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1954 Nach dem Erscheinen von Les mandarins
Photo von Gisèle Freund
Fotos der Ausstellung von F. Sirmen, Düsseldorf
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| 1908 |
Am 9. Januar wird Simone als Tochter von Françoise, geb. Brasseur, und Georges de Beauvoir in Paris, Boulevard Montparnasse in noch großbürgerliche Verhältnisse hineingeboren. |
| 1913-1925 |
Einschulung im katholischen Cours Adeline Désir, das sie bis zum baccalauréat besucht. |
| 1926-29 |
Philosophiestudium an der Sorbonne und Erwerb der
licence, gefolgt vom Erwerb der agrégation - der Qualifikation für den Lehrerberuf - ebenfalls an der
Sorbonne, sowie an der Ecole Normale Supérieure. 1929 schreibt sie ihre Diplomarbeit über Leibniz; sie schließt mit herausragenden Leistungen ab. |
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Beauvoir und Sartre beginnen eine Beziehung nominell gleichberechtigter, nicht exklusiver Partnerschaft. |
| 1931-1936 |
Sie nimmt eine Stelle als
Lehrerin in Marseilles an, 1932 wechselt sie nach Rouen. Zusammen mit
Sartre bereist sie Europa. |
| 1936-43 |
Beauvoir beginnt wieder in Paris zu unterrichten, eine Tätigkeit, die sie - mit kurzen Unterbrechungen - fortsetzt bis sie durch das Vichy-Regime entlassen wird. 1943 erscheint
L'Invitée (Sie kam und sie blieb). Der Roman Le Sang des autres
(Das Blut der anderen), in dem sie ihre Kriegserfahrungen verarbeitet, wird in diesem Jahr beendet. |
| 1944 |
Paris wird befreit. Beauvoir ist Gründungsmitglied der bald kulturell und politisch überaus einflußreichen Zeitschrift
Les Temps modernes.
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| 1945 |
Sie schreibt ihr einziges Drama
Les Bouches inutiles; Beauvoir problematisiert darin die gesellschaftliche Position von als ‚anders' empfundenen Bevölkerungsgruppen - sprich Frauen, Kindern und Alten - Fragestellungen, die sie in ihren späteren Werken ausarbeitet. |
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"Das Gewissen Frankreichs, Europas"
1947-1969
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| 1947 |
Pour une morale de l'ambiguité (Für eine Moral der Doppelsinnigkeit) erscheint, ein eigenständiger Betrag Beauvoirs zur Ethik des Existenzialismus.
Sartre und Beauvoir besuchen Schweden; in den frühen Nachkriegsjahren reist Beauvoir als inoffizielle Kulturbotschafterin der französischen Linken zunächst durch ganz Europa.
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1947 in
Schweden
In den
frühen Nachkriegsjahren reiste Simone de Beauvoir als
inoffizielle Kulturbotschafterin Frankreichs durch ganz
Europa.
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| 1948 |
Beauvoir verarbeitet ihre Amerikareise (1947) in
L'Amérique au jour le jour. Sie kritisiert darin vor allem Rassismus und soziale Ungleichheit scharf. Die Autorin engagiert sich außerdem bei
Rassemblement Démocratique Revolutionnaire
(RDR) für ein zwischen den Blöcken des kalten Krieges unabhängig bestehendes Europa. |
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1948 In einem Café in
Saint-Germain
Arbeit an Le deuxième sexe |
| 1949 |
Le deuxième sexe erscheint - zunächst in Form von einzelnen Kapiteln in
Les Temps modernes und dann in Buchform - und löst ungeahnt heftige Reaktionen aus. |
| 1954 |
Für Les Mandarins erhält sie die höchste literarische Auszeichnung Frankreichs, den
Prix
Goncourt. |
| 1955 |
Sie reist mit Sartre auf Einladung der Regierungen nach China und in die Sowjetunion. Das Paar nimmt außerdem an der Friedenskonferenz von Helsinki teil und setzt sich für einen Abbau des kalten Krieges ein. |
| 1956-1962 |

Intensives Engagement für ein unabhängiges Algerien. Beauvoir agiert vehement und beständig gegen den französischen Kolonialismus in Algerien. Sie setzt sich vor allem für Djamila
Boupacha, eine vom französischen Militär gefolterte Algerierin ein.
Als Simone de Beauvoirs Vorwort zum Buch über Djamila Boupachas Schicksal erscheint, wird die Autorin mit dem Tod bedroht.
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| 1958 |
Memoires d'une jeune fille rangée (Memoiren einer Tochter aus gutem Hause), ein Teil ihres autobiographischen Projekts, erscheint. |
| 1960 |
Beauvoir bereist zusammen mit Sartre Kuba und das zu dieser Zeit ebenfalls links regierte Brasilien.
