Hauptseminar: Präsuppositionen (SoSe 02)
Das Seminar befasst sich mit den semantischen und pragmatischen Aspekten von Präsuppositionen. Informell können Präsuppositionen als Bedingungen der sinnvollen Verwendung bzw. Bedingungen an den Kontext definiert werden, die mit bestimmten Ausdrücken und Ausdrucksweisen einhergehen, zum Beispiel Verben des Zustandswechsels, definiten Nominalphrasen oder w-Fragen. Wir werden uns zunächst mit der Vielseitigkeit des Phänomens beschäftigen (verschiedenartige Typen von Präsuppositionen und Präsuppositionsauslösern). Dabei wird deutlich werden, dass Präsuppositionen ein grundlegendes Phänomen darstellen, das bei jeglicher sprachlicher Äußerung im Spiel ist. Anschließend beschäftigen wir uns mit dem Stellenwert des Phänomens in der lingu-istischen Theorie, d.h. mit seiner der semantischen und pragmatischen Einordnung. Dabei werden sich die Präsuppositionen als grammatisch und semantisch verankerte Kontextualisierungsmittel erweisen: sie steuern entscheidend die Interpretation im Kontext.
Arbeitsform: Referate werden nicht vergeben. Der Unterricht wird in festen Arbeitsgruppen organisiert. Zu jeder Stunde erhalten Sie eine Lese- oder andersartige Aufgabe als Vorbereitung, die max. 2 Stunden Eigenarbeit erfordert. Auf diese Weise sollen alle Teilnehmenden elementare Grundkenntnisse zu den behandelten Themen erwerben und mit der wichtigsten Literatur in Berührung kommen. Im Unterricht werden die vorbereitenden Texte behandelt und praktische Anwendungsbeispiele demonstriert und diskutiert.
Folgeveranstaltung: Die Thematik des Seminars wird im kommenden Semester in dem Hauptseminar Semantische Kontextualisierung teilweise wieder aufgenommen und dabei in einen allgemeineren Rahmen eingebettet.
Literatur: Steven Levinson, 1983/2000, Pragmatics/Pragmatik , Kap. 4
