FORSCHUNGSINSTITUT FÜR MITTELALTER UND RENAISSANCE (FIMUR)

Tuchel, Susan: Kastration im Mittelalter, Studia Humaniora (Bd. 30), Düsseldorf 1998, 357 Seiten.

Entmannungen und Entmannte waren ein fester Bestandteil der antiken und mittelalterlichen Welt. Eunuchen rückten am römischen Kaiserhof der Spätantike in Vertrauensstellungen, während sich etwa zur gleichen Zeit fromme Christen "um des Himmelreiches willen" (Matthäus 19, 12) entmannten. Neben der offiziellen Mißbilligung solcher Praktiken durch die Kirche finden sich durch das ganze Mittelalter hindurch überraschend viele historische und literarische Zeugnisse einer anderen Geschichte der Kastration, die von Machtkämpfen, Skandalen und Intrigen, von Höllenqualen und Liebesabenteuern erzählt. 

Aus dem Inhalt

I.

Einleitung

II.

Eunuchen in der Antike und im Mittelalter

III.

Der männliche Körper im System der Wundbußen und verstümmelnden Strafen. Die Volksrechte des Mittelalters

IV.

Kastrationen in der mittelalterlichen Chronistik

V.

Kastration in Kirchenrecht und Kirchengeschichte

VI.

Die Kastration in Visionen und Mirakelerzählungen

VII.

Abaelard. Die Entmannung im Spiegel der Autobiographie und der zeitgenössischen Briefliteratur

VIII.

Sexualität, Kastration und Gesellschaftsordnung im Gralroman

IX.

Die Kastration in der volkssprachlichen Tierdichtung des Mittelalters

X.

Zum Motiv der Kastration in Schwankmären, Schwänken und Novellen

XI.

Exkurs: Kastration im Kontext christlicher Naturdeutung

XII.

Schlußbemerkung

XIII.

Literaturverzeichnis

XIV.

Abkürzungen

XV.

Personenregister