LiBerta (1992)

 L. L.: Was waren prägende Momente in Ihrer Kindheit?

 I-M. v. E.: An eine Schlüsselszene erinnere ich mich noch genau: „Daß du das kannst!“ hatte meine Mutter voller Bewunderung ausgerufen, als ich mit neun Jahren ihr ein selbstgeschriebenes Märchen zeigte, „Ich könnte das nicht.“ In jenem Moment war in mir ein Bewußtsein für mich als ein eigener Mensch mit einer eigenen Begabung erwacht. Ebenso tief hatte sich mir eingeprägt, wie aufmerksam mein Vater mir zuhörte, wenn ich ihm erzählte, was ich in der Nacht vorher geträumt hatte. Er vermittelte mir, daß meine Träume auch eine Wirklichkeit hatten, die mit mir und meinem Leben in geheimnisvollem und bedeutsamen Zusammenhang stand.

 Meine Eltern verstärkten schon früh Keime des Muts in mir, später individuelle Schritte zu wagen, trotz der mir oft allmächtig scheinenden gesellschaftlichen Normen, wie denn eine „richtige“ Frau zu sein hat.

L. L.: Wo begann Ihr Weg als „individuelle Frau“?

I-M. v. E.: Ein Bewußtsein für mein Frausein begann ich als junges Mädchen zu entwickeln, vor allem durch meine Beobachtungen, wie meine Mutter lebte. Sie war eine fürsorgliche Mutter und lebenstüchtige Hausfrau und half darüber hinaus meinem Vater in seiner Praxis als Arzt und Psychotherapeut. Sie tippte auch seine wissenschaftlichen Bücher. Die beiden lebten ein eher patriarchalisches Ehemodell, was mich des öfteren herausforderte, mich einzumischen und - meist – für die Rechte meiner Mutter einzutreten. 

Damals in den 50er Jahren und auch noch Anfang der 60er Jahre war das Wort „Gleichberechtigung“ etwas, worüber man witzelte, als sei mit „Gleichberechtigung“ das Geschlechterverhältnis enterotisiert und vor allem die Frau keine „richtige Frau“ mehr. Ich bekam aber von meinem Vater in unseren Familiengesprächen die Botschaft, Frauen sollten es nicht den Männern nachmachen, sondern ihre eigene Sache herausfinden und durchsetzen. 

L. L.: Welche Vorstellungen und Träume hatten Sie als junges Mädchen von Ihrer Zukunft als Frau?

I-M. v. E.: Da war eine tiefe Kluft in mir. In der Realität sah ich vor allem die „alltagsverpflichteten Frauen“, die immer so viel zu tun hatten um Haushalt, Mann und Kinder oder solche, die alleinstehend Geld verdienen mussten.

In meinen Tagträumen jedoch stellte ich mir andere Frauen vor: „interessante Frauen“, die ein eigenwilliges, abenteuerliches und freies Leben führten. Gewisse Teilaspekte meiner „Traumfrauen“ fand ich zwar bei Frauengestalten in Büchern und Filmen. Doch die Echtheit solcher Frauen in ihrer Gesamtgestalt hatte mich nie so ganz überzeugt.

Daß ich keine für mich interessante Frau persönlich kennenlernte, empfand ich als großen Mangel. Es fehlten mir nachahmenswerte Vorbilder, die sich dazu auch von ihrem eigenen Bewußtsein her hätten äußern können. Es fehlte auch eine kritisch-kreative Auseinandersetzung mit meiner Mutter sowohl über ihr Leben als auch über meine Zukunft. Unausgesprochen war es mir selbstverständlich, daß ich mal mehr mein „eigenes Leben“ führen würde als meine Mutter. 

Dennoch wusste ich ums Abitur herum nicht, was ich werden wollte. Außer, daß ich mal heiraten und Kinder kriegen wollte. Ich entschloss mich zum Studium von Fremdsprachen, weil ich darin während der Schulzeit am besten war.

Meine „Träume von mir“ zogen sich ins Nebulöse zurück. Tief in meinem Herzen jedoch bewahrte ich sie zu der Formel gefasst: ich will meine Persönlichkeit entwickeln. Diese Persönlichkeitsformel sendete mir immer wieder ihre Signale. Sie rief mich auf meinen individuellen Weg. Und wenn ich von ihm abkam, setzten mir psychosomatische Symptome in ihrer bzw. meiner verschlüsselten Sprache des Unbewussten zu.

