INSTITUT FÜR GERMANISTIK

Düsseldorfer Autorinnen - Barbara Ming

Bildrecht privat

Vita

  • 1946 in Düsseldorf geboren, lebt seit 1980 in Ratingen.
  • Nach Fachabitur und Ausbildung mehrjährige Tätigkeit als Verlagsangestellte im Bereich Fachredaktionen im Droste Verlag, Düsseldorf.
  • Seit 1964 erste Veröffentlichungen unter dem Namen Barbara Neuss, später als Barbara Mandok, seit 1975 als Barbara Ming.
  • Seit 1975 Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller.
  • Seit 1999 erste Vorsitzende der freien Autorenvereinigung Literaturkreis ERA e. V. und Mitglied im Ratinger Kulturbund (RKB).
  • Lesungen bundesweit; mehrfach Jury-Mitglied bei Literatur-Ausschreibungen.
  • Seit 2003 Auftritte mit dem Programm „Drei Frauen drei Stimmen“ : Lieder und Texte von Frauen, über Frauen mit Frauen; begleitet von der Sängerin Karin Velinova und den Pianistinnen Ulrike Kranefeld & Annette Kareev.
  • Mai 2004 in einer Retrospektive auf 40 Jahre literarischen Schaffens: 13-Stunden-Non-Stopp-Lesung im Poensgen-Park des Cromford-Museums Ratingen.
  • Sie initiierte und leitet einen Literatur-Salon in Ratingen zur Förderung junger LiteratInnen und MusikerInnen.
  • Barbara Ming ist als freie Journalistin und freie Autorin tätig.

Auszeichnungen

  • 2010 Platzierung beim Aphorismen-Wettbewerb 2010 des DAphA Hattingen e.V.
  • 2003 Ratinger Literaturpreis - Lyrik
  • 2000 Lyrik-Preis des Freundeskreises Düsseldorfer Buch
  • 1991 Hafiz-Preis für Lyrik des Persischen Literatur-Clubs
  • 1990 Lyrik-Preis der Firma Sans Soucis, Baden-Baden
  • 1974 Förderpreis Literatur der Stadt Düsseldorf
  • 1973 Förderbeihilfe der Stadt Düsseldorf

Publikationen

  • tollhauskirsch. Gedichte. Mit einem Vorwort von Nora Eugenie Gomringer und Radierungen von Roswitha Riebe-Beicht. Gelssenkirchen: Arachne Verlag,, 2010
  • Zeit der Heuschrecken
  • die Geschichte eines Boatpeople-Kindes. In Zusammenarbeit mit Ly My Cuong. Grevenbroich: Heiner Labonde Verlag, 2010
  • BernSteinBeißer. Satiren und Erzählminiaturen. Gelsenkirchen: Arachne-Verlag: 2008
  • Kaffeesätze. Gedichte. Zeichnungen von Roswitha Riebe-Beicht. Gelsenkirchen: Arachne-Verlag, 2006. Wurde aufgenommen in das Verzeichnis der „schönsten Bücher“ von 2006.
  • Hg. der Anthologie „WortPartner“, Ratinger Anthologie für den Literaturkreis ERA e.V. (56 Autoren aus 7 Ländern), 2001
  • Paradies oder das. Ratingen: Edition ERA: Ratingen, 2000.

Beiträge in Anthologien, Zeitschriften (Auswahl)

„Langenberger Texte 4: im gegendlicht"(Athena-Verlag, 2003); „Symbol" Kunst und Lyrik (Kunstmuseum Bochum); „Bergische Taschen-Literatur 49. Lyrik“ (Kulturamt Kreis Mettmann); die „Horen", „Neues Rheinland"; „Aspekte"; „Tasten"; „Spartakus Berlin" (in Zusammenarbeit mit Peter-Paul Zahl); „Jederart"; „Komet"; „Fiftyfifty"; „Deutsches Ärzteblatt", „Bergische Taschenliteratur", „Wo wir Menschen sind" (Schwann-Verlag); „Satzbau" (Droste Verlag); „Bewegte Frauen" (Frauenverlag Zürich)

Pressestimmen

Zu: tollhauskirsch. Gedichte (2010):

