
Bildrecht: Thomas-A. Schmidt
[...] Wüste: damit assoziiert man zuerst Sand und Dünen, Trockenheit und Unwirtlichkeit. Dass die Wüste auch »Ort des Lebens, der Arbeit, des Abenteuers und der Inspiration« sein kann, erschließt sich eher den Eingeweihten, Vertrauten, Verbundenen. Es braucht Zeit und Mut, sich dieser Faszination zu öffnen. Die französische Germanistin und Journalistin Florence Hervé und der Fotograf Thomas A. Schmidt sind das Wagnis eingegangen, haben die halbe Welt bereist – und dabei 38 außergewöhnliche Frauen porträtiert.
Steppen und Oasen
Welche Vielfalt zeigen doch die Wüsten dieses Erdballs: Hier bräunlicher Abraum einer ehemaligen Bergarbeitersiedlung in Chile, dort die lichten Dünen der südafrikanischen Atlantikküste; hier die öden Weiten des Death Valleys; dort eine fruchtbare Oase in der steppenartigen Wüste Gobi; hier die rötliche Erde Algeriens, dort das »weiße Meer« der Anden, ein unendlicher Salzsee in Bolivien; hier die Geröllwüste der Sahara, dort das überraschende Grün von Tamarisken und Kapernsträucher im Negev. Und mitten darin leben Schriftstellerinnen und Künstlerinnen, die wir kennenlernen, eine Winzerin, eine Archäologin, eine Ingenieurin, eine Bürgermeisterin, eine Hotelbesitzerin, eine Sängerin, eine Sportlerin, eine Insektenforscherin. Gestandene Frauen sind es meist, Visionärinnen, Aktivistinnen und Kämpferinnen. Mal Nomaden-, mal Zahnarzttochter. Mal örtliche Gewerkschaftsvorsitzende, mal nationale Vertreterin der Ureinwohner. Frauen in Trekkinghosen, im Nonnen-Habit, in Schutzkleidung, im Schleier, in Shorts, in wehenden, kunstvoll verzierten Gewändern.
Malen, um die Seele zu erneuern
So unwirtlich, karg und öde diesen Frauen die Wüste oft begegnet, so innig und intensiv fühlen sie sich doch damit verbunden: Sie ist Arbeitsplatz, Ort der Inspiration, Symbol für Unendlichkeit und Ewigkeit. »Das Salz der Atacama gibt mir Kraft«, schwärmt Sandra Martínez, die Bürgermeisterin einer kleinen chilenischen Stadt auf über 2400 Metern Höhe. »Ich bin eine Wüstenratte und male, um meine Seele in diesem Ruhepol zu erneuern«, konstatiert die Künstlerin Christine Marais. »Es ist ein Gefühl der Freiheit, das mich hier festhält«, sagt Susan Sorrells, eine Geschäftsfrau aus der Mojave-Wüste. Und Linda Greene, Kulturmanagerin im Nationalpark Death Valley, gesteht ganz einfach: „Ich mag die offene Weite, die ich durchfahre …“.
Diese Weite und Ruhe, die Kraft und Faszination lässt sich auch bei der Lektüre dieses wunderbaren Bildbandes erfühlen und erahnen. Eindrückliche Frauenporträts werden von großformatigen, teilweise doppelseitigen Fotografien begleitet und ergänzt. Es ist eine wahre Lust, durch dieses Buch zu blättern - zu staunen und inne zu halten. Hochachtung vor den porträtierten Frauen und ihrem (meist) leidenschaftlichen Blick auf die Wüste. Ein mehrseitiger Anhang informiert ausführlich über ihre Lebensläufe und ihr Schaffen. Das könnte der Anfang weiterer, spannender Lektüre sein.
(Ingeborg Jaiser in: www.titel-magazin.de 19.08.2011)
Wüsten faszinieren. Sie sind ein Lebensraum voller Herausforderungen, symbolisieren gleichermaßen Unendlichkeit und Freiheit, Einsamkeit und Tod. Florence Hervé porträtiert in diesem beeindruckenden großformatigen Band 38 Frauen, deren Leben und Wirken untrennbar mit der Wüste verbunden sind. Die Reise geht unter anderem in die Atacama in Chile, die Gobi in China, den Negev in Israel und die Sahara in Algerien. Sie bringt uns Frauen näher wie die Archäologin Ana María Barón, die Shoshone-Aktivistinnen Barbara Durham und Pauline Esteves, die Winzerin und Landwirtin Hailan Yang, die Insektenforscherin Phyllis G. Weintraub, die Kultusministerin Khadija Hamdi und viele mehr. Die porträtierten Frauen erzählen von ihrer Sehnsucht nach Schönheit und unendlicher Weite, von der Kompromisslosigkeit, die das Leben in der Wüste ihnen abverlangt. Ein Buch zum Schwelgen, zum Staunen und Lernen, zum Immer-Wieder-In-Die-Hand-Nehmen. Einfach wunderschön!
(Jule Blum in: www.lesbenring.de/was-wir-lesen/2011-2-halbjahr/ )
[...] Florence Hervé wählt für ihre Veröffentlichungen stets einen sozialkritischen und feministischen Ansatz, mit ihr gibt es keine Schilderung von der „Wüste als Abenteuerland“. Deswegen war es auch so schwierig, einen Verlag zu finden. „Wenn ich eine Frau auf dem Motorrad durch die Wüste begleitet hätte, wäre das kein Problem gewesen“, sagt sie.
Weil sie aber Frauen zu Wort kommen lassen möchte, die in keiner Frauenzeitschrift auftauchen, weil sie von Salzarbeiterinnen in Bolivien erzählen will, von Rebellinnen und Künstlerinnen, die in der Wüste leben und arbeiten und dort vielleicht sogar ihr Glück gefunden haben, laufen ihr die Verleger nicht hinterher. Nur Aviva zeigte schließlich Interesse.
Sieben Wüsten bereist Florence Hervé mit ihrem Lebensgefährten Thomas A. Schmidt, der die Fotos macht. Zuvor liest sie viel, Ingeborg Bachmann, Nelly Sachs, hört Radio, studiert Fachliteratur. „Plötzlich sieht man in seinem Alltag nur noch die Wüste.“ Und doch ist das, was sie in Südamerika, in China und Algerien erlebt, so unfassbar und randvoll mit Überraschungen, das kein noch so guter Roman es hätte besser schildern können.
Sie trifft eine Künstlerin, die sich ihr Publikum erträumte
Hervé und Schmidt verabreden sich mit einer Bäuerin, die in der mongolischen Steppe 300 000 Bäume gepflanzt hat. Sie sprechen mit einer Nonne, die in einer 1000-Einwohner-Gemeinde inmitten der Atacama-Wüste arbeitet und mit jungen, hochgebildeten farbigen Frauen, die in einer Wüstenforschungsstation in der namibischen Namibwüste tätig sind. Und sie interviewen Marta Becket. Eine Choreografin, Tänzerin und Malerin, die im kalifornischen Death Valley das Amargosa Opera House samt Hotel eröffnet hat.