L. L.: Ihre Ausbildung zur Fremdsprachlichen Wirtschaftskorrespondentin haben Sie zu einer nur kurzen Berufstätigkeit genutzt. War Ihre Heirat der Grund, daß Sie diesen Beruf ganz aufgaben?

I-M. v. E.: Nein. Ich war damals sehr unbewusst in dem, was ich wollte. Ich begriff nur langsam, auch wenn ich es täglich zu fühlen bekam, daß meine Arbeit als Wirtschaftskorrespondentin (wie vorher auch das Studium) inhaltlich fast nichts aufwies, für das ich mich hätte interessieren können. Ich fühlte mich entfremdet.

Meine Entscheidung, stattdessen „zu Hause zu bleiben“, die Rolle als Ehefrau und Hausfrau professionell anzugehen, das Nest vorzubereiten für die Kinder, die mein Mann und ich uns wünschten, sehe ich heute nicht mehr als „nur“ traditionsangepasst. Es war mir gefühlsmäßig näher, von dieser Art traditioneller weiblicher Realität auszugehen, um dabei meinen individuellen Weg als Frau – so weit hin er damals noch geschienen haben mochte- herauszufinden. Ich hatte keine konkreten Vorstellungen davon. Es gab damals in meinem Umfeld nicht all die Informationen und Hilfestellungen, wie sie heute den Frauen durch die Medien zur Verfügung gestellt werden. 

Ich war übrigens gern „junge Ehefrau“. Mein Mann und ich hatten viel Freude daran, uns miteinander häuslich einzurichten und genug Zeit und Raum füreinander zu haben. Darüber hinaus konnte ich in meinen ehelich-häuslichen Freiräumen die intellektbetonten Schul- und Studienjahre „vergessen“ und mich endlich mal kreativ entfalten, z. B. als Hausfrau und auch als Gastgeberin. Ich konnte an der Wohnung meine Neigung zur Raumgestaltung ausleben und an mir mit einer konkreten „Selbstbildgestaltung“ herumexperimentieren, indem ich das Schneidern als Hobby lernte. Ich hatte Muße zu lesen, Briefe zu schreiben und Lebensstil-Magazine aus Weltstädten zu „studieren“.

L. L.: Mit 27 Jahren bekamen Sie einen Sohn und zwei Jahre später eine Tochter. Wie hat die Mutterschaft Sie damals verändert?

I-M. v. E.: Ich hatte mir zwei Kinder gewünscht. Und nach der Geburt von Colin und Valeska fühlte ich mich als Mutter richtig erfüllt. Gerade die tägliche Freude an den Kindern ließ mich emotional erblühen. Die tägliche Verantwortung ließ mich erwachsener werden. Doch mit der Zeit schlich sich eine Unausgewogenheit in meine Daseinsform: ich spürte, ich als Ina-Maria kam dabei zu kurz.

Ein Bildungskurs in Form von „Elternbriefen“ mit dem Titel „Kindererziehung durch Selbsterziehung“ half mir anfangs, meine übernommenen Vorstellungen und Normen, wie eine „gute Mutter“ zu sein hatte, in Frage zu stellen. Langsam entwickelte ich Mut und Bewußtsein, auch meine individuellen Bedürfnisse zu berücksichtigen, die über die traditionellen Rollen hinausgingen. Abendliche Gespräche mit meinem Mann über meine Unzufriedenheit entlasteten meine Spannungen nur vorübergehend. Denn ich fand keine konkrete Vorstellung, wie ich mein neues Rechtsbewusstsein als Frau hätte umsetzen können. Und der Austausch mit anderen Familienfrauen blieb meist in Alltagszwängen oder Rollendenken stecken, bevor er hätte wirklich kreativ werden können. Ich fühlte mich trotz vieler Gespräche, genauer gesagt: Klagen zu meiner Situation doch ziemlich allein.

