FORSCHUNGSINSTITUT FÜR MITTELALTER UND RENAISSANCE (FIMUR)

Finger, Heinz (Hrsg.): Die Macht der Frauen, Studia Humaniora (Bd. 36), Düsseldorf 2003, 352 Seiten.

Frauen in Mittelalter und früher Neuzeit 
"Die Macht der Frauen", dieses Thema des Sammelbandes, bedarf auf Grund seiner Kürze einer ausführlicheren Erläuterung. Das Buch beschäftigt sich mit der Stellung der Frau in der europäischen Gesellschaft des Mittelalters und der Renaissance. In einem Teil der Beiträge werden von der frühen Neuzeit ausgehend, einzelne soziale Entwicklungslinien bis in die Gegenwart hinein dargestellt. Der Hauptaspekt ist die Frage nach Einfluss und Macht einzelner Frauenpersönlichkeiten unter den sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen ihrer jeweiligen Epoche. Dabei wird der Inszenierung staatlicher Macht durch Herrscherinnen ebenso Beachtung geschenkt wie der Rolle, die große Äbtissinnen in der frühmittelalterlichen Adelsgesellschaft spielten. Besondere Betonung kommt auch der Erkenntnis zu, dass sich keine sozialen Entwicklungen im Sinne einer linearen Linie nachweisen lassen. So scheint die “Macht der Frauen” im Frühmittelalter in vielerlei Hinsicht größer gewesen zu sein als im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit. Den Beiträgern des Buches, namhafte Historiker, Theologen, Philologen und Kunsthistoriker, ist es durch Querverweise zwischen ihren Untersuchungen gelungen, dem gesamten Band verbindende Strukturen zu geben. Zur Frauengeschichte, insbesondere zum Thema Frau und Kirche im Mittelalter, werden neue Forschungsansätze formuliert und diskutiert.