Das 2010 erschienene Tollhaus von Barbara Ming öffnet 99 Gedichträume und kein einziges Blaubartszimmer. Hier darf überall... hineingesehen werden. In fünf Kapiteln – auf fünf Ebenen – darf man einer Dichterin nachspüren, die ihr Haus für die Saison Besuchern – Lesern – überlassen hat. Sie finden sich der Offenheit und Unverstelltheit aller Dinge darin ausgesetzt und sind doch bald dankbar für so viele neue Einblicke. Das Schöne und Ungewohnte an Barbara Mings Gedichten ist die spottlose, direkte und sehr sprachfeine Ehrlichkeit, mit der sie ihre Themen behandelt. Der Zynismus ist ihr kein Dekor, die kluge Ironie ein loderndes Feuer in den Kaminen ihrer Räume. Nach „Kaffeesätze“ ist „tollhauskirsch“ der zweite Lyrikband von Barbara Ming, den Roswitha Riebe-Beicht mit Radierungen schattiert hat: zwei Frauen (-Kulturpreisträgerinnen) in künstlerischem Dialog, wobei eine allein bereits einen spannenden und bereichernden Monolog böte. (Auszug aus dem Vorwort von Nora Eugenie Gomringer, Direktorin der „Villa Concordia“ in Bamberg).

(Ulrich Scharfenorth: http://www.stoerfall-zukunft.de)

Zu: BernSteinBeißer. Satiren und Erzählminiaturen (2008):

Es gibt wohl Frauen, die können ohne den Kick nicht leben. […] Einige von ihnen sind auf der Suche nach Akademikern gleich welcher Fachrichtung, andere suchen nach Ärzten. Und es soll welche geben, die sich total fixiert haben auf Musiker (am liebsten Streicher), während mir die Jagdsaison auf Schriftsteller noch nicht zu Ohren gekommen ist."

So lautet der Anfang der Satire "Versuch einer Priesterverführung" – des neuesten Werks der Ratinger Autorin Barbara Ming. Sie ist so etwas wie die "Mutter Ey" Ratingens, denn sie schreibt nicht nur, sie fördert auch junge Autoren und bemüht sich als Vorsitzende des Literaturkreises ERA und als Mitveranstalterin der "Kulturkneipe" um eine lebendige Autorenszene in der Stadt.

Situationsbeobachterin

Es ist die Art wie sie die alltäglichen Dinge beschreibt, die den Leser schmunzeln lassen. Ming würzt ihre Prosa, Lyrik und Aphorismen mit bissigen Worten, die auf den Punkt genau zutreffen. Manchmal fühlt sich der Leser durch ihre genauen Beobachtungen sogar ertappt. Sie selbst beschreibt sich als "Situationsbeobachterin" und als "Mensch der wenigen Worte".

Letzteres mag bei einer anerkannten Autorin grotesk kling, doch beginnt man, ihre Werke zu studieren, wird man schnell verstehen, was sie damit meint. Ihre Erzählungen sind nie länger als vier oder fünf Seiten, und niemals kommen mehr als zwei Protagonisten darin vor. Sie geht mit den Worten sehr bewusst um, spielt mit ihnen und seziert sie teilweise pathologisch. So schafft sie es mit viel Humor und bissigem Witz immer wieder, neben der im Unterton mitklingenden Gesellschaftskritik, auch sprachliche Denkanstöße ihren Lesern mit auf dem Weg zu geben. […]

(Melanie Meyer: http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/, 23.01.2009)

Zu: Kaffeesätze. Gedichte. Zeichnungen von Roswitha Riebe-Beicht (2006):

[…] Ob man die knappen, meist scharfzüngigen und hintersinnigen Gedichte von Barbara Ming hört, liest oder die nicht weniger doppelbödigen Bilder aus Kaffee- und Rotweinflecken mit Blei- und Filzstiftkonturen von Roswitha Riebe-Beicht sieht, es bleiben Mehrdeutigkeiten, spannende Fragen, die dazu führen, dass man ein solches Buch immer wieder zur Hand nehmen wird, weil man noch längst nicht alles beim ersten Durchsehen erfassen konnte. Dann wird man auf Seite 27 auch den Mond wiederfinden. Die Dichterin Eva Zeller hat in ihrem Vorwort zu „Kaffeesätze“ ein wesentliches Merkmal Mingscher Lyrik zum Titel gemacht: Nie das erwartete Wort. Davon gab die Autorin während der Buchvorstellung reichlich Kostproben. Das gleichzeitige Aufziehen mehrerer Sprachschubladen, die nachdenklich machenden Beobachtungen menschlichen Verhaltens, bittere Erinnerungen und unerreichbare Utopien können einem fast den Atem abschneiden. Doch dann gibt es auch die Stille, das ganz große Staunen: „Wer sagt uns, dass es Winter sein muss, den Atem sichtbar zu machen?“ Dazwischen war Prosa zu hören, freche und fiktive Interpretationen ihres Lieblingsgedichtes und das von Furcht und Zweifel geprägte Ereignis einer späten Liebe. […]

(Gisela Schöttler: http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/ratingen/, 07.11.2006)