„Ich musste sie einfach treffen“, sagt Florence Hervé. Dieses eine Mal wollte sie von der 85-Jährigen selbst hören, was es sonst nur über sie zu lesen gab. Dass die gebürtige New Yorkerin 1967 auf einer Reise mit dem Wohnwagen in der Wüste eine Reifenpanne hatte und im Death Valley strandete. Dass sie, weil zunächst niemand zu ihren Vorstellungen kam, die Wände ihrer Oper mit Zuschauern bemalte und sich, wenn sie vor leerem Saal tanzte, ihr Publikum erträumte. Marta Becket steht noch immer auf der Bühne, heute jedoch vor ständig ausverkauftem Haus.
Zweieinhalb Jahre dauerte es, bis „Frauen der Wüste“ fertig war. Und wenn seine Autorin zurückblickt, kann sie kaum glauben, dass sie all das hat machen dürfen. „Es ist verblüffend, an wie vielen Schicksalen ich teilnehmen durfte.“ Bis heute steht sie in Kontakt zu den meisten der Frauen. „Schließlich habe ich sie ja ein kleines Stück ihres Lebens begleitet.“ Ein neues Projekt reift bereits heran, aber Hervé, verrät nichts. „Ich halte es mit einer chinesischen Frau in der Wüste: Erst handeln, dann erzählen.“
(Sema Kouschkerian in: WZ-newsline.de/ Lokales, 30.06.2011)
Im April 1942 wird eine Frau im besetzten Frankreich Zeugin der Misshandlung einer jüdischen Familie durch die deutschen Besatzer. Sie mischt sich ein und bekräftigt, dass „Juden Menschen wie alle anderen“ sind. Dieses mutige Einschreiten wird ihr zum Verhängnis: „Wenn Sie die Juden so gerne verteidigen, können Sie ebenso gut deren Schicksal teilen.“ Als „Juden-Freundin“ wird sie verhaftet, widerruft während eines Verhörs ihre Aussage nicht und trägt aus Protest und Solidarität mit ihren jüdischen Mithäftlingen einen „Judenstern“ aus Papier.
Diese mutige Frau ist Adélaïde Hautval, eine 1906 im Elsass geborene Ärztin und Psychiaterin. In dem Buch „Medizin gegen die Menschlichkeit“ erfahren die Leserinnen und Leser mehr über Leben und Wirken dieser bemerkenswerten Frau. Vorgestellt wird eine „Person von hohem Charakter“, die in bedrängter Lage menschliche Würde bewahrt, Zivilcourage zeigt, konsequent solidarisch handelt, Vorurteilen die Stirn bietet und gegen Diskriminierungen und Entrechtungen protestiert. Mittelpunkt des Buches ist ein erschütternder Bericht von Adélaïde Hautval über ihre Erlebnisse in den Internierungslagern Pithiviers und Beaune-la-Rolande und in den Konzentrationslagern Auschwitz und Ravensbrück, wo sie als Häftlingsärztin arbeiten musste. Darin schildert sie, wie selbst in den Konzentrationslagern die Juden und Jüdinnen als Parias von den anderen Inhaftierten angesehen wurden, wie „Reichsdeutsche und Volksdeutsche“ im Lager Privilegien gegenüber den anderen Häftlingen hatten, wie jüdische „Kapos“ ihre Macht demonstrierten und andere Juden brutal misshandelten und wie „interessante Exemplare“ für medizinische oder anthropologische Experimente selektiert wurden.
Als SS-Ärzte im Vernichtungslager Auschwitz ihr befehlen, an den Menschenversuchen teilzunehmen, weigert sie sich: „Dr. Wirth … fragte mich nach meinen Motiven, und ich antwortete ihm, dass diese Dinge meinen Prinzipien als Ärztin widersprächen. Er fragte mich: ‚Sie sehen also nicht ein, dass diese Leute anders sind als Sie?’ Darauf antwortete ich, es gebe viele Menschen, die anders seien als ich, und an erster Stelle müsse ich da ihn nennen.“
Statt demütiger Unterwürfigkeit und trotz der Allgegenwart des Todes setzt sie ein Zeichen für Widerständigkeit unter den schlimmsten Bedingungen.
Im Krankenrevier des KZs Ravensbrück, in das sie überstellt wurde, nutzt sie ihre geringen Handlungsspielräume und rettet durch ihr couragiertes Verhalten das Leben vieler Gefangener: „Wenn die SS kam, machte sich jeder kleiner … sie, wenn sie mit der SS sprach, wurde immer größer, sie wuchs förmlich vor denen auf“, ist im Bericht einer Mitgefangenen zu lesen, der im Buch enthalten ist.
Nach der Befreiung, dem Übergang von der Nacht zum Licht, empfindet es Adélaïde Hautval als moralische Verpflichtung einer Überlebenden, sich gegen das Verdrängen, Verharmlosen oder gar Leugnen der Verbrechen wider die Menschlichkeit zu engagieren: „Dass es … heute Menschen gibt, die öffentlich behaupten, es habe keine Gaskammern gegeben, macht mir Sorgen. Für uns Ehemalige ist es wirklich beleidigend.“ Dass sie in Prozessen gegen SS-Ärzte als Zeugin auftritt und bei den Ermittlungen gegen weitere ärztliche NS-Täter hilft, gebietet ihr das Andenken an die Opfer der Medizin ohne Menschlichkeit.
Ihr zu Ehren wird in der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ein Gedenkstein gesetzt und ein Baum gepflanzt sowie in Straßburg eine Straße nach ihr benannt. 1988 wählte sie den Freitod, als sie erste Anzeichen der Alzheimer-Krankheit an sich feststellte.
Mit diesem schmalen Buch, das neben Hautvals Bericht einen biographischen Abriss, ein Nachwort, Berichte von Zeuginnen und eine Auswahlbibliographie enthält, liegt ein großes und beeindruckendes Dokument menschlicher Integrität und Selbstbehauptung vor, das eine starke Frau vor dem Vergessen bewahrt und Zeugnis ablegt von der Möglichkeit, auch unter menschenunwürdigen Bedingungen den aufrechten Gang zu bewahren. [...]
(Christiana Puschak in http://www.bzw-weiterdenken.de/2009/09/die-mutigen-taten-der-franzosischen-arztin-und-antifaschistin-adelaide-hautval/, 7.09.2009)
Gleichgültig sind sie keiner: Die eine will sie besteigen, bezwingen, eine andere liebt ihren Anblick aus der Ferne, eine scheut die Mühen des Aufstiegs, eine andere nimmt dies gern in Kauf, um anschließend den Ausblick ins Tal zu genießen. Hervé hat 26 Autorinnen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien, Großbritannien, Russland und Lateinamerika mit ihren Bergerlebnissen für diesen Sammelband ausgewählt.
Bergsteigerinnen lassen uns teilhaben an ihrem Gipfelerlebnis, mit ihnen besteigen wir den Ararat, den Kilimandscharo und den Mont-Blanc. Kindheitserinnerungen führen in den Harz, erzählen von Walderdbeeren und einer Botanisiertrommel, die auf magische Weise ihren Inhalt verborgen hält. Johanna Spyris Heidi findet die Namen der Berge heraus. Gedichte und Romanauszüge stehen neben Reisebeschreibungen. Oft wird es geradezu philosophisch, wenn Lavinia Greenlaw in den Bergen von Wales z. B. darüber nachsinnt, dass es einen tieferen Grund haben muss, dass wir erst auf einen Berg steigen müssen, um einen anderen zu sehen.
