BIOPOLITIK - BIOÖKONOMIE - BIOPOETIK IM ZEICHEN DER KRISIS

Die Kunst, das Leben zu "bewirtschaften"

Internationale Konferenz über Michel Foucault in Düsseldorf

Düsseldorf 02.12.2009 – Das Seminar Romanistik 1 der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf unter der Leitung von Prof. Dr. Vittoria Borsò organisiert vom 20.-23.01.2010 die internationale Graduiertenkonferenz "Biopolitik, Bioökonomie und Biopoetik im Zeichen der Krisis".  Im Rahmen der Qualitätsinitiative „Cultura Nova“ des Romanischen Seminars diskutieren internationale Experten verschiedener Fachdisziplinen und Nachwuchswissenschaftler aus Deutschland und Italien über Konzepte von „Leben“ in der heutigen unsicheren Zeit. Die Tagung spannt eine Debatte zwischen politischer Philosophie, Kulturwissenschaft und Volkswirtschaft um das Verhältnis von Ökonomie, Politik und Leben. Anschließend wird die kulturwissenschaftliche Debatte in die Öffentlichkeit getragen. Neben Hans Ulrich Gumbrecht (Stanford University) und Justus Haucap (DICE Düsseldorf) bereichern Vertreter der Wirtschaft die Diskussion bei dem Podiumsgespräch „Die Kunst, das Leben zu ‚bewirtschaften’“, das am 22.01.10 um 19.00 Uhr im Düsseldorfer Industrieclub und in Kooperation mit diesem stattfindet.

„Mit unserer Qualitätsinitiative „Cultura Nova“ möchten wir die Forschungen unseres Instituts näher an das aktuelle Geschehen heranrücken. Dazu gehört auch die Wahl gesellschaftlich relevanter Themen für unsere Fachkonferenzen oder Graduiertentagungen“, erklärt Frau Prof. Dr. Borsò zum Hintergrund der Veranstaltung. „Die Studien von Michel Foucault zu den Steuerungsmechanismen unserer liberalen Gesellschaft sind aktueller den je. In der Krise geraten Selbstverständlichkeiten und bewährte Paradigmen ins Wanken. Die politische, gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Ordnung entlarvt sich dabei als relativ. Das produziert Unsicherheit, aber auch die Chance, neue Wege zu gehen. So lassen sich die ordoliberalen Mechanismen und ihre Grundlagen analysieren, nämlich der Glaube an eine „natürliche“ Verbindung von gesellschaftlichem Wohl und Wachstum. Diese Grundlagen sind  ja in der aktuellen globalen Krise nicht mehr sicher, aber diese Unsicherheit heißt auch, dass die Zukunft wieder offen ist: Für die Politik, die Wirtschaft und die Kultur, die nun stärker denn je zusammenarbeiten müssen“, kommentiert die Organisatorin der Tagung, Vittoria Borsò.

Die wissenschaftliche Debatte zu Biopolitik, Bioökonomie und Biopoetik ist vielfältig. In Düsseldorf treffen vom 20. bis 23. Januar 2010 daher führende Vertreter der Geistes-, Politik-, und Wirtschaftswissenschaften aus ganz Europa und den USA zusammen. Zu den namhaften Referenten zählen u.a.: Prof. Dr. Philipp Sarasin (Geschichte, Universität Zürich), Prof. Dr. Salvo Vaccaro (Politische Philosophie, Universität Palermo), Prof. Dr. Laura Bazzicalupo (Bioökonomie, Universität Salerno), Prof. Dr. Christian Marazzi (Volkswirtschaft, Universität Lugano), Prof. Dr. Luis Villacanas (Philosophie Universität Madrid), Prof. Dr. Thomas Lemke (Sozialwissenschaften, Universität Frankfurt am Main) und Prof. Dr. Michele Cometa und Vittoria Borsò (Kulturwissenschaft, Universität Palermo bzw. Düsseldorf). Die Evaluation der Tagung sowie die Debatte im Industrieclub übernimmt der renommierte Romanist und Kulturwissenschaftler Hans-Ulrich Gumbrecht, Professor an der US-amerikanischen Eliteuniversität Stanford.

Die Tagung hat die Vollförderung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) erhalten.

 Mit der Tagung werden zugleich die ersten Teilnehmer des europäischen,  kulturwissenschaftlichen Promotionsprogramms „Interkulturelle Studien“ zwischen den Universitäten Düsseldorf, Palermo und Madrid begrüßt. Mit Abschluss der Promotion können sie den Titel „Doctor europaeus“ erlangen. Für das Programm, das mit Beginn des Jahres 2010 anläuft, kann man sich noch bewerben. Bewerber müssen ein mit Erfolg abgeschlossenes Studium in den Geistes-, Sozial- oder Kulturwissenschaften vorweisen sowie Interesse an den Thematiken der Interkulturalität und der Biopolitik mitbringen. Kontaktperson ist Sieglinde Borvitz vom Lehrstuhl Romanistik 1 der Heinrich-Heine Universität in Düsseldorf.

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