ANGLISTIK IV: MODERN ENGLISH LITERATURE

All literature must be read as a symbolic meditation on the destiny of community. (Fredric Jameson)

Wissenschaftliche Hausarbeiten

Inhalt

Anforderungen

Hausarbeiten fordern Schlüsselqualifikationen wie die Fähigkeit, einen zunächst unübersichtlichen Themenbereich überschaubar zu gliedern, selbständig Problem- und Fragestellungen zu erarbeiten, methodisch reflektierte Lösungsvorschläge zu entwickeln und die Untersuchungsergebnisse sprachlich und argumentativ angemessen darzustellen. Diese Fähigkeiten sind nicht nur für die Bewertung, sondern auch in weiten Bereichen des späteren Berufslebens relevant.

Fokussierung

Viele Hausarbeiten werden aus dem im Seminar gehaltenen Referat entwickelt. Sie bauen auf dem dort bearbeiteten Material auf, konzentrieren sich aber auf ein spezielleres Problem. Entscheidend ist hierbei die Definition eines bestimmten Gegenstands, einer bestimmten Methode und eines besonderen Erkenntnisziels. Je nach Originalität der Fragestellung ist dabei der aktuelle Forschungsstand zu berücksichtigen und kritisch dazu Stellung zu nehmen. Wichtig ist, sich stets vor Augen zu halten: Was ist wirklich wichtig/zentral für meinen Argumentationsgang? Bzw.: Was ist eher redundant? Ausführungen zur Biographie der behandelten Autoren etwa sind i.d.R. fehl am Platz.

Gliederung

Eine Hausarbeit wird in der Regel in einen theoretischen/methodischen und einen interpretatorischen Teil gegliedert. Dabei sollte der theoretische/methodische Teil konkret auf die aktuelle Fragestellung bezogen werden und sich nicht in einer allgemeinen Zusammenfassung erschöpfen.

Die Gliederung der Arbeit ist aus Inhaltsverzeichnis und Zwischentiteln im Text ableitbar. Sie informiert nicht nur über Ziele bzw. Teilziele, sondern lässt auch den methodischen Ansatz erkennen. Sie macht die Systematik und innere Logik der Arbeit in der Synopse überprüfbar. Daher sollte die Gliederung den Argumentationsgang einigermaßen deutlich erkennen lassen. Im besten Fall kann man aus den verschiedenen Überschriften formelhaft den Inhalt des jeweiligen Abschnitts ablesen. Eine zu grobe Gliederung ist ebenso zu vermeiden wie eine zu detaillierte (deshalb maximal 1 Seite!).

Argumentation

Der Hauptteil der Arbeit dient der Darstellung und Begründung der eigenen Thesen und Erkenntnisse. Der Gang der Argumentation sollte kohärent und an jeder Stelle für den Leser nachvollziehbar sein. Einfaches Aneinanderreihen und ungegliedertes Aufzählen lassen sich vermeiden, indem die aufgestellten Thesen ausführlich begründet und am (theoretischen oder literarischen) Bezugstext veranschaulicht und belegt werden.

Textanalyse

Bei der Textanalyse sollte bloße Paraphrase weitgehend vermieden werden. Die Interpretationsthesen sollten auf strukturelle (lexematische, grammatische, metrische, narrative usw.) Textbefunde zurückgeführt werden. Umgekehrt sollte die Nennung der formalen Merkmale mit Interpretationsvorschlägen zu ihrer semantischen Funktion verbunden werden. 

Fachtermini

Die Verwendung von Fachbegriffen sollte durch explizite Arbeitsdefinitionen abgesichert sein. Auch die geschichtliche und kulturspezifische Dimension von Themen, Begriffe, Ideen ist zu berücksichtigen („Autor“, „Werk“, „Imagination“, „Geschlecht“ bedeuten z.B. im 18. etwas anderes als im 20. Jahrhundert).

Nutzen Sie in jedem Fall frühzeitig die Sprechstunden der DozentInnen, um Thema und Durchführung Ihrer Hausarbeit ausführlich zu besprechen.