Autorinnen wie Bettina von Arnim, Hilde Domin, Annette von Droste-Hülshoff, Natalia Ginzburg, Ricarda Huch, Elfriede Jelinek, Ella Mailhart, Vita Sackville-West, George Sand, Annemarie Schwarzenbach oder Maria Zwetajewa stehen für eine große Spannbreite an Themen, Sichtweisen und literarischen Handschriften. In Erinnerung bleiben wird mir nach der vergnüglichen Lektüre des wunderschönen Bandes mit Schwarzweißfotos, liebevoller Ausgestaltung inklusive Lesebändchen in erster Linie wohl Birgit Kemper. Was ich von ihr über die Berge gelernt habe? Der Berg ist spitz oder flach, in jedem Fall hoch, sonst ist er ein Hügel, und nicht in der Stadt, sonst ist er ein Turm oder Wolkenkratzer…und Wer auf dem Berg lebt, ist nicht schnell im Kino. [...]
(Elke Heinike in: Lesbenring.de/ was wir lesen, 2. Halbjahr 2008)
[...] Der anhaltende Streit um die Bedeutung Clara Zetkins war für Florence Hervé Anlass, sich dieser Persönlichkeit erneut zu widmen. Nachdem Tânia Puschnerat in ihrer 2003 veröffentlichten Monographie Clara Zetkin. Bürgerlichkeit und Marxismus das Leben und Wirken Zetkins ins besondere von konservativen, opportunistischen und bürgerlichen Handlungsmotiven bestimmt sieht, betont Hervé die revolutionären und unzeitgemäßen Ideen Zetkins. Die Herausgeberin zeigt an Beispielen, dass die Auseinandersetzung um Zetkin – die von der westdeutschen Forschung weitgehend ignoriert und in der DDR unter Ausblendung unbequemer Aspekte zur Heldin stilisiert wurde – selten frei ist von politischen Intentionen.
Hervé will Zetkin mit der vorliegenden Würdigung in die deutsche Erinnerungskultur integrieren und zu einer objektiveren Deutung beitragen. Dafür sollen den neben bekannten auch bisher wenig beachtete Seiten Zetkins herausgestellt werden: „Dass sie auch Pädagogin, Literatur- und Kunsthistorikerin, Rednerin, Feministin und kämpferische Rebellin im privaten und politischen Leben war, wurde bisher meist ‚übersehen‘“ (S. 9).
Im ersten Teil des Buches gibt Hervé einen thematisch gegliederten biographischen Überblick: Clara Zetkin als Rebellin, als Kämpferin für das Recht der Frauen auf Erwerbstätigkeit, ihr Einsatz für das Frauenwahlrecht und die aktive Teilhabe der Frauen an der Politik, Zetkins Haltung zum Recht auf Selbstbestimmung, ihre pädagogischen Ansichten, ihre Gedanken zu einer sozialistischen Kultur, ihr Engagement für Frieden und die Analyse des Faschismus sowie ihre daraus abgeleiteten politischen Konsequenzen. Zu vielen im Text erwähnten Begriffen und Ereignissen finden sich ergänzende Informationen in den Fußnoten. Dieser historischen Kontextualisierung Zetkins folgt in einem zweiten Teil der Abdruck ausgewählter Reden und Briefe. Zwischen den einzelnen Dokumenten sind Fotografien und Zitate unterschiedlicher Autoren und Autorinnen eingefügt. Im Anhang des Buches befinden sich neben biographischen Daten einige Informationen zu den im biographischen Überblick erwähnten Personen sowie eine kurze Stellungnahme von Manuela Dörnenburg (Sprecherin des Förderkreises der Clara Zetkin Gedenkstätte e.V.) zur wechselhaften Erinnerungskultur am Beispiel der 50jährigen Geschichte der Gedenkstätte im ostdeutschen Birkenwerder, Zetkins ehemaligem Wohnhaus.
„Kämpfen, wo das Leben ist“
Clara Zetkin wird als rebellische Person vorgestellt, die für ihre Ideale kämpfte und damit schon früh in Gegensatz zu ihrem bürgerlichen Umfeld geriet. Ihr Engagement in der Arbeiterbewegung und ihre Freundschaft zu dem russischen Emigranten Ossip Zetkin, dem sie ins Pariser Exil folgte, führten unter anderem zum Bruch mit ihrem Elternhaus.
Seit Ende des 19. Jahrhunderts setzte sich Zetkin für die Erwerbstätigkeit von Frauen ein. Sie kritisierte die in der Partei und in der Arbeiterbewegung vorherrschende Meinung, die Frau sei die ‚Schmutzkonkurrentin‘ des Mannes, und forderte die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen als Schlüssel für die Gleichberechtigung. Das Frauenwahlrecht allein war für Zetkin nicht ausreichend, um die Gleichberechtigung voranzutreiben. Diese Forderung unterschied sie von der bürgerlichen Frauenbewegung, die sich vor allem für das Frauenwahlrecht einsetzte. Ihre Ideen und Theorien formulierte Zetkin unter anderem im Appell Für die Befreiung der Frau (1889) und in der Schrift Der Student und das Weib (1899). Beide Dokumente wie auch die Resolution zum Internationalen Frauentag von 1910 befinden sich in der Auswahl Hervés. Ein interessantes Dokument ist auch der Brief an die Genossin Ankersmit. Dieser belegt nicht nur Zetkins Auseinandersetzung mit der Rolle der Frau im Sozialismus, sondern auch ihre Forderung nach frauenspezifischen Organisationsformen und damit den Wandel in Zetkins Haltung zur Einbindung der Frauen in den Sozialismus; vertrat sie doch bis dahin die Meinung, Männer und Frauen müssten über gemeinsame Organisationsstrukturen in die sozialistische Kultur eingebunden werden.
Ihrer Zeit voraus
Vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges engagierte sich Zetkin gegen Aufrüstung und für den Frieden. Diese Haltung führte zum Konflikt mit der Sozialdemokratischen Partei, von der sie sich 1916 abwandte. Auch hier wählt die Herausgeberin mit dem sogenannten Berner Appell von 1915 (Frauen des arbeitenden Volkes!) ein Dokument, das Zetkins Engagement für die Frauenbewegung betont.
