INSTITUT FÜR KUNSTGESCHICHTE

FIMUR-Ringvorlesung Altersphantasien

Die in den Medien allgegenwärtigen Begriffe wie Alterspyramide, Bevölkerungspolitik, Renteneinstiegsalter, Lebenserwartung, Anti-aging, Altersdiskriminierung, Generationenvertrag/-gerechtigkeit verweisen nicht nur auf einen gesellschaftspolitisch brisanten Bereich mit hohem Konfliktpotential und vielfältigen Chancen. Sie machen vor allem auch deutlich, daß Altern weit über den irreversiblen biologischen Prozeß hinaus mit Diskursen, Bedeutungszuschreibungen, kulturellen Praktiken, biopolitischen und ökonomischen Strategien konfrontiert ist. Veränderungen des Körpers werden mit der – wechselseitig aufeinander verweisenden  – ökonomischen und sexuellen Leistungsfähigkeit verknüpft. Das von Ängsten und Hoffnungen begleitete Altern bedient ein enorm lukrativer expandierender Markt, der wiederum neues Wissen über das Alter erzeugt.  Unter dem Rahmentitel ’Altersphantasien’ geht die Ringvorlesung des Forschungsinstituts für Mittelalter und Renaissance der Heinrich-Heine-Universität auch der Frage nach, ob oder inwieweit es zu diesen Phänomenen vormoderne Voraussetzungen gibt.  Sie widmet sich den Mythen, Metaphern und Bildern, die sich zwischen Spätantike und Aufklärung vom Alter ausbildeten und die ein immer schon existentes Wertesystem in der gesellschaftlichen Verortung des Alters ständig neu definierten. Sie diskutiert in Fallbeispielen aus Literatur, Philosophie, Theologie, Geschichte und Kunst historische Vorstellungen und Wahrnehmungen vom Alter(n) einschließlich ihrer Gegenbilder  wie Alterslosigkeit und Ewige Jugend. Die Vorträge finden jeweils mittwochs 17:15 im Hörsaal 3E statt. Beginn ist am 27.10.

Pdf zur Ringvorlesung

Webseite FIMUR