Dissertationsvorhaben
Carmen Eschner: Elterliche Erziehungsstile im historischen Wandel - eine Inhaltsanalyse von Erziehungsratgebern
Ausgangslage und Problemstellung
Populärwissenschaftliche Elternratgeber leisten einen Beitrag zur Familienerziehung in massenmedialer Form. Obwohl die tatsächliche Wirkung auf das Erziehungshandeln - unter Zugrundelegung der klassischen drei Gütekriterien empirischer Forschung - nur schwer nachgewiesen werden kann, stellen sie dennoch eine wichtige Quelle für die historische Erziehungs- oder Familienforschung dar, um Hinweise auf das jeweilige zeitgenössische Erziehungsdenken zu erhalten.
Piret Jürgenson: Jugend im soziokulturellen Wandel – eine explorative Studie zur Lebenswelt der jungen Generation in Estland
Ausgangslage und Problemstellung
Am 1. Mai 2004 wurden zehn neue Länder in die Europäische Union aufgenommen, darunter auch Estland. Eine Reihe der Mitgliedsstaaten sieht sich mit den Problemen steigender Arbeitslosigkeit, dem Abbau sozialer Leistungen sowie einem tief greifenden demographischen Wandel konfrontiert. In der europäischen Staatengemeinschaft werden an das Zusammenleben von unterschiedlichen Nationen und Kulturen verschärfte Herausforderungen gestellt. Das Projekt beschäftigt sich zum einen mit der Bewältigung des gesellschaftlichen Wandels und zum anderen mit dem Umgang mit diesen neuen gesellschaftlichen Anforderungen. Im Zentrum der Forschung steht die Jugend Estlands.
Sabine Schomäcker: Langeweile von Jugendlichen in der Erlebnisgesellschaft und die Konsequenzen für die Schule
Ausgangslage und Problemstellung
Zwar legt der Begriff der Erlebnisgesellschaft unter dem Stichwort Reizüberflutung die Verbindung zur Überforderung und zum Stress Jugendlicher nahe, dennoch:
Langeweile ist unter Jugendlichen zum Maßstab für die Beurteilung von Dingen und Situationen avanciert. Angesichts einer mehr oder weniger rastlosen Gesellschaft und deren Daseinsimperativ „Erlebe dein Leben – so lange du kannst und so schnell du kannst“ ist das Gegenbild, das unter allen Umständen zu Vermeidende, das Ausbleiben von Erlebnissen, die Öde, die Langeweile.
Abgeschlossene Dissertationen
Brigitte Eickhorn: Weiterbildung und neue Medien im ländlichen Raum – Untersuchungen zum Weiterbildungsverhalten in Räumen unterschiedlicher Siedlungsstruktur
Ausgangslage und Problemstellung
In einer hochgradig spezialisierten, mit den modernsten ökonomischen Techniken arbeitenden (Informations-)Gesellschaft ist eine ständige Weiterbildung notwendig. „Sich bilden“ hat sich daher in neuerer Zeit als eine wesentliche Grunddaseinsfunktion des Menschen entwickelt und Lernen gilt als „Schlüssel“ zur Bewältigung der Gegenwart und Zukunft. Gerade der zunehmende Einsatz neuer Medien erfordert ständige berufliche Weiterbildung, insbesondere im Bereich EDV. Je nach Wohnstandort der nachfragenden Bevölkerungsgruppen und der Verteilung der Angebotsstandorte findet Weiterbildung in Räumen unterschiedlicher Ausstattung statt. Das Weiterbildungsverhalten wird dabei von endogenen und exogenen Faktoren beeinflusst.
Sylva Liebenwein: Elterliche Erziehungsstile in den Sozialen Milieus
Forschungsinteresse und Grundannahmen
In der Dissertation „Elterliche Erziehungsstile in den Sozialen Milieus“ werden milieuspezifische Erziehungserfahrungen und Erziehungsstile erfasst und differenziert. Dabei werden milieuspezifische Ressourcen und Risikofaktoren in Hinblick auf die Erreichung individueller und gesellschaftlicher Entwicklungsziele aufgezeigt und Handlungsempfehlungen für die pädagogische Praxis herausgearbeitet.
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Tabea Raidt: Pisa und der Paradigmenwechsel. Die Pisa-Studien und die Auswirkungen des Wertewandels.
Forschungsinteresse und Grundannahmen
Nach Veröffentlichung der Ergebnisse der Pisa-Studie 2000 in Deutschland sprach man von einem ‚Schock’. Die Ergebnisse schockierten, weil man sich in Deutschland bisher immer sicher gewesen war, eines der führenden ‚Wissensländer’ zu sein. Auf der Suche nach Gründen des schlechten Abschneidens bei der Studie folgte zugleich ein zweiter Schock, als man feststellen musste, dass das Bildungssystem, namentlich die Schulen, derart lange Zeit aus dem Blick der nicht direkt betroffenen Öffentlichkeit geraten war, dass sich dort ein Mikrokosmos erhalten hatte, der nicht mehr in die aktuelle Zeit, in die moderne Welt zu passen schien.
Bernd Wiesen: Praktische Philosophie – Entstehung und Wirkungen des neuen Schulfaches in NRW
Ausgangslage und Problemstellung
Werteerziehung und Vermittlung von moralischer Urteilskompetenz gehören zu den Aufgaben schulischer Bildung.
In Zeiten, da die überwiegende Mehrheit der Schülerinnen und Schüler durch den konfessionellen Religionsunterricht erreicht wurde, konnte dieser seiner Teilaufgabe schulischer Werteerziehung im demokratischen Staat gerecht werden. Aktuelle statistische Erhebungen belegen aber, dass heute in NRW mehr als 35 % der Jugendlichen durch den konfessionellen Religionsunterricht nicht mehr erreicht werden und sich in Ermangelung eines alternativen Unterrichtsangebotes nicht oder nur ungenügend mit Sinn- und Wertfragen auseinandersetzen. Reflexion, Einordnung und Bewertung von moralischen Wert- und Sinnvorstellungen sind aber eine notwendige Voraussetzung für verantwortliches Handeln sowie für ein Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft.
Nützliche Links
Eine knappe, kompetente Sammlung von Empfehlungen zur Anfertigung eines Dissertations-Exposés findet sich hier:
http://www.uni-heidelberg.de/institute/fak9/studium/infos_dr.html#Empfehlungen
Prof. Ulrich von Alemann (derzeit Prorektor für Lehre und Studienqualität an der HHU) stellt ebenfalls ausführlich begründete Ratschläge für Exposés zusammen (vor allem auf den Seiten S. 5-15, PDF):
http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/politik/Mitarbeiter/Alemann/aufsatz/01_expose2001.pdf
Eine weitere Sammlung von eventuell nützlichen Links:
http://www.gavagai.de/schule/HHA03.htm
(Achtung: Juristische Dissertationen sind nicht unbedingt verbindlich beispielgebend für sozial- oder erziehungswissenschaftliche Promotionen)