1919 trat Zetkin der KPD bei, deren politische Leitlinie sie in den 1920er und 1930er Jahren häufig kritisierte. Die Differenzen betrafen insbesondere die Deutung und Bekämpfung des Faschismus. Dieser Aspekt wird nach Hervé durch den Bericht Der Kampf gegen den Faschismus repräsentiert, mit dem Zetkin bereits 1923 eine weitsichtige Analyse des italienischen Faschismus vorlegte. Darin warnte Zetkin vor der faschistischen Gefahr und wies darauf hin, dass der Faschismus nicht allein auf militärischem Wege zu überwinden, sondern durch ideologische und politische Bekämpfung niederzuringen sei. Dazu forderte sie die Einheitsfront aller Arbeiter und trat damit in offenen Widerspruch zur politischen Linie der KPD, die sich erst 1935 von der Sozialfaschismustheorie abwandte und die Einheitsfront zur Bekämpfung des Nationalsozialismus proklamierte. Der Faschismus war für Zetkin „der Ausfluß der Zerrüttung und des Zerfalls der kapitalistischen Wirtschaft und ein Symptom der Auflösung des bürgerlichen Staates“ (S. 88). Sie verbuchte es als Niederlage der KPD, dass es „nicht gelungen [war], dem riesenhaften Anschwellen der Nazis Einhalt zu gebieten“ (S. 126). Die kritische Haltung Zetkins gegenüber der KPD belegen die beiden von Hervé ausgewählten Briefe an Nikolai Bucharin und Wilhelm Pieck. Den Abschluss der abgedruckten Reden, Briefe und Schriften bildet die Rede Zetkins als Alterspräsidentin im Reichstag 1932, in der sie erneut zur Einheitsfront im Kampf gegen den deutschen Faschismus aufrief.
Fazit: Obwohl Hervé beansprucht, bisher wenig beachtete Aspekte im Leben und Handeln von Clara Zetkin zu betonen, liegt der Schwerpunkt des Bandes auf Zetkins Bedeutung für die proletarische Frauenbewegung. Ihrem Anliegen wird die Herausgeberin folglich nur in Ansätzen gerecht. Den Lesern und Leserinnen werden zwar im biographischen Teil die unterschiedlichen Arbeitsbereiche Zetkins vorgestellt, doch betont die Auswahl der Texte, Reden und Briefe vorrangig Zetkin in der Rolle als Frauenrechtlerin. Eine Ausnahme stellen die Briefe an Nikolai Bucharin und Wilhelm Pieck dar. Sie veranschaulichen die Meinungsunterschiede zur kommunistischen Politik, die bislang weitgehend unbeachtet geblieben sind. [...]
(Dorothee Rempfer in querelles-net. Rezensionszeitschrift für Frauen- und Geschlechterforschung, Nr. 24, 2008)
Verliebt in Viertausender
Das romantische Titelbild zeigt eine Landschaft mit der Rückenansicht eines Menschen, den man im ersten Augenblick für eine Nixe am Meeresstrand halten könnte, doch das Buch erzählt von „Frauen und Bergen“. Florence Hervé hat gemeinsam mit der Fotografin Katharina Mayer sechzehn Frauen porträtiert, deren Leben eng mit den Bergen verknüpft ist.
Das romantische Titelbild zeigt eine Landschaft mit der Rückenansicht eines Menschen, den man im ersten Augenblick für eine Nixe am Meeresstrand halten könnte, doch das Buch erzählt von „Frauen und Bergen“. Florence Hervé hat gemeinsam mit der Fotografin Katharina Mayer sechzehn Frauen porträtiert, deren Leben eng mit den Bergen verknüpft ist. Die Autorin selbst begann mit vierundvierzig Jahren, höhere Berge zu besteigen, zuerst den Montblanc, zehn Jahre später den Kilimandscharo. Es reize sie die körperliche Herausforderung, zu wissen, wozu sie in der Lage sei, erklärt sie ihre Motivation. Ihr lesenswertes Vorwort rafft die Geschichte der Frauen im Alpinismus knapp zusammen. Es folgen Porträts, in Wort und Bild. Das Buch beginnt mit der abenteuerlichen Biographie von Fatima, Wirtin einer Hütte. Die junge Algerierin war mit ihren Eltern nach Frankreich gekommen, lebte auf der Straße „mit einer Bande von wunderbaren Chlochards“. Nach wilden Jahren wurde sie mit ihrem Mann Hüttenwartin, verliebt in die „magische Landschaft der Viertausender“. Abenteuerlich sind auch die anderen Biographien in ihren kleinen Fluchten; etwa die der drei Frauen, die das Bildungszentrum Salecina in der deutschsprachigen Schweiz leiten. Eine Gletscherforscherin, die in ihrer Freizeit mit ihrem Mann Turniertanz übt - und schließlich die Nixe vom Titelbild, eine elegante Erscheinung mit dem märchenhaftem Namen Seraina Gaudenz: Hausdame des legendären Hotel Waldhaus in Sils-Maria; gefolgt von der robusten Schäferin im französischen Jura und einer Bio-Bäuerin, die sich als „Heimwehfrau“ bezeichnet. „Rebellinnen der Berge“ nennt die Autorin Frauen wie die Extrembergsteigerin Destivelle und eine vierundneunzig Jahre alte Widerstandskämpferin aus den Pyrenäen. Irritierend in den Text-Porträts ist die Wir-Form, die Lebensgeschichten der Frauen sprechen für sich, eine Erzählerin, die sich in den Text einbringt, stört eher. Aber dies ist Kritik auf hohem Niveau, das Buch füllt eine Lücke, von der man gar nicht wusste, dass es sie gab. Es stellt schlichtweg Menschen in den Bergen auf eine sehr private Art vor. Zudem ist das Buch vorbildlich lektoriert, da gibt es einen Anhang mit Kurzbiographien, Adressen von Alpin-Museen, eine endlose Liste von Fachbüchern und Belletristik, durchaus nicht nur von Frauen, von Büchners „Lenz“ über Stifters „Bergkristall“ bis zu Jelineks Alpen-Dramen oder Aline Valangins „Bargada“. Doch erst die Fotografien machen das Buch wirklich empfehlenswert. Die Porträts wecken die Neugierde auf diese Frauen, die Berge wiederum werden jenseits jedes Idylls porträtiert. Die Bilder sind wenig heiter, als hätte Mayer, um nur ja keine Berg-Postkarten abzubilden, lieber im Nebel fotografiert. Im Zweifel für die Wolke. (bär)
(In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5.04.2007)
Gipfelbekränztes Frauenland
Dass das Meer weiblich konnotiert ist und Wasser als weibliches Element gilt, hat eine lange Tradition. Anders ist es mit den Bergen. Da herrschen die männlichen Kletterer, Alphirten sind männlich, auf den entlegensten Hütten leben Hüttenwirte. Unwirtliche Gegenden, die Frauen nicht gefallen, in die Frauen nicht hinein gehören. Weit gefehlt, denn auch diese Landschaften sind von Frauen bevölkert, wenn man bei den einsamen Gegenden, die in dem neuen Porträt-Foto-Buch des bewährten Teams Florence Hervé und Katharina Mayer beeindruckend in Wort und Bild gebracht wurden, überhaupt von 'bevölkert' sprechen kann. Denn nach der Lektüre der 16 Biografien ist klar, dass Berge vor allem eines bedeuten: Alleinsein, raue Landschaft, weiter Blick, Stille. Das muss frau aushalten können, wenn sie wie zum Beispiel Isabelle Genest Schäferin im Jura ist oder wie Fatima Amaudruz Wirtin einer Berghütte. Obwohl es auf den Berghütten nicht ruhig zugeht, sondern sogar sehr stressig sein kann zu Hochtourismuszeiten.
