

Stillers, Rainer: Humanistische Deutung: Studien zu Kommentar und Literaturtheorie in der italienischen Renaissance, Studia Humaniora (Bd. 11), Düsseldorf 1988, 424 Seiten.
Texte bleiben stumm, solange nicht ein Interpret sie zum Reden bringt. Mit dieser hermeneutischen Grunderfahrung hatten sich bereits die Humanisten der italienischen Renaissance auseinandergesetzt. Denn ihr Idealziel, die Anverwandlung antiker Literatur, Bildung und Kultur, war hauptsächlich über historisch weit entfernte Texte zu erreichen. So wurde die Deutung dieser überlieferten Schriften zum Angelpunkt des humanistischen Tuns. Wie aber reflektierten Humanisten über die individuellen Voraussetzungen der Interpretation und wie über diesen Vorgang selbst? Diese Frage, trotz ihrer zentralen Bedeutung in der Forschung bisher wenig beachtet, wird in diesem Buch an drei exemplarischen, thematisch miteinander verwandten Gruppen von Texten der Hoch- und Spätrenaissance (15. und 16. Jahrhundert) erörtert.
Aus dem Inhalt
I. | Einleitung |
II. | Literarischer Kommentar und Poetologie am Ende des Quattrocento [Poliziano: Vom Dichtungskommentar zur Poetik - Landino: Komplementarität von literarischem und poetologischem Kommentar] |
III. | Poetologischer Kommentar im Cinquecento [Robortello: Kongruenz von Kommentar und ausgelegtem Text - Maggi und Lombardi: Bewahrung der Kommentartradition - Vettori und Castelvetro: Verselbständigung der poetologischen Theorie] |
IV. | Systematische Literaturtheorie im Cinquecento [Fracastoro und Giraldi Cinzio: Zwei hermeneutische Grundpositionen - Trissino und Minturno: Literatur als Spielraum von Möglichkeiten - Patrizi: Literaturgeschichte und begrifflicher Konsens als Bedingungen einer universalen Literaturtheorie] |
V. | Zusammenfassung |
VI. | Literaturverzeichnis |
VII. | Namensindex |