Mein Kriseln geriet – auch mit Hilfe sich häufender Infekte – zu einer handfesten Identitätskrise, aus deren Druck ich - 35-jährig – mich schließlich durch meine Entscheidung, Schriftstellerin zu werden, befreite. Der neue Entwurf gewährte mir eine neue Balance und eine individuelle Perspektive als Ina-Maria.

L. L.: 1979 trafen Sie „die“ Entscheidung Ihres Lebens, Schriftstellerin zu werden. War dies für Sie „der“ Bruch mit der Tradition patriarchalischen Frauseins?

Die“ Entscheidung meines Lebens war zu diesem Zeitpunkt eine geschlechtsbewusste Basis-Entscheidung für meine Individualität. Darin war meine Familie miteinbezogen, denn ich wollte mein Leben als Familienfrau weiterführen. Aber Vorstellungen, wie ich beide „Existenzen“ übereinkriegen könnte, hatte ich zunächst kaum. Und manchmal saß ich spätnachts an meinem kleinen Sekretär und weinte, ohne zu wissen, warum.

Am ehesten sah ich, daß die Familienfrau „Zeit für sich“ würde herauswirtschaften müssen. Heute weiß ich, daß dies eine gravierende Veränderung für meine Familie bedeutete. Alle vier mussten wir uns auf „das Neue“ einstellen. Manchmal ein echter Trapezakt.  

Wie die Schriftstellerin sich entwickeln könnte, schwebte damals in den Sternen, fußte aber auf meinem subjektiv sicheren inneren Wissen, daß sie mein Weg sein würde. Diesen Weg habe ich oft als Bruch mit patriarchalen Weiblichkeitskonstruktionen (z. B. die Frau gehört ins Haus, die Öffentlichkeit gehört dem Mann) empfunden. Besonders viel Ablehnung habe ich gespürt, wenn ich für mich ausdrücklich beanspruchte „Ich schreibe aus der Sicht als Frau“. Anfang der 80er Jahre fanden das viele Männer noch unanständig.

L. L.: Unanständig?

I-M. v. E.: Weil eine „anständige patriarchalische Frau“ gegen jegliche guten Sitten verstößt, wenn sie es wagt, die Sicht von Männern als allumfassende und einzig maßgebliche und „neutrale“ anzuzweifeln.

Kurz nach Beginn meines Schreibprozesses koppelte ich diesen mit einem psychotherapeutischen Prozess. Die Kombination von beiden stellte sich später als ausgewogenes Konzept für meine Aufbruchs- und Orientierungsphase heraus.

L. L.: In den 80er Jahren begaben Sie sich zusätzlich zu Ihrem Schreibprozess in eine Phase vielfältiger Studien, die in dieser individuellen Zusammenstellung in keiner offiziellen Ausbildung zu finden wären. Ist es nicht sehr schwierig, für sich allein einen solchen Weg überhaupt zu finden und welche Konsequenzen hat er bei Ihnen?

I-M. v. E.: Ich fand für meinen Entwicklungsgang hin zu einer schriftstellerischen Existenz keine Einordnungsmöglichkeit bei den bestehenden Bildungsinstitutionen. Indem ich mich nirgends festlegte, suchte ich einen Bildungsfreiraum für mich als Frau, um eine von fremden Programmen relativ ungestörte Identität herausbilden zu können.

Ich könnte seitenweise auflisten, an welchen Vorträgen, Seminaren, Workshops, Tagungen, Fortbildungsveranstaltungen, Kongressen berufsständischer, universitärer und allgemeingesellschaftlicher Prägung ich teilgenommen habe. Übrigens auch aus dem Bereich der Frauenbewegung. Es hat sich oft eines aus dem anderen ergeben. 

Beispielsweise hatte ich mich für meine Studien an der Universität Düsseldorf in den Fächern Philosophie, Germanistik und Linguistik eingeschrieben. Meine Studieninteressen konnte ich dort nur dem Namen nach einordnen. Mein Prozess als „schreibende Frau“ jedoch, die individuelle Frauenstudien innerhalb patriarchaler Universitätsstrukturen realisieren wollte, führte mich zur Medizinischen Fakultät. Faktisch teilgenommen habe ich dann an ausgewählten Seminaren über Psychosomatik in der Frauenheilkunde und Dermatologie sowie über „Sprache und Psychoanalyse“. Meine geistige Auseinandersetzung fand in den Bildungsbereichen Literatur, Psychotherapie und Psychosomatik, in Kommunikation und Kunst statt, wenn irgend möglich unter dem Blickwinkel des Frauseins. 