Viele der porträtierten Frauen kommen aus bergigen Gegenden, kennen und lieben die Kargheit der Gipfellandschaften, haben sich bewusst für ein Leben in dieser Abgeschiedenheit entschieden, zum Teil nach vielen Jahren in der Stadt. Es sind vor allem Künstlerinnen, die das besondere Licht suchen, die Ruhe und Einkehr beim Anblick der Alpen. Sie ziehen Kraft und Energie aus der Landschaft, finden Anregung und Inspiration, wie zum Beispiel die Alphornistin Priska Walss oder die Malerin Angela Hampel. Und selbstverständlich gibt es auch die Rebellinnen der Berge, diejenigen Frauen, die sich leidenschaftlich dem Bergsteigen verschrieben haben, Unfälle überlebten, in Todesgefahr schwebten, und sich doch immer wieder dem Berg und seiner Macht stellen, wie es bei Catherine Destivelle der Fall ist. Die Bergsteigerin kann sich ein anderes Leben nicht vorstellen, ebensowenig die Alpinistin Andrée Fauchère oder die Extremskiläuferin Francine Moreillon.
Es ist erstaunlich, welche vielfältigen Lebensentwürfe sich im Zauber der Berge entwickeln, auch wenn das Buch nur einen kleinen Ausschnitt präsentieren kann. Die Texte verbinden sich wie im Vorgängerband 'Frauen und das Meer' auf wunderschöne Weise mit den vielen ganzseitigen Fotos. Am Meer ist man schnell, aber so weit oben in den Bergen - hier sind es die Alpen, das Jura, die Pyrenäen, die Sächsische Schweiz und der Balkan -, das erlebt man nicht oft. Vielleicht auch, weil die Berge als sperrig gelten und sich nicht so schnell erschließen. Um so faszinierender sind die Begegnungen in diesem Buch, das übrigens in deutscher Übersetzung im Modo Verlag erscheint, das Original ist auf Französisch erschienen.
(Mechthilde Vahsen in: literaturkritik.de, Februar 2007)
Frauen erleben Berge anders
Katharina Mayer fotografiert nicht im eigentlichen Sinne verschiedene Bergregionen oder sagenhafte, geheimnisvolle, heilige oder verwunschene Orte. Katharina Mayer fotografiert die Welt der Berge mit den Augen von 18 höchst unterschiedlichen Frauen. Die Frauen arbeiten als Gletscherforscherin, als Schäferin, als Hausdame eines Berghotels oder als Wirtin einer Berghütte. Andere sind in den Bann der Berge gezogen und halten Zwiesprache als Malerin, Kunsthandwerkerin, Schriftstellerin oder Musikerin. Sie leben aus dem Rucksack und erzählen von ihrer Geschichte als Widerstandskämpferin, Bergsteigerin und Extremskifahrerin. Sie kommen aus verschiedenen europäischen Ländern: den Österreichischen, Französischen, Skandinavischen und Schweizer Alpen, der Hochebenen der Sächsischen Schweiz, den Gebirgsketten des Balkan, den kalkigen Gipfeln des Jura und der Pyrenäen. Es sind Frauen aller Altersgruppen, von der jungen Alpinistin, die nach Grenzüberschreitung sucht bis zur 94-jährigen Widerstandskämpferin, die nur auf den Höhen der Pyrenäen Erfüllung und Zufriedenheit findet. Allen Frauen ist die Suche nach dem Geheimnis der Berge eigen, die Suche nach Freiheit und dem Absoluten.
Während Katharina Mayer den Blick der Frauen und deren Verbundenheit mit der Welt der Berge in wunderbare und sehr persönliche Bilder faßt, erzählt Florence Hervé sensibel und informativ die Lebenswege dieser Frauen und welche Bedeutung die rauhe Natur der Bergwelt für diese Frauen hat. Katharina Mayer und Florence Hervé lassen den Leser und Betrachter einfühlsam und dicht auf sehr persönliche Weise nicht nur die Welt der Berge erleben, sondern auch intensiv teilnehmen an den Lebensentwürfen und Lebenswünschen dieser starken Frauen. [...]
(Gabriele Klempert in: Kunstbuchanzeiger/ online, 20.02.2007)
20 Jahre nach dem Erscheinen der 1. Auflage liegt jetzt ein inhaltlich und äußerlich rundum erneuertes "Weiberlexikon" vor. Es funktioniert als Nachschlagewerk ebenso wie als Lesebuch und als Bilderbuch. Das Layout wurde den heutigen Ansprüchen und Möglichkeiten entsprechend von einer Vielzahl illustrierender Bilder, Parolen und Gedichte entlastet und zum Teil durch neue Bilder, bzw. Bilder, die erst in den letzten Jahren zugänglich gemacht worden sind, ergänzt.
70 Autorinnen haben ihr Wissen zu allem, was emanzipierte Frauen zum Thema Frauenleben in Geschichte und Gegenwart interessiert, zusammen getragen. Ausschlaggebend für die Auswahl der Stichwörter war, dass die Begriffe für das Leben von Frauen bedeutsam sind, sie aber in traditionellen Lexika nicht oder nicht aus Frauensicht erläutert werden. Neben den Herausgeberinnen haben vor allem Margret Gottlieb und Elly Steinmann eine Vielzahl von Einträgen bearbeitet. Die meisten Artikel enden mit Literaturhinweisen. Ein Namensregister erleichtert die Suche nach Personen.
Wie schon vor 20 Jahren versucht das Weiberlexikon eine Balance herzustellen zwischen parteilicher Polemik und wissenschaftlicher Genauigkeit. Die Autorinnen pointieren und bewerten die von ihnen mitgeteilten Entwicklungen und Gegebenheiten unter dem Gesichtspunkt der Emanzipationsinteressen von Frauen. Diese werden auf dem Hintergrund einer Politik der Befreiung von Ausbeutung, Unterdrückung und Gewalt interpretiert. So wird zwar über Erfolge der Frauenbewegung berichtet, aber der Grundtenor vieler Artikel fokussiert das noch bestehende Unrecht. Ein Vergleich der ersten und der aktuellen 5. Auflage verdeutlicht auch die Fortschritte feministischer Forschung und Theoriebildung in den letzten beiden Jahrzehnten.
Ausgewählte Beiträge
So werden die Ziele der Feministinnen von Renate Wurms in ihrem weitgehend neu verfassten Artikel „Utopie“ jetzt in fünf Richtungen untergliedert und durch folgende gemeinsame Ideale charakterisiert: „die Unabgeschlossenheit, die Bedeutung von Natur und Umwelt, Gewaltfreiheit, radikaldemokratische Formen und die Überwindung des Geschlechterverhältnisses als Herrschaftsverhältnis“. In der ersten Auflage war eine ähnlich differenzierte Abgrenzung verschiedener Linien noch nicht möglich gewesen, auch fehlten noch die jetzt eingearbeiteten Kenntnisse über die von Frauen entwickelten Utopien in der Vergangenheit.
Deutlich wird die Weiterentwicklung feministischer Theorie auch im Artikel „Emanzipation“, ebenfalls von Renate Wurms. Hier werden aktuelle Diskussionen unter dem Label „Emanzipationskonzepte auf der Basis von Differenz und Gleichheit“ referiert und zugleich als Weiterentwicklung der schon in der ersten Auflage genannten Emanzipationskonzepte diskutiert. Diese beschränkten sich 1985 noch auf die „sozialistische Emanzipationskonzeption“, „das feministische Projekt der Befreiung“ und „Sozialismus-Feminismus-Ansätze“.
