
Die Kategorien „Alter“ und „Altern“ gewinnen aufgrund der demographischen Entwicklung eine hohe gesellschaftspolitische Relevanz und eine große Aufmerksamkeit in den Wissenschaften. Das Alter(n) ist nicht nur eine biologische und soziale, sondern auch eine kulturelle Tatsache. Als Objekt der Verhandlungen zwischen Wissensdiskursen wie auch in der kulturellen Praxis erscheint Alter(n) als ein ebenso heterogenes wie problematisches Phänomen, das von Werturteilen und Weltanschauungen bestimmt wird. Im Graduiertenkolleg "Alter(n) als kulturelle Konzeption und Praxis" sollen, von einem erweiterten, die geistes-, sozial-, rechts- und medizinwissenschaftlichen sowie die wirtschaftswissenschaftlichen Diskurse integrierenden Konzept ausgehend, Alter(n) als Gegenstand des Wissens und als Konzept für die Gesellschaft erkannt und erforscht, die Phänomene der kulturellen Praxis analysiert sowie Strategien für produktive Formen des Alter(n)s entwickelt werden.
Das Forschungsprogramm des Graduiertenkollegs "Alter(n) als kulturelle Konzeption und Praxis" hat zum Ziel, sowohl die verschiedenen kulturellen Konzeptionen als auch die pragmatischen Auswirkungen von Alter und Alterungsprozessen zu analysieren und sie, thematisch auf zwei Querschnittsbereiche konzentriert, transdisziplinär zu untersuchen und zu vernetzen, um daran anschließend den Transfer der Erkenntnisse in die Gesellschaft einzuleiten.
Eine alternde Gesellschaft wird veränderte Produkte und Dienstleistungen nachfragen. Deshalb sind im Rahmen des Graduiertenkollegs "Alter(n) als kulturelle Konzeption und Praxis" die Studierenden auf eine Berufswelt mit altersgemischten und alternden Belegschaften vorzubereiten. Das Graduiertenkolleg "Alter(n) als kulturelle Konzeption und Praxis" wird dieser Aufgabe mit einer verstärkten Anwendung projekt- und praxisorientierter Lehr- und Lernformen gerecht werden, die sowohl überfachliche Kompetenzen vermitteln als auch problembezogene Lösungen entwickeln.

