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Gehan-Guir, ein König in Ost-Indien, fieng seine Regierung an 1604 AD, und starb an 1627.
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Gehan-Guir, ein König in Ost-Indien, fieng / seine Regierung an 1604 AD, und starb an 1627. / Zwei seiner Söhne, Kousrou und Kourum, wur / -den seiner langwierigen Regierung überdrüssig, und / suchten ihn dahero noch bey seinen Lebzeiten von dem / Thron zu stürzen. Zu diesem Ende brachte Kosrou / eine mächtige Armee auf die Beine, wurde aber / geschlagen, und nebst denen vornehmsten, so seine / Partey gehalten, gefangen genommen; worauf ihm / sein Vater mit einem glühenden Eisen die Augen aus / -brennen ließ, auf die Weise, wie es sonst in Persien / gebräuchlich ist, und war willens, das Königreich / seinem Enkel Bolaki, des Kosrou ältestem Sohne, / zu hinterlassen. Diesem aber vorzukommen, brachte / Kourum gleicher Gestalt eine große Armee zusam / -men, tötete seinen Bruder Kosrou, und ließ sich / Cha Gehan, oder einen König der Welt tituliren. / Darauf marchierte Gehan Guir seinem aufrühri / -schen Sohne entgegen, starb aber unter Wegs, und / recommendirte seinen Enkel Bolaki dem Asous / -kam, seinem Generalissimo und vornehmsten / Staats-Minister, an Stat daß er / dem Bolaki helfen sollte, war vielmehr seinem / Schwieger-Sohn, Cha Gehan beförderlich, sich / auf dem Thron zu befestigen. Tavernier Voyage.