Im Artikel „Feminismus“ musste dementsprechend ebenfalls eine Passage zu „Gleichheit und Differenz“ aufgenommen werden, aber auch ein Absatz über „Rassismus“, als eines 1985 in Deutschland noch nicht selbstverständlichen Bestandteils feministischer Theoriebildung. Dementsprechend heißt es im Artikel von Marianne Kolter im Artikel „Rassismus“: „Neu: Frauenspezifische Forderungen gegen Rassismus sind sowohl integraler Bestandteil emanzipatorischer Bewegungen als auch ein eigenständiges Feld, das in diese Bewegungen eingebracht und/oder von den Frauen in ihren Bewegungen vertreten wird.“ [...]
Historische Ereignisse wie zum Beispiel die Hexenverfolgung haben sich seit der ersten Auflage des „Weiberlexikons“ nicht verändert - allerdings der Stand der historischen Forschung. Anders als im Artikel „Matriarchat“ hat Renate Wurms hier leider keine Aktualisierung vorgenommen. Texte mit juristischen Inhalten vermitteln die grundsätzliche Bedeutung von Regelungen im Kontext der Frauenpolitik, nicht immer jedoch den aktuellen Stand der Gesetzgebung, der ohnehin ständig im Fluss ist. Als Rechtsratgeber kann das Lexikon daher nicht empfohlen werden, wohl aber als Wegweiser durch einzelne Felder der Rechtspolitik.
Fazit
Das „Weiberlexikon“ ist ein ebenso informatives wie unterhaltsames Buch für alle, die sich für Frauenpolitik und/oder die Geschichte und Kultur von Frauen interessieren. Es enthält eine Art Momentaufnahme der heute im Kontext der Frauenbewegung interessierenden Themen und relevanten Diskussionen. Schon deshalb lohnt sich die Anschaffung der 5. Auflage auch für diejenigen, die bereits eine ältere Auflage besitzen.
(Sibylla Flügge in: socialnet.de /Rezensionen / 19.09.2006)
Was bedeutet das Meer für manche Frauen? Unter den Kapiteln „Arbeiterinnen des Meeres“, „Künstlerinnen des Meeres“ und „Rebellinnen des Meeres“ haben sich Florence Hervé (Texte) und Katharina Mayer (Fotos) auf die Suche nach Frauen gemacht, die in ihrem Leben eine ganz spezielle Beziehung zum Meer entwickelt haben. Sie besuchten eine Meeresbiologin, eine Kapitänin, eine Reederin, Krabbenpulerin, Leuchtturmwärterin, Physiotherapeutin, WWF-Projektleiterin, Malerin, zwei Schriftstellerinnen, eine Operregisseurin, zwei Harfenistinnen, eine Choreographin, eine Ruderin, Widerstandskämpferin, Skipperin, Surferin und eine Kämpferin für Frauen und Frieden und sie haben nicht nur beeindruckende Fotos, sondern auch berührende Texte mitgebracht.
Frauen und das Meer – das ist nicht die Geschichte von Länderentdeckungen, von kraftvollen Siegen gegen Stürme, vom Kampf gegen Gewalten. Am Anfang, so die Autorinnen, stand "die Faszination des Meeres, als Ursprung des Lebens, als Symbol für Freiheit, als mystischer Ort". Alle Frauen im Buch haben sich dem Meer verschrieben, auf eine ganz individuelle Art und Weise. Und es wird klar: So, wie das Meer jeden Tag ein anderes Gesicht hat, so facettenreich sind die Frauen. Meer und Frau – das ist ein Superteam. Nicht immer nur eine Liebesgeschichte, ganz im Gegenteil, aber am Ende ist deutlich: "Keine der hier portraitierten Frauen kann sich ein Leben fern des Lebens vorstellen. Sie brauchen das Meer – und das Meer braucht sie." Alle Frauen können das Meer rufen hören, sie setzen sich ein für einen bewussten, sinnvollen Umgang mit dem Wasser, sie kämpfen gegen die brutale Ausnutzung des Meeres, sie arbeiten am Meer, im Meer, mit dem Meer.
Portraitiert wurden im Buch nicht nur Persönlichkeiten, sondern auch das Meer. Es ist so individuell wie die vorgestellten Menschen. Und so ist ein Buch entstanden, das Sehnsucht macht. Nach der unvergleichlichen Luft, dem Wind, den Wellen, dem Plätschern, aber auch der Urkraft, der Macht und dem Licht. Einfach nach mehr Meer. Ein Wunsch-, Schenke- und Selbstlesebuch für alle, die vom Meer fasziniert sind.
(<csc> in: Literaturmarkt info/ online, 9.12.2004)
Schöne Fotografien erfreuen das Auge, gute Texte berühren den Geist. Gute Texte gepaart mit schönen Fotos zum Thema „Frauen und das Meer“ ergeben bei Gerstenberg ein Buch der besonderen Art. Arbeiterinnen, Künstlerinnen und Rebellinnen des Meeres stehen im Zentrum der biographischen Skizzen. Neunzehn Frauen der leben von Ost- und Nordsee, Atlantik oder Mittelmeer geprägt ist waren die Ansprechpartnerinnen. Sie werden als Arbeiterinnen, Künstlerinnen und Rebellinnen vorgestellt. Jede der vorgestellten Frauen - egal ob Arbeiterin, Künstlerin oder Rebellin - hat eine besondere Beziehung zum Meer. Das Meer ist mehr als nur Arbeitgeber für die einen und mehr als nur Quelle der Kraft und Inspiration für die anderen.
Arbeiterinnen des Meeres sind je eine Kapitänin, Meeresbiologin, Krabbenpulerin, Reederin, Leuchtturmwärterin, Physiotherapeutin und eine Projektleiterin des WWF. Schriftstellerin, Operregisseurin, Choreografin, Malerinnen, Harfenistinnen sind die Künstlerinnen des Meeres. Zu den Rebellinnen wurden eine Ruderin, Widerstandskämpferin, Kämpferin für Frauen und Frieden, Skipperin und eine Surferin gereiht. Das sind keine Stoffe aus denen typischen Frauengeschichten geschneidert werden, sondern Meeresbeziehungen. In klaren Worten und ansprechenden Bildern wird diesen Beziehungen nachgespürt. [...]
(S. Strohschneider-Laue in: ebensolch.at/eb_09_04/eb_002_001_007.htm, 9/2004)
Zwischen Frauen und dem Meer scheint es seit jeher eine besondere Beziehung zu geben. Doch nicht nur in der Kunst, sondern auch und vor allem in der realen Welt gab und gibt es Frauen, die sich dem Meer so intensiv verbunden fühlen, dass sie beruflich, privat oder künstlerisch damit zu tun haben. „Frauen und das Meer“, ein opulenter Bild- und Textband, zusammengestellt von der Journalistin Florence Hervé und der Fotografin Katharina Meyer, stellt diese Meer-Frauen vor. Herausgekommen ist dabei ein wunderschönes Buch, das durch seine Texte und Fotos, durch hervorragende Qualität und künstlerische Gestaltung besticht, eine Qualität, für die der Gerstenberg Verlag bekannt ist.