La force de l'âge (In den besten Jahren) - ebenfalls autobiographisch - wird publiziert. |
| 1962-1966 |
Beauvoir und Sartre reisen jährlich in die Sowjetunion, wo sie sich systemkritisch u.a. für die Freilassung von inhaftierten Regierungskritikern einsetzen. |
| 1967 |
Teilnahme am Russell-Tribunal zur Erörterung der amerikanischen Kriegsverbrechen während des Vietnamkrieges. Beauvoir wird von der Presse als
"das Gewissen Frankreichs, Europas, ja des Westens" tituliert. |
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1967 Ankunft in
Kopenhagen, um
am Russell-Tribunal teilzunehmen. |
Russell-Tribunal
1967 in Kopenhagen
Als "das Gewissen
Frankreichs, Europas, ja des Westens" wurde Simone
de Beauvoir angesehen, als sie und Sartre auf dem
Russell-Tribunal 1967 das Vorgehen der Amerikaner im
Vietnamkrieg als militärische Aggression und die
Bombardierung ziviler Ziele und die Folterung von
Kriegsgefangen und Zivilisten als Völkermord
verurteilten.
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| 1968 |
Während der Maiunruhen unterstützen Sartre und Beauvoir die revoltierenden Studierenden. |
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Späte Jahre: Für Frauenrechte und die Würde des Alters
1970 - 1986
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| 1970 |
La vieillesse (Das Alter) wird publiziert. Die Autorin fordert, die Menschenwürde alter Menschen zu gewährleisten, ein Zustand, von dem die meisten Staaten Europas weit entfernt sind. |
| 1971 |
Beauvoir unterzeichnet das Manifest der 343 und bekennt sich damit zur illegalen Abtreibung. |
| 1972 |
Der letzte Band ihres autobiographischen Projekts erscheint unter dem Titel
Tout compte fait (Alles in allem). In ihrer Autobiographie konstruiert Beauvoir das, was sonst in ihrem belletristischen Werk fehlt: Das Bild einer finanziell unabhängigen, intellektuell und humanitär gleichberechtigt tätigen europäischen Frau, die als Vorbild für andere dienen kann. |
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Unser
aller Vorbild
Simone de Beauvoir vollzog durch ihre Teilnahme an Demonstrationen für das Recht auf Abtreibung aktiv den Schulterschluß mit der feministischen Bewegung, die sie mit
Le deuxième sexe initiiert hatte. Nicht nur ihre soziokulturellen Studien und die daraus resultierenden Thesen, sondern auch Beauvoirs Biographie, wie sie von ihr selbst in ihren autobiographischen Schriften konstruiert und in den Massenmedien aufgegriffen wird, hatten und haben für viele Frauen Vorbildcharakter.
Beauvoir hat "mit ihren politischen Engagements und privaten Revolten das Bild einer Frau vermittelt, die hoch erhobenen Hauptes gegen die Angepaßtheit, gegen die Feigheit und Dreistigkeit der anderen anlebte. Und die dabei nicht auf der Strecke blieb, sondern, im Gegenteil erst wirklich anfing zu leben."
(Alice Schwarzer, Unser aller Vorbild, in: Emma, Juni 1986)
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1972 Teilnahme an einem
Feministinnenkolloquium in Brüssel. |
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| 1973 |
Auf ihre Anregung erscheint eine Sondernummer von
Les Temps modernes zum Thema Sexismus im Alltag (Le sexisme
quotidien); darüber hinaus richtet die Zeitschrift eine neue Rubrik ein, die der Erörterung dieses Themas gewidmet ist. |
| 1974 |
Beauvoir wird zur Vorsitzenden der, von ihr mitbegründeten, französischen Frauenrechtsliga ernannt. Sie ist darüber hinaus als Vorsitzende eines Regierungsausschusses zum Thema
‚Frau und Kultur' aktiv. |
| 1975 |
Sie erhält den Jerusalem-Preis für Schriftsteller, die sich für die Freiheit des Individuums eingesetzt haben. |
| 1980 |
Am 15. April stirbt Sartre. Beauvoir verfällt in eine tiefe Depression, die auch Arbeit nur teilweise lindern kann.
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| 1981-1983 |
La cérémonie des adieux
(Die Zeremonie des Abschieds und Gespräche mit Jean-Paul Sartre) erscheint, 1983 gefolgt von einer Sammlung von Briefen Sartres unter dem Titel
Lettres au Castor et à quelques autres (Briefe an Simone de Beauvoir und andere). |
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Im Alter ungebrochen aktiv -
in der Atelierwohnung in der Rue Schoelcher |
| 1986 |
Simone de Beauvoir stirbt - betrauert von der Weltpresse - am 14. April im Alter von 78 Jahren in Paris. |