Bei der inneren Gestaltung hat mir mein regelmäßiges Schreiben dabei grundlegend und richtungsweisend geholfen. Besonders das Tagebuchschreiben, das lyrische Arbeiten und der kontinuierliche Briefwechsel haben mich gut mit meinem Unterbewussten in Verbindung setzen können. So habe ich oft sehr spontan geschrieben und später mein Schreiben „dechiffriert“. Ich habe es sowohl analytisch durchleuchtet, als auch mit Hilfe meiner Phantasie aufgefächert, interpretiert. Über die Jahre wurde ich immer geübter, mutiger und eigenständiger in dieser Art Selbstverständigung.

Ich denke, alles wäre leichter gewesen, wenn es hierzulande schon etwas gäbe, was in den USA „Women’s Studies“ heißt, universitäre Frauenstudien mit einem akademischen Abschluss. Ich hätte mir nicht alles mühsam zusammensuchen müssen und hätte nach den Jahren dieser individuellen Frauenstudien eine auch offiziell anerkannte Professionalität.

Ich wünsche unseren Töchtern bessere institutionelle Ausbildungsvoraussetzungen, in denen ihr Frausein sowohl durch die Lehr- und Lerninhalte, als auch die –Methoden als auch die „Lehrkörper“ als auch die Lernräume und Studienzeit eine angemessene weibliche Repräsentanz und überhaupt ein weibliches Maß haben.

L. L.: Sind Sie von Frauen auf Ihrem Weg unterstützt und motiviert worden?

I-M. v. E.: Frauen haben mich überwiegend, aber nicht grundsätzlich unterstützt und motiviert. Meine Impulse, Kräfte und Vorstellungen, meinen eigenen Weg zu gehen, haben Frauen verstärkt. Sie wurden als Frauen und Freundinnen interessanter für mich, weil sie sich auch für ihren eigenen Weg interessierten, daran arbeiteten. Ich konnte mehr mit ihnen anfangen, indem ich mich vor allem durch Gespräche und Spiegelungen in ihnen erkannte, was für den Selbstfindungsprozess unerlässlich ist.

Gemeinsam mit Frauen (und dazu gehört auch meine Kommunikation mit der Frauenbewegung) wagte ich, lernte ich, stärkte ich mein Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl als Frau, entwickelte eine Weiblichkeit, die auf dem „Frausein an und für sich“ gründet und nicht auf dem „Frausein für Männer bzw. nach deren Maßgabe“. Ich kenne natürlich auch die Probleme, wenn z. B. das Lebenskonzept der einen Frau das der anderen – oft unterschwellig – zu sehr in Frage stellt. Frauen verweigern sich dann oft die eigentliche notwendige wechselseitige Wahrnehmung und Bestärkung trotz und in ihrer Verschiedenheit.

L .L.: Sie führen eine Beratungspraxis für schöpferische Lebensgestaltung. Was ist Ihre Idee?

I-M. v. E.: Die Beratungspraxis habe ich aus meinen Frauengesprächskreisen entwickelt, die ich seit 1983 bei mir zu Hause veranstalte. In meinen Konzepten, die ich mir erarbeitet habe, geht es immer um die Selbstfindung der Frau und ihren Bezug zu Gesellschaft und Welt. Ich stehe zur Verfügung als Gegenüber, als Prozesspartnerin und Begleiterin auf den individuellen Wegen der Bewusstseinsbildung, der Konfliktlösungen und auch beim Lernen von Frauenleben. Wenn ich mit Frauen arbeite, arbeiten diese an ihrem Selbstbild und wie sie es verwirklichen können. Das ist das Bildnerische an meiner Arbeit. 