Die beiden Herausgeberinnen stellen 18 Frauen vor, die in vielfältiger und immer höchst individueller Weise mit dem Meer verbunden sind. Sie kommen aus europäischen Ländern, sind zwischen 25 und 92 Jahre alt, wohnen am Meer, arbeiten dort, verbringen dort die Sommerzeit, lassen sich inspirieren, schöpfen Kraft und Lebensmut aus dem Blick über die blaue Landschaft, kämpfen für den Erhalt bedrohter Natur oder zeigen durch ihre Musik die Schönheit der Landschaft an der Küste. Einige der porträtierten Frauen sollen hier kurz vorgestellt werden.
Die deutsche Kapitänin Claudia Belis, die als Fischerin angefangen hat, berichtet von ihrer Arbeit auf dem eigenen Schiff, die Reederin Petra Heinrich - nach mehreren Ausbildungen hat sie den Familienbetrieb, eine Rümoreederei, übernommen - erzählt begeistert von ihrem neuen Containerfrachter und wie sehr sie es liebt, auf dem Wasser unterwegs zu sein, die Krabbenpuhlerin Karin Kolster skizziert den technischen Wandel in ihrem Berufsfeld und kann sich ihr Leben ohne den Bezug zum Meer nicht vorstellen.
Rita di Loreto, Leuchtturmwärterin in Italien, lässt ihre Jahre im Dienst der Marine und die Arbeit auf dem Leuchtturm vorbeiziehen, die Physiotherapeutin Anette Moritz, Leiterin des Thalassozentrums auf Juist, berichtet von ihrem beruflichen Weg, der sie zum Wasser als Heilkraft geführt hat. Auch die dänische Meeresbiologin Susanne Baden liebt die Kraft des Meeres und setzt sich auf politischer Ebene für den Erhalt der Meere ein. Ihre deutsche Mitstreiterin Cathrin Münster, Projektleiterin Ostsee in der deutschen Sektion des WWF, versteht sich als Mittlerin zwischen den Nutznießern und den Schützern dieses Lebensraumes.
Es scheint, als ob sie alle den Ort gefunden haben, an den sie gehören. Dieser Ort ist das Meer, seine Weite, seine Ruhe, seine Gefährlichkeit, seine Unberechenbarkeit, die vor allem auf dem offenen Meer deutlich zu spüren ist.
Das Kapitel über Künstlerinnen offenbart andere, nicht mit dem ersten Blick zu erkundende Bezüge. Die durch ihren Roman „Salz auf unserer Haut“ bekannte französische Feministin Benoîte Groult z. B. sagt, dass sie sehr gern fischen gehe, aber vor allem die Ebbe liebe, das Meer als solches dagegen nicht so sehr. Sabine Curio wiederum, eine Malerin, die auf Usedom in selbst gewählter Einsamkeit mit 14 Katzen lebt, sagt: „Hier am Wasser habe ich nie Angst.“ Ihre Bilder zeigen die Umgebung, das ständig wechselnde Licht, die Farben, die Nuancen, die nur dann sichtbar werden, wenn frau still sitzt und sich auf das Meer einlässt. Dieses intensive Einlassen erproben auch die französischen Harfenistinnen Kristen Noguès und Gwenaël Kerléo, die beide im Finistère leben und arbeiten. Sie spielen auf bretonischen Harfen und widmen sich keltischen und selbst komponierten Liedern, ihre Inspiration holen sie sich vom Meer, denn „Meer und Musik sind sich so ähnlich“.
Auch die in Kiel lebende Opernregisseurin Kirsten Harms liebt das Meer, es gibt ihr Kraft und Ruhe. Ihre Faszination versucht sie künstlerisch umzusetzen, indem sie die Mythen rund um das Meer auf die Bühne bringt.
Anders Ioanna Karystiani, eine griechische Schriftstellerin, die 1989 auf die Insel Andros kam und sofort fasziniert war von der Inselwelt, die sich ihr erschloss. Die Geschichten der Menschen, die mit dem Meer leben müssen und auf eine elementare Weise mit der Natur verbunden sind, wurden von ihr aufgeschrieben, sie forscht ihnen bis heute nach.
Bunt hingegen geht es einmal im Jahr auf Sylt und Hiddensee zu. Die Palucca Schule Dresden führt die von der Namensgeberin Gret Palucca veranstalteten Tanzwochen durch, die Studierenden der Tanzhochschule tanzen unter Anleitung ihrer Choreografin und Prorektorin Hanne Wandtke in knalligen Anzügen über den Strand. „Aus dem Augenblick schöpfen, darin liegt der künstlerische Sinn“, der sich intensiv mit der Meereslandschaft verbindet.
Das letzte Kapitel schließlich stellt die Rebellinnen des Meeres vor. Moderne Piratinnen, die das Abenteuer auf dem Wasser suchen, wie beispielsweise Peggy Bouchet, die als erste Französin in einem Ruderboot den Atlantik überquerte, in 49 Tagen ganz allein auf See. „Das Meer, das ist alles“, sagt sie. Ähnlich ergeht es der deutschen Weltklassesurferin Amelie Lux. Mit ihren 25 Jahren ist sie die jüngste Meerliebhaberin im Buch. Von klein auf fühlt sie sich geborgen, wenn sie schwimmt, segelt oder später surft. Ihre Leidenschaft führt zur Teilnahme an den olympischen Spielen in Athen. Auch Ines Jochmann, Skipperin auf der Ostsee, teilt diese Leidenschaft. Sie gründete, nachdem sie erste Segelluft auf den niederländischen Kanälen geschnuppert hatte, den Sozialpädagogischen Verein für Frauen und Mädchen und führt seit 1993 auf dem eigenen Boot Segeltörns durch, eine nicht immer leichte Arbeit, wie sie erzählt.
Marie-Jo Chombart de Lauwe, Widerstandskämpferin und KZ-Überlebende, ist dem Meer seit ihrer Kindheit verbunden, die Sommer verbrachte sie in Bréhat in der Bretagne. Auch heute noch, mit über 90 Jahren, zieht es sie im Sommer an diesen Ort, mit dem sie so viele Erlebnisse verbindet. Eine weitere Kämpferin für eine gerechtere Welt begegnet der Leserin in der Österreicherin Erni Friholt, die die Liebe in die schwedischen Schären geführt hat. Hier betreibt sie nach Jahren freiwilliger Hilfsarbeit in Bangladesh ein alternatives Café und setzt sich unermüdlich für eine frauen- und umweltfreundliche Gesellschaft ein. Das Café liegt direkt am Wasser und ermöglicht einen weiten Blick darauf .
Die z. T. großformatigen Fotos vermitteln einen atmosphärischen Eindruck der jeweiligen Landschaft, der so verschiedenen Farben des Meeres, der im Buch vorgestellten Frauen und ihres Lebens- und/oder Arbeitsraumes am Meer. Sie begleiten die Texte über die Meer-Frauen sehr anschaulich. Die Frauen finden an den Küsten, in direkter Nähe zum Wasser, einen Ort, der ihnen innere Heimat geworden ist, sei es seit früher Kindheit oder in späteren Jahren, sie alle verbindet die Leidenschaft, die Faszination für eine Landschaft, die so wenig zu fassen ist, weil sie so flüchtig erscheint. Das Buch fängt all diese Aspekte auf wundervolle Weise ein, eine absolut lohnenswerte Entdeckungsreise.
