
Bildrecht privat
„Langenberger Texte 4: im gegendlicht"(Athena-Verlag, 2003); „Symbol" Kunst und Lyrik (Kunstmuseum Bochum); „Bergische Taschen-Literatur 49. Lyrik“ (Kulturamt Kreis Mettmann); die „Horen", „Neues Rheinland"; „Aspekte"; „Tasten"; „Spartakus Berlin" (in Zusammenarbeit mit Peter-Paul Zahl); „Jederart"; „Komet"; „Fiftyfifty"; „Deutsches Ärzteblatt", „Bergische Taschenliteratur", „Wo wir Menschen sind" (Schwann-Verlag); „Satzbau" (Droste Verlag); „Bewegte Frauen" (Frauenverlag Zürich)
Das 2010 erschienene Tollhaus von Barbara Ming öffnet 99 Gedichträume und kein einziges Blaubartszimmer. Hier darf überall... hineingesehen werden. In fünf Kapiteln – auf fünf Ebenen – darf man einer Dichterin nachspüren, die ihr Haus für die Saison Besuchern – Lesern – überlassen hat. Sie finden sich der Offenheit und Unverstelltheit aller Dinge darin ausgesetzt und sind doch bald dankbar für so viele neue Einblicke. Das Schöne und Ungewohnte an Barbara Mings Gedichten ist die spottlose, direkte und sehr sprachfeine Ehrlichkeit, mit der sie ihre Themen behandelt. Der Zynismus ist ihr kein Dekor, die kluge Ironie ein loderndes Feuer in den Kaminen ihrer Räume. Nach „Kaffeesätze“ ist „tollhauskirsch“ der zweite Lyrikband von Barbara Ming, den Roswitha Riebe-Beicht mit Radierungen schattiert hat: zwei Frauen (-Kulturpreisträgerinnen) in künstlerischem Dialog, wobei eine allein bereits einen spannenden und bereichernden Monolog böte. (Auszug aus dem Vorwort von Nora Eugenie Gomringer, Direktorin der „Villa Concordia“ in Bamberg).
(Ulrich Scharfenorth: http://www.stoerfall-zukunft.de)
Es gibt wohl Frauen, die können ohne den Kick nicht leben. […] Einige von ihnen sind auf der Suche nach Akademikern gleich welcher Fachrichtung, andere suchen nach Ärzten. Und es soll welche geben, die sich total fixiert haben auf Musiker (am liebsten Streicher), während mir die Jagdsaison auf Schriftsteller noch nicht zu Ohren gekommen ist."
So lautet der Anfang der Satire "Versuch einer Priesterverführung" – des neuesten Werks der Ratinger Autorin Barbara Ming. Sie ist so etwas wie die "Mutter Ey" Ratingens, denn sie schreibt nicht nur, sie fördert auch junge Autoren und bemüht sich als Vorsitzende des Literaturkreises ERA und als Mitveranstalterin der "Kulturkneipe" um eine lebendige Autorenszene in der Stadt.
Situationsbeobachterin
Es ist die Art wie sie die alltäglichen Dinge beschreibt, die den Leser schmunzeln lassen. Ming würzt ihre Prosa, Lyrik und Aphorismen mit bissigen Worten, die auf den Punkt genau zutreffen. Manchmal fühlt sich der Leser durch ihre genauen Beobachtungen sogar ertappt. Sie selbst beschreibt sich als "Situationsbeobachterin" und als "Mensch der wenigen Worte".
Letzteres mag bei einer anerkannten Autorin grotesk kling, doch beginnt man, ihre Werke zu studieren, wird man schnell verstehen, was sie damit meint. Ihre Erzählungen sind nie länger als vier oder fünf Seiten, und niemals kommen mehr als zwei Protagonisten darin vor. Sie geht mit den Worten sehr bewusst um, spielt mit ihnen und seziert sie teilweise pathologisch. So schafft sie es mit viel Humor und bissigem Witz immer wieder, neben der im Unterton mitklingenden Gesellschaftskritik, auch sprachliche Denkanstöße ihren Lesern mit auf dem Weg zu geben. […]
(Melanie Meyer: http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/, 23.01.2009)
[…] Ob man die knappen, meist scharfzüngigen und hintersinnigen Gedichte von Barbara Ming hört, liest oder die nicht weniger doppelbödigen Bilder aus Kaffee- und Rotweinflecken mit Blei- und Filzstiftkonturen von Roswitha Riebe-Beicht sieht, es bleiben Mehrdeutigkeiten, spannende Fragen, die dazu führen, dass man ein solches Buch immer wieder zur Hand nehmen wird, weil man noch längst nicht alles beim ersten Durchsehen erfassen konnte. Dann wird man auf Seite 27 auch den Mond wiederfinden. Die Dichterin Eva Zeller hat in ihrem Vorwort zu „Kaffeesätze“ ein wesentliches Merkmal Mingscher Lyrik zum Titel gemacht: Nie das erwartete Wort. Davon gab die Autorin während der Buchvorstellung reichlich Kostproben. Das gleichzeitige Aufziehen mehrerer Sprachschubladen, die nachdenklich machenden Beobachtungen menschlichen Verhaltens, bittere Erinnerungen und unerreichbare Utopien können einem fast den Atem abschneiden. Doch dann gibt es auch die Stille, das ganz große Staunen: „Wer sagt uns, dass es Winter sein muss, den Atem sichtbar zu machen?“ Dazwischen war Prosa zu hören, freche und fiktive Interpretationen ihres Lieblingsgedichtes und das von Furcht und Zweifel geprägte Ereignis einer späten Liebe. […]
(Gisela Schöttler: http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/ratingen/, 07.11.2006)