Meine Gruppen hatten (haben) Namen wie „Spurenpraxis“, „Stilatelier“, je nach ihrem unterschiedlichen Konzept. Eine aktuelle Gruppe läuft unter dem Namen „Frauenphilosophisches Privatseminar“, die an der Frage arbeitet, wie weibliche Freiheit entsteht. Grundaktivität meiner Gruppen ist das sensible lebensbeschreibende, - analysierende, interpretierende und neu entwerfende Gespräch. Ergebnisse der Frauenforschung werden miteinbezogen und reflektiert.

L .L.: Warum lassen sich Frauen von Ihnen beraten bzw. nehmen sie an Ihren Gruppen teil? 

I-M. v. E.: Ein Motiv ist die Neugier auf sich selbst. Ein meist stärkeres Motiv ist ein mehr oder minder bewusster Leidensdruck. Oder die Sehnsucht nach einem schöneren Leben. Am wesentlichsten ist für die Frauen immer wieder, daß in dem Raum, den ich ihnen eröffne, etwas auftauchen kann, was sie sonst im Leben oft nicht unbeschadet riskieren können: ihr unterdrücktes weibliches Selbst. 

L. L.: Sie haben Anfang der 80er Jahre in einigen Anthologien Lyrik und Prosa veröffentlicht (damals noch unter Ihrem Mädchennamen HEUN). Wie sieht es mit weiteren Veröffentlichungen aus?

 I-M. v. E.: Sie stehen noch an. Auch wenn es mich manchmal selber nervt, muss ich mir die Zeit, die meine autobiographische „Erfassung“ braucht, erlauben. Und da sind wir wieder beim Prozess: zunächst schrieb ich unter einer inneren Zensur, d. h. danach, wie ich dachte, daß „man“ schreibt. Dann, mit Beginn meines speziallyrischen Arbeitens, nahm ich davon Abstand.

Kurz gesagt: ich sehe die Speziallyrik als meine subjektive lyrische Antwort auf Freuds Frage „Was will das Weib?“. Meine Antworten kommen über stufenweise Gestaltungsprozesse aus unterbewussten Tiefen meiner Existenz als Frau. Und sie erschließen sich Leserinnen am besten in einer tiefentspannten Befindlichkeit, zunächst ohne intellektuelles Verstehenwollen.

Mein autobiographisches Buchprojekt reflektiert Fragestellungen, die darum kreisen, als Frau ein eigenes Leben leben zu lernen. Diese Antworten erzählen Leben, erklären Zusammenhänge und mögen auch von beratender Wirkung sein. Bislang veröffentlichte ich kleine Ausschnitte davon durch Veranstaltungen, Lesungen, Vorträge. Ich hoffe aber, meine Veröffentlichungen durch einen Verlag noch in diesem Jahrtausend zu erleben.

L. L.: Welchen Stellenwert hat Ihr Fotografieren für Sie?

I-M. v. E.: Vorrangig fotografiere ich aus Freude. Es macht mir z. B. Spaß, in einer Situation zu sein oder eine solche zu inszenieren und sie dann mit meinem inneren Auge als „mein“ Bild zu fassen, indem ich fotografiere. Ich empfinde es dadurch als seelisch von mir belebt, berührt. Ich fotografiere, um kreative Bilder zu dokumentieren, z. B. zum Thema „Frauenbilder“, oder um Collagen zu machen. Ich fotografiere auch, um über die Fotos zu kommunizieren. Schreiben steht bei mir für den Ernst des Lebens. Beim Fotografieren lebe ich mehr meine spielerische Seite.

Ich denke, ein Ausgleich zwischen inneren Gegensätzen tut gerade uns Frauen gut bei der so anstrengenden Arbeit existenzieller Bewusstseinsveränderung.

(Interview geführt von Patricia Sauerwein in: La LiBerta. Die Düsseldorfer Frauenzeitschrift. 3. Jg., Heft 17, Juni/Juli 1992)

Lyrik bei Kerzenlicht: Ina-Maria Heun las in der Dülkener Bücherecke.

Ein für Lesungen ungewohntes Bild bot sich am Montagabend in der Dülkener Bücherecke auf der Moselstraße. Bis auf den letzten (Steh-)Platz war der mit Kerzen erleuchtete kleine Verkaufsraum mit jungen Menschen besetzt, eine Idylle, deren Reiz sich durch leise Gitarrenklänge, klappernde Stricknadeln und eine schnurrende Katze noch erhöhte. Ursprünglich war man gekommen, um Kristina Allert-Wibranitz zu hören, die hatte jedoch kurzfristig wegen Krankheit absagen müssen.