(Mechthilde Vahsen in: literaturkritik.de, Januar 2005)
Die zauberhaften Wesen Spaniens
Beide sind langjährige Kenner des Baskenlandes, suchten und fanden einen Schatz alter und junger, wahrer und erdachter Geschichten von und über Frauen, die der Region ihre geheimnisvolle, kratzbürstige, lebenslustige und widerständige Atmosphäre geben. Florence Hervé und Gerd Schumann haben, unterstützt vom galizischen Fotografen Mundo Cal, eine bunte Mischung aus Geschichten, Dokumenten, Reportagen und Interviews über das nördliche (Iparralde) und südliche Baskenland (Hegoalde) zusammengetragen. […]
Am Anfang steht der Blick zurück: In einem Gespräch mit Teresa de Valle, Leiterin des Seminars für Frauenstudien an der Universität San Sebastian, wird die soziale und ökonomische Entwicklung des Baskenlandes der Frauen in einem Schnelldurchgang durchstreift. Streben nach Selbstständigkeit, so erfahren wir aus Reiseaufzeichnungen des alten Wilhelm von Humboldt (1801), gehört ebenso zu den Wesensmerkmalen (nicht nur) der baskischen Frauen, wie das ausgeprägte soziale gesellschaftliche Zusammenleben. Traditionell kam den Frauen innerhalb der Familien eine gehobene Stellung zu. Die ausgewählten Texte beleuchten die Geschichte des Baskenlandes von unerwarteten Seiten: Man lernt die weiblichen Zauberwesen kennen, von denen es in den Bergen und Höhlen nur so wimmelt. Zu deren Zusammenkünften versammeln sich schon mal bis zu 12 000 ihrer zauberhaften Art. Auch die dunkle Seite wird nicht vergessen: Im 16. und 17. Jahrhundert wurden Tausende von Menschen wegen vermeintlicher Hexerei auf den Scheiterhaufen verbrannt. 1672 stoppten über 5000 Fischer in Saint Jean de Luc (Donibane Lohitzun) den Marsch der Frauen zum Scheiterhaufen und befreiten alle. Es waren ihre Ehefrauen. Eine Mitarbeiterin des »Museums der Baskenmütze« erzählt die Geschichte der typischen Kopfbedeckung, man lernt die erste baskische Fotografin Eulalia Allende kennen, die seit 1873 die industrielle Revolution im Baskenland dokumentierte und - last but not least - wird Dolores Ibarruri, la Pasionara, gewürdigt, Mitbegründerin der spanischen KP (1920), bekannt durch ihren entschiedenen Ausruf »No Pasaran!«, mit dem die Widerstandskämpfer 1936 die Eroberung Madrids durch faschistische Truppen stoppten.
Auf der Reise durch Iparralde, den baskischen Norden, begegnen wir einer Angelfischerin, ehemaligen Kämpferinnen der Resistance, die im KZ Ravensbrück inhaftiert waren, Schriftstellerinnen, einer Lehrerin, einer Sängerin und zwei politischen Flüchtlingen, Baskinnen aus dem Süden. Nicht zu vergessen, die »Weltmeisterin im urbaskischen Pelota-Sport«. Was das ist? Auch das wird natürlich anschaulich erklärt. Die Reise durch den baskischen Süden, Hegoalde, beginnt in Bilbao. Nach und nach durchstreifen die Autoren die vier südlichen Provinzen, treffen eine Schauspielerin, eine Schriftstellerin, eine Buchhändlerin, eine Bürgermeisterin und viele Frauengesichter mehr. »Die Dame von Gernika«, die 12 war, als die nazideutsche Legion Condor ihre Stadt in Schutt und Asche legte, erzählt ebenfalls ihre Geschichte.
Die Autoren haben die Frauengeschichten und -gesichter respektvoll, voller Zuneigung ausgesucht. Da Liebe bekanntlich durch den Magen geht, schließt das Buch mit Rezepten ab: Marmitako, Menestra, Ttoro - wer wissen möchte, was das ist und wie es zubereitet wird, findet nähere Angaben dazu, garniert mit ein paar Geschichten zum Vorlesen bei verschiedenen Gelegenheiten. Das Buch ist eine gelungene Anregung zum »Anders Reisen« und im Übrigen nicht nur für Frauen.
(Karin Leukefeld in: Neues Deutschland, 30.06.2000)
Die Biografie von Hervé ist ehrlich, weist auf klaffende Widersprüche im Werk und Tun der Porträtierten hin – und man merkt doch, wo ihre Sympathien liegen. Ein interessantes Buch über eine Frau, die zu ihrer Zeit bereits weiter war, als manche Frau heute.
(In: Frauen unterwegs, März 2000)
Entreprise originale et utile, qui consacre des notices biographiques et informatives à plus de six cent femmes des siècles passés et de l'époque actuelle, de tous les pays, 'rebelles' au sens large du mot...Un excellent et très utile complément dans le rayon des encyclopédies historiques.
(In: Allemagne d'aujourd'hui, Paris 147/1999.)
Dort gibt es Gesichter und starke Geschichten von Frauen, die sich in der Landschaft am zerklüfteten Kap Europas gegen winterliche Stürme durchsetzen. Ihr Leben erzählt die abwechselnd in Düsseldorf und der Bretagne lebende Florence Hervé einfühlend, karg wie die Landschaft, engagiert, aber ohne betonten Feminismus.
(In: NRZ, 17.9.1998)
Noch verhaftet in der literarisch und fotografisch beeindruckenden Bretagne-Begleitung, entführt uns die Autorin Florence Hervé – diesmal nicht allein – schon wieder in eine neue, nicht minder reizvolle Landschaft. Es ist die Schweiz – nicht nur Land der Uhren, Berge und Banken, Land der Heidi und Alpenmilch, es ist vor allem das Land der Literatinnen. Edition ebersbach begeistert erneut mit einer literarischen Reisebegleitung […]. Aus Archiven zusammengetragen, in Biographien gestöbert, in Literatur geblättert, finden sich, komprimiert auf 120 Seiten, neben fast vergessenen Rebellinnen, bekannte Schriftstellerinnen wie Else Lasker-Schüler, Germaine de Stael und Annemarie Schwarzenbach, aber auch unauffällige Zeitgenossinnen. […] Die Lektüre der Schweizreise weist uns den Weg zu bekannten und unbekannten Frauen der vergangenen Jahrhunderte und Gegenwart. […]
(Astrid Schulte in: Virginia, Herbst 1998)
Insgesamt handelt es sich um ein anregendes Buch, das für weitere Forschungen zur Thematik Frauenwiderstand, zum deutsch-französischen Vergleich, zu Motivationen für Stillhalten und zu den Auswirkungen auf das Geschlechterverhältnis
Orientierungen gibt, offene Felder absteckt und weitere Forschungen von Florence Hervé mit Interesse und Spannungen entgegensehen lässt.
(In: Bulletin für Faschismus- und Weltkriegsforschung, Heft 10/1998)