Stattdessen war Ina-Maria Heun gekommen, eine junge Düsseldorferin, die seit drei Jahren schreibt, Prosa und Lyrik, für und über Frauen. Ihre Themen sind nach eigener Aussage die „Selbstfindung der Frau“, der „Friede zwischen den Geschlechtern“ und „Beziehungen“. Veröffentlicht wurde bisher nur weniges, ausschließlich in Anthologien. Für diesen Abend hatte sie sich neben einigen Lyrik-Kostproben die Kurzgeschichte „Future“ ausgesucht, in der sie die Begegnung einer etwas älteren Frau mit einigen Jugendlichen schildert.

„Was ich denke und was bei euch ankommt, kann etwas anderes sein“, gab Ina-Maria Heun freimütig zu, als sich unmittelbar an die Lesung eine angeregte Diskussion ergab. Die Auffassungen der jungen Leute gingen dann auch teilweise weit auseinander. Während einige junge Mädchen bestätigten, sie könnten die dargestellten Gefühle gut verstehen, entzündete sich die Kritik eines jungen Mannes an der für ihn unmöglichen Vereinbarung von Titel und Inhalt der Geschichte. Bei aller Diskrepanz der Meinungen war es schön zu sehen, wie man aufeinander einging und gegenseitig Unklares zu erklären versuchte, so daß die Autorin selbst manchmal kaum zu Wort kam. Diese unbefangene Diskussion von Literatur, wie sie hier im Gespräch mit einer unbekannten, und sicher noch entwicklungsbedürftigen Autorin demonstriert wurde, wünscht man sich bei vielen ihrer bekannteren Kollegen.

(Barbara Platvoetz in: Rheinische Post, Dezember 1982)

Zu: Halbschlaf (1981) u.a.:

Friede zwischen den Geschlechtern ist ein vorherrschendes Thema in den Kurzgeschichten von Ina-Maria Heun, obwohl die Bedrohung der Frau durch den Mann ständig im Hintergrund steht. Doch zeigt sie nicht einseitig die Seite der Frau in der Zweierbeziehung auf, sondern beleuchtet auch die andere Seite, den Mann, möchte Gefühle vermitteln.

 Den Drang, sich auszudrücken, hatte die 1944 geborene Ina-Maria Heun schon immer, schrieb sozusagen für die Schublade und entwickelte sich langsam weiter. Die letzte Orientierungsphase, die über Frauenselbsterfahrungsgruppe, Workshops schreibender Frauen und Literaturwerkstatt ging, ist inzwischen abgeschlossen und hat sie gefestigt. Ergebnis, erste Veröffentlichungen in „Nahaufnahmen“ (Triltsch), einer Anthologie Düsseldorfer Autoren und „Unbeschreiblich weiblich“ (rororo), einem Buch mit Texten deutscher Autorinnen.

"Was ich lebe und schreibe mischt sich“, meint Ina-Maria Heun die wegen der Konzentration am liebsten nachts schreibt - in einem Gespräch. „Ich wollte nur an die Öffentlichkeit, ein bißchen weg von der Familie“. Die Familie, das sind zwei Kinder und ein Mann in leitender Position, der ihr genügend Raum für ihre Arbeit läßt. Ein beruhigendes Moment, das sie braucht, denn ehe sie sich »frei« schrieb, sah sie unbewußt ihren Mann als Hürde an. Dieses Verhaltensschema wurde der in einer Arztfamilie aufgewachsenen Ina-Maria Heun, in der die Mutter „nur“ Herz der Familie sein durfte, quasi anerzogen. Schon nach dem Abitur wollte sie sich behaupten, studierte am Dolmetscher-Institut der Universität Saarbrücken und legte das staatliche Examen einer Wirtschaftskorrespondentin für Englisch ab. Heirat und Mutterschaft unterbrachen für viele Jahre ein eigenständiges Berufsleben, das Ina-Maria Heun mit schriftstellerischer Arbeit wieder aufgenommen hat.

(In: A. Z. Düsseldorf Magazin, 5.03.1982)